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BVB

Haalands Meckerattacken kosten ihn Sympathiepunkte

Jan Kupitz
Erling Haaland hadert zuletzt stark
Erling Haaland hadert zuletzt stark / Pool/Getty Images
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Durch den 2:0-Sieg gegen Union Berlin hält Borussia Dortmund die Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz am Leben, zudem feierte Jadon Sancho nach knapp zweimonatiger Verletzungspause ein vielversprechendes Comeback. Also alles gut beim BVB, sollte man meinen. Wenn da nicht die ständigen Meckerattacken von Erling Haaland wären.

Der Norweger ließ wie schon in den vergangenen Wochen auch gegen Union Berlin haufenweise Chancen liegen. Der junge BVB-Star schloss einmal mehr viel zu überhastet ab, wollte einfach nur mit Gewalt (statt mit Auge) ein Tor erzielen und vergab obendrein einen schwach geschossenen Elfmeter.

Doch hierbei soll es gar nicht darum gehen, dass Haaland das Tor nicht mehr so häufig trifft wie man es seit seiner Ankunft in Dortmund von ihm gewohnt war. Jeder Torjäger hat mal bessere und mal schwächere Phasen - erst recht im Alter von 20 Jahren. Nein, Haalands Chancenverwertung soll hier nicht thematisiert werden.

Viel mehr im Fokus steht seine Körpersprache, die - gelinde gesagt - stark ausbaufähig ist. Seit Wochen fällt auf, wie unzufrieden, wie genervt und bisweilen sogar missgelaunt der junge Norweger ist. Sobald ein Pass des Mitspielers nicht millimetergenau in seinen Fuß kommt, erteilt Haaland ihm eine Standpauke. Sobald ein Mitspieler den Ball verliert, geht Haalands Gemecker los. Häufig wirkt er wie ein bockiges Kind, das seinen Willen nicht bekommt.

Erling Haaland
Haaland ist nur selten zufrieden / Lars Baron/Getty Images

Bei allem Ehrgeiz, den Haaland glücklicherweise in sich trägt, und bei allen sportlichen Ambitionen, die er für sich und seine Karriere hat: Mit solch einem Verhalten hilft er niemandem weiter. Nicht, wenn es sich ständig gegen die eigenen Mitspieler richtet. Im Gegenteil.

Man will dem Norweger ja auch gar nicht seinen Einsatz absprechen, der stimmt weiterhin - egal, ob er das Tor trifft oder nicht. Aber Haaland sollte nicht vergessen, dass Fußball immer noch ein Mannschaftssport ist und es keinen Grund gibt, sich als großer Zampano aufzuspielen. Oder haben ihm seine Mitspieler in den vergangenen Wochen vorgeworfen, dass er seine vielen Chancen teilweise kläglich vergeben hat?

Also Erling: Reiß dich zusammen! Menschen machen Fehler, deine Mitspieler machen Fehler, du machst Fehler. Nur das ständige Meckern muss überhaupt nicht sein, denn das steht dir nicht sonderlich gut.

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