Kaderumbau noch lange nicht abgeschlossen: Das sind die BVB-Baustellen

Martin Bytomski
Könnten den BVB noch verlassen: Emre Can (vorne), Julian Brandt (links) und Youssoufa Moukoko
Könnten den BVB noch verlassen: Emre Can (vorne), Julian Brandt (links) und Youssoufa Moukoko / Markus Gilliar/GettyImages
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Der Großumbau an der Seitenlinie bei Borussia Dortmund kam überraschend, wurde dann aber zügig vorangetrieben: Edin Terzic folgte auf Marco Rose. Doch im Dortmunder Kader sind die Personalplanungen noch lange nicht abgeschlossen - trotz der vielen bereits fixen Transfers. Deshalb blicken wir auf die Baustellen der Borussia: sowohl auf der Abgangs- als auch auf der Zugangsseite.


Abgänge

Rechnet man die bereits fixierten Zu- und Abgänge sowie Jungspunde wie Tom Rothe oder Abdoulaye Kamara zusammen, beträgt die Kadergröße stolze 33 Spieler. Klar ist, dass der eine oder andere hochbezahlte Profi den Verein verlassen darf. Nico Schulz, Emre Can, Thorgan Hazard oder Raphael Guerreiro könnten dem Vernehmen gehen. Das Quartett bietet angesichts der üppigen Gehaltskosten nicht den entsprechenden sportlichen Gegenwert. Doch bei einem Verkauf müssen gleich drei Partien zueinander finden: Abgebender Verein, aufnehmender Verein und der Profi. Entscheidend wird sein, ob die Spieler für eine bessere sportlichen Zukunft mit vermehrten Einsatzzeiten bei einem anderen Klub Gehaltseinbußen hinnehmen.

Etwas anders ist die Situation bei Julian Brandt gelagert: Ein erneuter Restart unter dem neuen alten Trainer Edin Terzic ist wahrscheinlich. Sollte allerdings ein gleichwohl für Spieler und Verein attraktives Angebot die Dortmunder Geschäftsstelle erreichen, könnte noch Bewegung in die Causa Brandt kommen.

Die Verpflichtungen von Niklas Süle und Nico Schlotterbeck dürfen wohl als Vorgriffe auf einen Abgang von Manuel Akanji verstanden werden. Wohin es den Schweizer zieht, ist derzeit unklar. Konkretes Interesse soll es (noch) nicht geben. Auch weil Akanji immer wieder Kniebeschwerden plagen. Die gehandelten Klubs wie Man United, Juventus oder auch Arsenal zeigen bisher noch kein gesteigertes Interesse an einem Transfer. Dennoch ist ein Verbleib des Innenverteidigers in Dortmund eher unwahrscheinlich.

Spannend ist außerdem die Personalie Youssoufa Moukoko. Der Vertrag des hochgehandelten Nachwuchsstürmers läuft in einem Jahr aus. Sollte er seinen Kontrakt nicht verlängern wollen, wäre jetzt letztmalig die Möglichkeit, eine Ablösesumme zu kassieren.

Zugänge

Es ist kein Geheimnis, sondern offiziell verkündet: Im Sturmzentrum soll noch ein klassischer Torjäger den Dortmunder Kader ergänzen. "Wir müssen auf der Neun eine Lösung finden. Wir sind dabei, Alternativen auszuloten, wir haben zwei, drei ganz gute Ideen", gab BVB-Boss Hans-Joachim Watzke kürzlich in einer Medienrunde zu Protokoll und fügte die simple und einleuchtende Losung an: "Oberste Priorität ist, dass er Tore schießt."

Heiß gehandelt werden aktuell Saša Kalajdžić und Sébastien Haller. Sowohl der Stuttgarter Kalajdžić als auch Ajax-Torjäger Haller sind Strafraumstürmer im klassischen Sinne und haben ihre Trefferqualitäten bereits nachgewiesen. Der Österreicher gilt wohl als Favorit - auch weil er etwas billiger zu haben wäre als Haller, für den Ajax rund 35 Millionen Euro Ablöse sehen möchte.

Doch nicht nur im Sturmzentrum könnte sich noch etwas tun: Abhängig von den bereits genannten Abgangs-Kandidaten wäre eine Verpflichtung von David Raum. Für den dynamischen Linksverteidiger mit einem Vertrag bis 2026 bei der TSG 1899 Hoffenheim wäre wohl das Aktivieren der Ausstiegsklausel in Höhe von kolportierten 30 Millionen Euro nötig. Das wäre selbst bei entsprechenden Verkäufen nur dann sinnvoll, wenn sich die Verantwortlichen um BVB-Kaderplaner Sebastian Kehl sicher wären, dass ein Raum-Transfer die Probleme auf der Linksverteidiger-Position auf Jahre beseitigen würde.

Zugänge der anderen Art sind zwei junge Angreifer: Giovanni Reyna hat in der vergangenen Saison wegen zwei gravierender Muskelverletzungen gerade einmal 13 Pflichtspiele bestritten und soll in der kommenden Saison wieder für kreative Impulse sorgen. Und mit Jamie Bynoe-Gittens rückt ein seit dem Sancho-Abgang sehnlich vermisster Tempodribbler zu den Profis auf, der das Flügelspiel der Borussia wiederbeleben soll.


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