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BVB: So geht's für Meunier weiter

Jan Kupitz
Thomas Meunier erhält beim BVB eine neue Chance
Thomas Meunier erhält beim BVB eine neue Chance / Isosport/MB Media/Getty Images
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Man muss gar nicht lange drumherum reden: Die erste Saison von Thomas Meunier beim BVB war schlecht, enttäuschend und deutlich unter den Erwartungen. Doch bei der EM konnte sich der Belgier ein Stück rehabilitieren - daher will man es in Dortmund weiter mit ihm versuchen.


Des einen Leid ist des anderen Freud': Nach einer fast schon unterirdischen Saison bei Borussia Dortmund war Thomas Meunier bei der belgischen Nationalmannschaft für die EM nicht als Stammspieler eingeplant gewesen. Doch schon im ersten Gruppenspiel gegen Russland verletzte sich Timothy Castagne, der anstelle von Meunier auf der rechten Schiene zum Einsatz kam, schwer im Gesicht.

Die EM war für Castagne somit bereits nach einer halben Stunde vorzeitig beendet, der Dortmunder durfte sich dagegen über Spielzeit freuen. Und weil Meunier nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung auch prompt das 2:0 erzielte und später noch das 3:0 von Romelu Lukaku auflegte, war er plötzlich Stammspieler bei den Roten Teufeln.

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Meunier (hier mit Thorgan Hazard) wusste bei der EM zu überzeugen / HANNAH MCKAY/Getty Images

Auch in den folgenden Spielen zeigte der 29-Jährige ziemlich ansprechende Leistungen - mit dem fehleranfälligen und unsicheren Akteur, der in der vergangenen Saison im schwarz-gelben Dress unterwegs war, hatte dieser Meunier nicht viel gemeinsam. Viele BVB-Fans werden sich vor dem TV verwundert die Augen gerieben haben, dass der Rechtsverteidiger ja eigentlich doch ganz ordentlich kicken kann.

Und weil Meunier auf der EM-Bühne überzeugte, darf er sich auch bei Schwarz-Gelb unter Marco Rose noch einmal neu beweisen. Sportdirektor Michael Zorc erklärte gegenüber den Ruhr Nachrichten, dass man sich gemeinsam darauf geeinigt habe, "jetzt die Reset-Taste zu drücken. Er hat mir gut gefallen bei der EM. Er hatte gute Vorstöße über die Seite und hat gute Flanken geschlagen."

Zorc erwartet von Meunier "deutliche Leistungssteigerung"

Gleichzeitig habe er ihm "bei der Analyse der letzten Saison aber auch klar gemacht, dass wir in der neuen Saison eine deutliche Leistungssteigerung von ihm erwarten". Meunier hinterfrage "seine Leistungen sehr selbstkritisch" und sei "ein Super-Typ". Manchmal denke er nach Zorcs Meinung aber zu viel nach, was seinen Leistungen offenbar schade.

Ein neuer Rechtsverteidiger wird demnach wohl nicht mehr zum Team von Marco Rose stoßen, laut Ruhr Nachrichten schaue man sich auf dieser Position ohnehin "nur mit einem vorsichtigen Auge" um. Viel mehr agiert das Prinzip Hoffnung, dass Meunier aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und endlich seine Leistungen abliefert.

Dass das funktionieren kann, hat das Beispiel Mo Dahoud gezeigt, der nach einer schwierigen Anfangszeit nun endlich beim BVB angekommen zu sein scheint - allerdings dauerte es beim Mittelfeldspieler auch eine ganze Weile, bis er endlich sein Potenzial abrufen konnte. So viel Geduld wird Meunier - trotz einer guten EM - wohl nicht erwarten dürfen.

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