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Chelsea-Zukunft: Was Roman Abramowitschs Sanktionen für den Klub bedeuten

Jan Kupitz
Wie geht's für Chelsea weiter?
Wie geht's für Chelsea weiter? / Getty|90min
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Wie von vielen erwartet, hat die britische Regierung nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine Sanktionen gegen den Oligarchen und Eigentümer des FC Chelsea, Roman Abramowitsch, verhängt.

Abramowitschs Vermögen wurde eingefroren, darunter auch der Chelsea Football Club, den er am 2. März zum Verkauf anbot, da aufgrund seiner Verbindungen zu Moskau und dem aggressiven Präsidenten Wladimir Putin Maßnahmen drohten.

Obwohl der Verkauf des Vereins noch immer möglich ist, solange Abramowitsch keinen Gewinn erzielt, werden Transfers und Vertragsverhandlungen in der Zwischenzeit unweigerlich beeinträchtigt. Die Sanktionen sollen den derzeitigen Eigentümer daran hindern, im Vereinigten Königreich Geld zu verdienen.


Darf Chelsea noch Spieler verpflichten?

Die kurze Antwort lautet nein.

Der FC Chelsea unterliegt einem Transferverbot (ja, schon wieder) und darf auf absehbare Zeit weder Verträge noch Leihgeschäfte abschließen.

Bei einer erfolgreichen Übernahme würde sich das ändern, da Roman Abramowitsch nicht mehr für die Finanzierung von Geschäften zuständig wäre oder von Verkäufen profitieren würde.

Da im Sommer mehrere Abgänge beim FC Chelsea erwartet werden, ging man davon aus, dass Chelsea mindestens einen Innenverteidiger und einen zentralen Mittelfeldspieler verpflichten würde.

Der allgemeine Umbruch und das Chaos, das die Blues umgibt, könnte für potenzielle Neuzugänge abschreckend wirken.


Darf Chelsea Spieler verkaufen oder verleihen?

Auch hier lautet die Antwort nein. Sowohl was Leihgeschäfte als auch feste Verkäufe betrifft.

Das könnte problematisch werden, denn Chelsea hatte gehofft, Spieler wie Ross Barkley, Ruben Loftus-Cheek, Michy Batshuayi oder Ethan Ampadu im Sommer endgültig loszuwerden.

Auf der anderen Seite könnten aktuelle Leihspieler wie Armando Broja, Conor Gallagher und vielleicht sogar Billy Gilmour eine Chance in der ersten Mannschaft erhalten. Nochmal verleihen können die Blues die Youngster nach aktuellem Stand nicht.


Kann Chelsea noch Ablösen abstottern?

Der FC Chelsea kann immer noch ausstehende Beträge für aktuelle Leihspieler oder andere Stars bezahlen.

Saul Niguez ist der einzige Spieler, der derzeit an den Verein ausgeliehen ist - bei ihm wird jedch nicht erwartet, dass er über den Sommer hinaus bleibt. Die Blues haben sich mit Atletico Madrid auf eine Leihgebühr von fünf Millionen Euro für den Mittelfeldspieler geeinigt, der sich seit seiner Ankunft an der Stamford Bridge nicht durchsetzen konnte.

Chelsea wird mit Sicherheit noch Geld an Inter und Bayer Leverkusen für die teuren Transfers von Romelu Lukaku und Kai Havertz in den letzten Jahren zahlen müssen. Dieses Geld kann weiter fließen.


Kann Chelsea seinen Spielern neue Verträge anbieten?

Auch hier lautet die Antwort nein - und das ist bezeichnend, wenn man bedenkt, dass Chelsea sich bei drei seiner wichtigsten Abwehrspieler in einer misslichen Lage befindet.

Die Verträge von Antonio Rüdiger, Andreas Christensen UND Cesar Azpilicueta laufen alle im Sommer aus.

Christensen steht jedoch bereits kurz vor einem Wechsel zum FC Barcelona, und es scheint nun sehr wahrscheinlich, dass Rüdiger und Azpilicueta ihm durch die Tür folgen werden, wenn es keine rasche Lösung für den Verkauf des Vereins gibt.

Die Blues wollten auch mit N'Golo Kante über einen neuen Vertrag verhandeln, da er nur bis 2023 an den Verein gebunden ist - aber der Franzose muss nun warten. Jorginho ist ein weiterer Stammspieler, dessen Vertrag nächstes Jahr ausläuft.


Wollen die Stars bei Chelsea bleiben?

Das ist natürlich subjektiv und wird sehr davon abhängen, wie schnell die Situation gelöst wird.

Die Sanktionen könnten Rüdiger, Azpilicueta und Christensen bei ihrer Entscheidung helfen, sich für einen Wechsel zu entscheiden. Chelsea kann sie jedenfalls nicht daran hindern, den Verein zu verlassen.

Angesichts der momentan schwer einzuschätzenden Lage, in der sich der Klub befindet, ist es jedoch unwahrscheinlich, dass andere Schlüsselspieler, die noch unter Vertrag stehen, den Verein mir nichts, dir nichts verlassen.


Was wird aus Thomas Tuchel?

Nachdem Roman Abramowitsch angekündigt hatte, den FC Chelsea zu verkaufen, hatte Thomas Tuchel schnell seine Bereitschaft klargemacht, an der Stamford Bridge bleiben zu wollen.

Und auch nach dem neuesten Trubel schwor er den Blues die Treue. "Ich bin immer noch glücklich, hier zu sein und eine starke Mannschaft zu leiten. Ich weiß, dass es eine Menge Lärm gibt. Ich fühle mich privilegiert, dass ich die Chance habe, mich mit Spielen, Trainern und dem Fußball, den ich liebe, zu beschäftigen", so der Trainer gegenüber der BBC.


Was sagt Chelsea zu den Sanktionen?

"Aufgrund seiner 100-prozentigen Beteiligung am FC Chelsea und den damit verbundenen Unternehmen unterläge der Verein normalerweise denselben Sanktionen wie Herr Abramovich. Die britische Regierung hat jedoch eine allgemeine Lizenz erteilt, die es dem FC Chelsea erlaubt, bestimmte Aktivitäten fortzusetzen", so die Blues, die bekräftigten, dass die kommenden Spiele gegen Norwich (Herren) und West Ham (Damen) ausgetragen werden.

Zudem beabsichtigt der Klub, "mit der britischen Regierung Gespräche über den Umfang der Lizenz zu führen. Dazu gehört auch, dass wir eine Änderung der Lizenz beantragen werden, damit der Klub so normal wie möglich arbeiten kann."


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