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Rose mit BVB-Saison "nicht zufrieden" - Platz zwei "reicht nicht mehr!"

Jan Kupitz
Marco Rose
Marco Rose / Alexander Scheuber/GettyImages
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Marco Rose ist mit seiner ersten Saison bei Borussia Dortmund "natürlich nicht zufrieden". Der BVB-Coach weiß um die riesige Erwartungshaltung im Pott - Platz zwei "reicht nicht mehr".


Realistisch betrachtet bleibt die Europa League der einzige Titel, den der BVB in dieser Saison holen kann. Doch auch der Gewinn dieser Trophäe wäre nur ein schwacher Trost dafür, dass man sich in einer sehr machbaren Champions-League-Gruppe blamiert hat.

"Suboptimal", nennt Marco Rose im Gespräch mit der Sport Bild die bisherige Saison des BVB. "Das würde es treffen, weil wir natürlich nicht zufrieden sind."

"Wir sind enttäuscht über das frühe Ausscheiden in der Champions League und im DFB-Pokal, weil wir ganz andere Ziele hatten", erläuterte der 45-Jährige. "In der Meisterschaft ist das, was wir an Punkten eingefahren haben (46 nach 21 Spielen; d. Red.), okay. Wir sind Zweiter, haben fünf Zähler Vorsprung auf den Dritten, haben gute Spiele gemacht und weniger gute. Die Leverkusen-Partie haben wir uns natürlich ganz anders vorgestellt."

Rose und sein Team sind sich bewusst, dass man "in Zukunft anders auftreten und einen anderen Fußball spielen" müsse - hierbei darf man nicht vergessen, dass Siege wie gegen Eintracht Frankfurt und die TSG Hoffenheim extrem glücklich zustande gekommen sind.

"Wir sind häufig noch zu inkonstant. Innerhalb eines Spiels, aber auch von Spiel zu Spiel", kritisierte Rose.

Marco Rose
Marco Rose / Lars Baron/GettyImages

"Die Erwartungshaltung ist hier über die Jahre hinweg unglaublich groß geworden", weiß der Ex-Gladbacher, "man spürt eine riesige Sehnsucht nach Titeln. Tabellenzweiter zu sein reicht nicht mehr. In den Pokal-Wettbewerben auszuscheiden – schlecht! Und manchmal reicht auch kein knapper Sieg. Dem müssen wir uns stellen und machen das auch."

Natürlich darf in dieser Thematik auch der Vergleich zur Ära von Jürgen Klopp nicht fehlen. Ganz vergleichen könne man die damalige Situation mit der heutigen nicht, versicherte Rose. Der 45-Jährige weiß aber auch, was das damalige Team ausgezeichnet hat - und was seiner Truppe noch fehlt: "Die Jungs sind gerannt ohne Ende. Du hattest Schmelle, Großkreutz, 'Manni' Bender und Unterschiedsspieler wie Götze, Lewandowski oder Kagawa. Du hast dich längst nicht nur über Zauberfußball, sondern auch über die Arbeitstiere definiert. Das ist etwas, wo wir auf Strecke wieder hinkommen wollen."

Rose: "Keine Frage der Einstellung"

Laut Rose fehlt es seinem Team aber nicht an der Einstellung - wie es ihm nach Niederlagen häufiger vorgeworfen wird. "Die physischen Werte, die während eines Spiels gesammelt werden, zeigen klar, dass es keine Frage der Einstellung ist", stellte der BVB-Coach klar. "Was uns mitunter noch fehlt, sind Kontinuität und das Selbstverständnis für unser eigenes Spiel. Wenn etwas einmal umgesetzt ist, musst du am nächsten Tag wieder rausgehen und es auch noch am dritten Tag und am vierten Tag umsetzen."

Wenn man einen Zweikampf verliere oder sich bei einem Tackling wehtue, dürfe man dem nächsten Duell mit seinem Gegenspieler dennoch nicht aus dem Weg gehen, belehrte Rose: "Ich muss wieder alles investieren, um diesen vielleicht entscheidenden Zweikampf zu gewinnen."

Rose sieht in dieser Frage einen Prozess, "der wird nicht morgen abgeschlossen sein. Entscheidend ist, dass ich immer auch die letzten zwei, drei Meter gehe. Stehen zu bleiben und Schattentanz zu machen reicht nicht. Das nutzt jeder Gegner mit großer Qualität sofort aus. Ich muss unangenehm sein und unangenehm bleiben!"

Langwierig sei dieser Prozess auch deshalb, weil der BVB sich in den letzten Jahren darüber definiert habe, "zu schieben, Bälle exakt in den Fuß gespielt zu bekommen und eine Partie zu kontrollieren. Wir möchten unser Spiel nun sukzessive auch wieder um kämpferische Elemente bereichern, dabei aber das Fußballspielen nicht vernachlässigen."

Wobei hier gesagt sein muss, dass das kämpferische Element unter Edin Terzic durchaus vorhanden war - unter Rose hingegen wieder ein Stück weit abhanden gekommen ist.


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