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Knapp bei Kasse: BVB kürzt erstmals seit Jahren den Etat

Lucien Favre, Michael Zorc
Auch für Trainer Favre (l.) und Sportchef Zorc (r.) dürfte die finanzielle Lage weniger schmackhaft sein | TF-Images/Getty Images

Die Corona-Krise trifft die Fußball-Bundesliga weiterhin hart. Die Spieler sämtlicher Klubs hatten während der letzten Wochen auf Teile ihres Gehalts verzichtet oder tun dies noch immer - so auch der BVB. Bei den Schwarz-Gelben kommt es nun gar zu einer seit Jahren nicht dagewesenen Causa: Erstmals seit langer Zeit startet man mit einem niedrigeren Spieleretat in die Folgesaison.

Nach Informationen der Sport Bild senken die Dortmunder die Personalkosten bei den Profis von knapp 150 Millionen Euro auf 140 Millionen Euro. Ein Unterschied, der dem aktuellen Vize-Meister die Bayern-Jagd auch in der kommenden Spielzeit weiter erschweren dürfte.

Der börsennotierte Klub erwirtschaftete in der kürzlich abgeschlossenen Spielzeit 2019/20 einen Fehlbetrag in Höhe von 45 Millionen Euro. Im vergangenen Geschäftsjahr freute man sich noch über ein Plus von 17,4 Millionen Euro. Grund dafür sind nicht nur die fehlenden Zuschauereinnahmen von rund vier Millionen Euro pro Partie, sondern vor allem die Reduzierung von TV- und Vermarktungsgeldern.

Sportchef Michael Zorc zum Sportmagazin: "Wir rechnen auch in der kommenden Saison mit geringeren Einnahmen in allen Bereichen. Deshalb müssen wir versuchen, unsere Ausgaben ebenfalls zu verkleinern – in den Bereichen, in denen das möglich ist."

Potenzielle Abgänge könnten Personalkosten senken

Dazu zählt vor allem die Gehaltsliste des Tabellenzweiten. Mit Mario Götze (zehn Millionen Euro Jahresgehalt) verlässt ein echter Großverdiener den Klub. Folgende Wechselkandidaten - neben den Leihspielern - könnten die Personalkosten laut Sport Bild weiter schmälern:

  1. Manuel Akanji (3 Mio. Euro jährlich)
  2. Nico Schulz (6 Mio. Euro jährlich)
  3. Thomas Delaney (5 Mio. Euro jährlich)
  4. Mahmoud Dahoud (4 Mio. Euro jährlich)

(geschätztes Gehalt via ran.de)

Das Eigenkapital des Ruhrpott-Klubs beläuft sich auf rund 355 Millionen Euro. "Wir könnten zwei bis drei Jahre so auskommen, hoffen aber natürlich, dass sich alles wieder normalisiert", so Hans-Joachim Watzke via Sport1. Aber: "Wenn man keinen Staat oder Multimillionär hinter sich hat, dann sollte man aktuell vorsichtig sein."