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BVB: Die Erkenntnisse aus dem Supercup

Jan Kupitz
Beim Supercup ging es ordentlich zur Sache
Beim Supercup ging es ordentlich zur Sache / Lars Baron/Getty Images
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Die Fans sahen am Dienstagabend einen sehr intensiven Supercup, in dem sich der BVB und der FC Bayern nichts schenkten. Die im Vorfeld von vielen Fans als besseres Freundschaftsspiel proklamierte Partie bot viele rassige Zweikämpfe und heiße Emotionen - ein Kick, der Lust auf mehr und vor allem auf ein spannendes Titelrennen macht.

Der BVB verlor letztlich zwar mit 1:3, kann dennoch optimistisch nach vorne blicken. "Wir hatten nicht das Gefühl, dass wir chancenlos waren - ganz im Gegenteil", betonte Marco Reus (via kicker) nach dem Abpfiff am Sky-Mikro.

Diese Dinge fielen aus BVB-Sicht auf:

1. Die Wucht im eigenen Stadion ist zurück

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Klein und Groß peitscht den BVB nach vorne / INA FASSBENDER/Getty Images

Der BVB war einer der Klubs, der am meisten unter den Geisterspielen litt. Im eigenen Stadion verkamen die Dortmunder zu einem Team, das nicht mehr gefürchtet wurde - weil die Gelbe Wand nicht da war. Die Konsequenz: In der Heimtabelle lag die Borussia am Ende nur auf Rang vier, gleich vier Heimspiele wurden verloren. Und das, obwohl der Signal Iduna Park doch immer das größte Faustpfand war!

Mit der Fan-Rückkehr hat sich das freilich wieder geändert, der Rasen im Stadion brennt endlich wieder. Obwohl gegen den FC Bayern "nur" 25.000 Fans im Stadion waren, sorgte die Kulisse für ordentlich Eindruck und peitschte den BVB nach vorn.

21/22 dürfen wir uns in Heimspielen endlich wieder auf einen giftigen und wuchtigen BVB freuen, der daheim keine leichtfertigen Punkte mehr verschenkt. Die Gegner müssen sich jeden Zähler hart erarbeiten, dafür werden die Zuschauer schon sorgen.

2. Schulz auf dem aufsteigenden Ast

Nico Schulz
Nico Schulz verrichtet einen ordentlichen Job / Frederic Scheidemann/Getty Images

Bei aller berechtigten Kritik, die sich Schulz seit seiner Ankunft beim BVB anhören musste: In den ersten drei Pflichtspielen hat sich der Linksverteidiger noch gar nichts zu schulden kommen lassen.

Auch gegen den FC Bayern verrichtete der 28-Jährige einen rundum soliden Job. Schulz hatte zwar keine großen Glanzmomente, wie sie ein Raphael Guerreiro regelmäßig hat - doch der Ex-Nationalspieler stand seinen Mann und hatte die hochkarätigen Offensivspieler meist gut im Griff.

In dieser Form reicht er als Backup definitiv aus, einen Marcel Halstenberg muss die Borussia nicht zwingend verpflichten. Voraussetzung: Schulz muss diesen Weg natürlich auch fortsetzen.

3. Neuer Rechtsverteidiger benötigt

Felix Passlack
Passlack stand am Dienstagabend total neben sich / Quality Sport Images/Getty Images

Ganz anders Schulz' Pendant auf der Gegenseite: Am vergangenen Wochenende hieß es noch "Passlack-Love", weil sich das Eigengewächs so sehr für seinen BVB reinhängt und sein Herz auf dem Rasen lässt - voller Stolz, die Farben der Borussia vertreten zu dürfen.

Gegen den FC Bayern leistete sich der Youngster allerdings etliche böse Ballverluste, die zu einigen gefährlichen Torchancen der Münchener führten. Passlacks rechte Seite stand phasenweise offen wie das berühmte Scheunentor - für das höchste Niveau reicht es beim 23-Jährigen einfach nicht.

Eventuell sollte man sich in der Führungsebene doch noch einmal Gedanken über einen neuen Rechtsverteidiger machen. Will man um Titel mitspielen, muss hinten rechts nachgelegt werden.

4. Moukoko & Malen brauchen noch Zeit

Youssoufa Moukoko, Leon Goretzka, Alphonso Davies
Moukoko gegen Davies und Goretzka / Lars Baron/Getty Images

Etwas überraschend durfte der junge Moukoko im Supercup an der Seite von Haaland auflaufen. Der 16-Jährige erzielte zwar ein Tor aus (klarer) Abseitsposition, wusste darüber hinaus - von cleveren Laufwegen abgesehen - aber nicht wirklich zu überzeugen. Der Teenager braucht noch Zeit, zumal er viele Monate ausgefallen war.

Auch Stareinkauf Malen, der nach rund einer Stunde für Moukoko ins Spiel gekommen war, fehlte die Bindung zu seinen neuen Teamkollegen. Dem Niederländer muss man ebenfalls noch ein paar Wochen Eigewöhnung zugestehen.

Für's erste wäre es am sinnvollsten, den bärenstarken Reus oder Hazard (sofern dieser rechtzeitig fit wird) vorne neben Haaland aufzubieten. Moukoko und Malen müssen erst in Schwung kommen, ehe sie eine valide Alternative für die Startelf darstellen.

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