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Bei Haaland-Comeback: Arbeitssieg gegen Bielefeld - Noten und Einzelkritik für den BVB

Oscar Nolte
Der BVB müht sich gegen Bielefeld
Der BVB müht sich gegen Bielefeld / Christof Koepsel/GettyImages
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Der BVB fährt einen Arbeitssieg gegen Arminia Bielefeld ein. Mit einer Rumpfelf gelang der Borussia ein knapper 1:0-Sieg, der die Lücke zum FC Bayern verringert. Zudem konnte der BVB den Patzer von Bayer 04 Leverkusen gegen Köln optimal nutzen.

Tore:
1:0 Wolf (21.)


Personell auf dem Zahnfleisch gingen am Sonntagabend beide Mannschaften. Der BVB musste zahlreiche Stammspieler ersetzen, Cheftrainer Marco Rose musste vor allem in der Abwehr viel Bastelarbeit leisten. Es wurde schließlich eine Viererkette, bestehend aus Nico Schulz, Marin Pongracic, Emre Can und Felix Passlack.

Dem BVB merkte man den Qualitätsverlust deutlich an, der Matchplan von Marco Rose ging mit zwei offensiven Achtern (Bellingham und Wolf), die den Raum für die schnellen Spieler öffneten, aber gut auf. Fußballerisch sicher ausbaufähig, aber effizient - das man das beim BVB nochmal sagen darf.

Fußballerisch erste Sahne war dann aber der Dortmunder Führungstreffer. Jude Bellingham chippte den Ball aus 25 Metern Torentfernung clever auf den einlaufenden Hazard, der direkt in die Mitte auf Wolf ablegte; der Dortmunder Wirbelwind musste nur noch den Fuß hinhalten, um nach 21 Minuten auf 1:0 zu stellen.

Malen im Alu-Pech - Haaland und Reyna feiern Comebacks

Bielefeld machte seine Sache allerdings auch gut und setzte immer wieder halbwegs gefährliche Nadelstiche. Spätestens mit den Einwechslungen von Erling Haaland und Gio Reyna nach 60. Minuten ging der BVB schließlich endgültig auf das 2:0. Zuvor hatte Donny Malen zwei Mal Pech gehabt, als er nach starken Aktionen nur das Aluminium traf.

Doch auch mit den beiden Comeback-Offensiv-Stars machte der BVB den Sack nicht zu. So musste der BVB wieder einmal zittern, um den verdienten, aber denkbar knappen Arbeitssieg über die Zeit zu retten.

BVB siegt knapp gegen Bielefeld: Einzelkritik und Noten

1. Tor & Abwehr

Emre Can, Masaya Okugawa
Emre Can / Christof Koepsel/GettyImages

Gregor Kobel: Einige wenige Male geprüft, wusste jeder Bielefelder Halbchance aber sicher zu entschärfen. Wie gewohnt: lupenreiner Auftritt. 8/10

Nico Schulz: Ist fußballerisch auf diesem Niveau schlichtweg überfordert. Leistete sich dafür aber defensiv keine Patzer. 5/10

Marin Pongracic: Ruhiger, abgebrühter Auftritt der Wolfsburger Leihgabe. Einziges Manko: einige nachvollziehbare Absprache- und Kommunikationsfehler mit Emre Can. 7/10

Emre Can:
Teilweise defensiv und im Aufbauspiel stabil, teilweise dann aber auch wieder vogelwild. Nach einer guten Stunde massiv gelb-rot gefährdet und wie Pongracic einfach nicht eingespielt. 6/10

Felix Passlack (bis 85.):
Steht Passlack auf dem Rasen, gibt es nicht weniger als 110 Prozent. Immer wieder phänomenal, zu welchen Leistungen das Dortmunder Eigengewächs fähig ist. Pflückte die rechte Seite beim BVB ordentlich um und überzeugte mit grandioser Haltung. 7/10

2. Mittelfeld

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-BIELEFELD
Jude Bellingham / INA FASSBENDER/GettyImages

Axel Witsel: Durfte in Abwesenheit von Marco Reus und Mats Hummels den BVB als Kapitän anführen. Ließ defensiv etwas zu viel zu, bzw. zu viele Bielefelder ungeprüft laufen, schipperte ansonsten aber gewohnt ordnend und ballsicher durchs Mittelfeld. 6/10

Mo Dahoud: Viel Bewegung, wenig Ertrag. Zudem mit einigen Fehlern in der Entscheidungsfindung. Hatte schon bessere Auftritte in dieser Saison. 6/10

Jude Bellingham: Wurde auf die linke offensive Seite vorgezogen und spulte sein gewohntes Programm ab: Kilometer fressen im Dauer-Sprint, keinen Zweikampf meiden und mit dem Ball am Fuß die richtigen Entscheidungen treffen. Bereitete die Vorlage zur Führung fantastisch vor. 8/10

Marius Wolf (bis 70.): Interpretierte seine Rolle auf der rechten Offensiv-Seite sehr frei und zog immer wieder in die Mitte, um Platz für Passlack auf der Bahn zu machen. Arbeitete viel und öffnete viele Räume. Krönte seine Leistung mit dem Führungstreffer. 8/10

3. Sturm

FBL-GER-BUNDESLIGA-DORTMUND-BIELEFELD
Donyell Malen / INA FASSBENDER/GettyImages

Thorgan Hazard (bis 63.): Deutlich formverbessert! Einige gute Aktionen und schließlich die wunderbare Vorlage zum Führungstor. Verdient sich aktuell seinen Platz in der Startelf. 7/10

Donyell Malen (bis 63.): Was fehlt, sind die Tore. Die dürften in Zukunft, wenn die Dortmunder Offensiv-Last nicht mehr nur noch auf Malen liegt, en masse folgen. Hatte viele gute Aktionen gegen Bielefeld und traf zwei Mal nur das Aluminium. Arbeitete zudem viel ohne Ball. 8/10

4. Einwechselspieler

Erling Haaland, Andres Andrade
Erling Haaland / Christof Koepsel/GettyImages

Erling Haaland (ab 63.): Ist der vielleicht beste Neuner der Welt, wenn es um die Verarbeitung und Verlängerung langer Bälle geht. Kreierte durch eben so einen Ball die Großchance zur Entscheidung, bei der er erst den Raum öffnete und dann noch für Reyna vorlegte.

Gio Reyna (ab 63.): Brachte viel fußballerische Qualität auf den Rasen und hatte die Entscheidung in der 82. Minute auf dem Fuß; allerdings auch ein schwieriger Abschluss.

Julian Brandt (ab70.): Kam für den völlig ausgepumpten Wolf und half offensiv wie defensiv dabei, die knappe Führung ins Ziel zu bringen.

Lennard Maloney (85.):
ohne Bewertung.

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