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BVB: Fragwürdiger Umgang mit Bellinghams Kopfverletzung

Jan Kupitz
Jude Bellingham
Jude Bellingham / Sebastian Widmann/GettyImages
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Beim knappen 1:0-Sieg über den FSV Mainz stand Jude Bellingham über die vollen 90 Minuten auf dem Platz - soweit nichts Ungewöhnliches. Und doch erscheint es extrem unvernünftig, dass der BVB ihn nicht ausgewechselt hat.


Was war passiert? Eine Viertelstunde vor dem Ende der Partie waren Bellingham und der Mainzer Niklas Tauer mit den Köpfen zusammengestoßen und unmittelbar zu Boden gegangen. Tauer musste nach einer etwas längeren Behandlungspause ausgewechselt werden - und auch Bellingham taumelte nach dem Zusammenstoß spürbar.

Marco Rose rief bereits Reinier heran, um eine Auswechslung vorzunehmen. Doch Bellingham signalisierte, dass er auf dem Platz bleiben wollte.

"Er war in der Kabine mit dem Doktor, auf einmal stand er wieder neben mir", erklärte Rose (via dpa) im Nachgang. "Natürlich sind wir verantwortungsbewusst. Ich habe den Doc extra nochmal gefragt, ob alles gecheckt wurde. Wir haben gesagt, dass wir ein, zwei Minuten beobachten, wie er sich verhält."

Letztlich entschieden sich die Dortmunder gegen eine Auswechslung. Bellingham blieb bis zum Schlusspfiff auf dem Feld und feierte anschließend den knappen 1:0-Sieg, der sein Team auf vier Punkte an den FC Bayern heranbrachte. Alles nochmal gut gegangen, kann man hier sagen.

Doch gleichzeitig muss man kritisch hinterfragen, wann Kopfverletzungen auch im Fußball ENDLICH mal ernst genommen werden?

Ein Zusammenstoß der Köpfe ist keine Lappalie wie eine Prellung am Schienbein oder ein geschwollener Knöchel. Erst recht nicht, wenn die beteiligten Akteure danach deutlich erkennbar taumeln! Dass Rose ein bewundernswertes "Das ist halt Jude. Der kommt dann einfach zurück" raushaut, zeigt doch, wie unvernünftig in dieser Thematik immer noch gehandelt wird.

Nein, es ist nicht hart, mit einer Kopfverletzung weiterspielen. Und es zeugt auch nicht von "Mentalität", wie es in den sozialen Netzwerken (zum Glück nur teilweise) zu lesen war. Es zeugt von Dummheit, die Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Denn die sollte eigentlich mehr wert sein als drei Punkte.

Dementsprechend gibt es großes Unverständnis darüber, wie der BVB Bellingham durchspielen lassen konnte:


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