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Champions League

Operation "Wunder von Paris": Was den Bayern Mut machen sollte

Guido Müller
Schaffen Thomas Müller und die Bayern doch noch den Sprung ins Halbfinale?
Schaffen Thomas Müller und die Bayern doch noch den Sprung ins Halbfinale? / Alexander Hassenstein/Getty Images
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Natürlich gibt es bessere Ausgangslagen, um in ein Champions League-Halbfinale einzuziehen, als eine 2:3-Heimniederlage im Hinspiel. Und dennoch haben die Bayern am Dienstagabend (21.00 Uhr) immer noch gute Chancen, in die Vorschlussrunde einzuziehen. Der Gegner PSG selbst ist es, der Hoffnung macht.


Dass die mit Superstars wie Neymar, Mbappé oder DiMaria gespickte PSG-Mannschaft gerne mal schwächelt, wenn es in die Crunchtime der Champions League geht, hat sie in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt. Beispiele gefällig?

Immer wieder kriegt PSG im Rückspiel die Flatter

In der Spielzeit 2016/17 hatten die Franzosen im Achtelfinale ihr Heimspiel gegen den FC Barcelona mit 4:0 gewonnen - und flogen nach einem denkwürdigen 1:6 im Rückspiel doch noch aus dem Wettbewerb.

Und um den zu erwartenden Vorwurf eines schiefen Vergleiches gleich zu entkräften: Auch in der laufenden, von Corona beeinflussten Saison trafen sich beide Klubs in der Runde der letzten Sechzehn. Und wieder schoss PSG vier Tore - diesmal sogar auswärts.

Nach dem 4:1 (im im Gegensatz zu 2017 diesmal menschenleeren Nou Camp) schien das Weiterkommen im eigenen Stadion nur noch eine lästige Pflichtaufgabe zu sein.

Doch die Art und Weise, wie die Franzosen sich in der ersten Hälfte des Rückspiels den Schneid abkaufen ließen (trotz 1:0-Führung), dürfte bei vielen PSG-Fans ungute Erinnerungen hervorgebracht haben.

Lionel Messi
Traf zunächst per Traumtor - und scheiterte kurz vor der Pause vom Punkt aus: Lionel Messi / Xavier Laine/Getty Images

Denn hätte Lionel Messi den Strafstoß kurz vor der Pause nicht verschossen (und stattdessen auf 2:1 für Barça geschaltet) - auf den französischen Champion wäre eine zweite Hälfte mit Albtraumpotential zugekommen.

Wie jene im März 2019. Szenario war erneut ein Achtelfinale in der Königsklasse. Das Hinspiel hatte die damals noch von Thomas Tuchel trainierte Mannschaft mit 2:0 bei Manchester United gewonnen. (Also eine noch komfortablere Ausgangslage als heuer gegen die Bayern!).

Doch im Rückspiel schienen die Pariser das Ergebnis nur irgendwie über die Zeit bringen zu wollen - und wurden dafür in der Schlussminute gnadenlos bestraft. Marcus Rashford behielt beim Stand von 2:1 für die Red Devils die Nerven - und schaltete per Elfmeter auf 3:1. PSG war draußen!

Marcus Rashford
Behielt beim Elfer die Nerven und schoss sein Team doch noch ins Viertelfinale der Champions League-Saison 2018/2019: Marcus Rashford / Julian Finney/Getty Images

Der Unterschied im Hinspiel lag in der Chancenverwertung

Drei Beispiele dafür, dass gegen PSG immer noch etwas gehen kann, egal wie das Hinspiel verlaufen ist. Zusätzlich sollte den Bayern Mut machen, selbst in ersatzgeschwächter Verfassung das Hinspiel über weite Strecken diktiert zu haben. "Nur" in puncto Chancenverwertung waren die Franzosen den Münchenern in der letzten Woche eindeutig überlegen.

Und wahrscheinlich werden auch die Altvorderen des Klubs, um Karl-Heinz Rummenigge oder Uli Hoeneß, dieser Tage nicht lockerlassen, ihre Schützlinge auf ein mögliches neues Wunder einzuschwören. Wie im Dezember 1988, als man gegen Inter Mailand ein 0:2 aus dem Hinspiel in München im San Siro noch aufholen konnte - und mit 3:1 in die nächste Runde einzog.

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