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BVB-Boss Watzke als Kandidat für DFL-Aufsichtsratsvorsitz

Yannik Möller
Hans-Joachim Watzke scheint über die DFL-Spitze nachzudenken
Hans-Joachim Watzke scheint über die DFL-Spitze nachzudenken / Thomas Lohnes/Getty Images
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Sowohl beim DFB, als auch in der DFL stehen bald große personelle Veränderungen an. Dabei rückt vor allem Dortmunds Hans-Joachim Watzke in den Fokus. Unter bestimmten Bedingungen würde der BVB-Boss über einen Spitzenposten bei der DFL nachdenken.


Allerspätestens im nächsten Sommer wird sich Peter Peters von seinen Posten im DFL-Präsidium und als Aufsichtsratschef trennen. Diese Entscheidung hat er bereits getroffen, was auch mit einer möglichen Kandidatur als DFB-Präsident zusammenhängt. Welt-Infos zufolge hat er wichtige Liga-Funktionäre über diesen Rückzug bereits informiert.

Sollte er die Kandidatur antreten, wäre ein vorzeitiger Abtritt ebenfalls möglich. Diesen Schritt lässt er derzeit noch offen. Es wird gemutmaßt, der ehemalige Finanzvorstand von Schalke 04 wolle sich erst ein Stimmungsbild der Landesverbände machen. Mit Unterstützung eben jener würde er eher als Mann der Basis antreten, als lediglich aus der DFL-Spitze heraus.

Peter Peters
Peter Peters erwägt die Kandidatur zum DFB-Präsidenten / Handout/Getty Images

Früher oder später läuft es jedoch auf eine notwendige Nachfolge hinaus. Donata Hopfen folgt im Januar auf Christian Seifert und wird dadurch die neue Geschäftsführerin des Liga-Verbands - die Zukunft dieses Postens ist also geklärt.

Watzke könnte auf Peters folgen - jedoch unter Bedingungen und mit Problemen

Eine Option für den Aufsichtsrats-Vorsitz und das Präsidium - und damit für die Peters-Nachfolge - soll Hans-Joachim Watzke sein. Der Geschäftsführer des BVB hätte gegenüber anderen Kandidaten den Vorteil seiner Bekanntheit. So gut wie jeder Fußball-Fan in der Bundesliga kennt ihn. Dem Bericht von Bild und Welt nach wäre er wohl auch grundsätzlich bereit, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Eine Kampfabstimmung würde Watzke vermeiden wollen. Außerdem möchte er die Mehrheit der 36 Profivereine hinter sich wissen. Dann hätte er eine sehr ordentliche Grundlage für diese Aufgaben. Ebenfalls ein Wunsch des 62-Jährigen: insbesondere der FC Bayern soll als starker Mitstreiter an seiner Seite stehen. Das wäre mit Jan-Christian Dreesen im Präsidium momentan gegeben.

Zusätzlich soll ein weiterer Liga-Platz im DFB-Präsidium speziell an einen "Mittelstands-Verein" gehen. Das könnte etwa Eintracht Frankfurt oder Hertha BSC betreffen. Der SC Freiburg etwa würde mit dem geschätzten Oliver Leki im Gremium verbleiben.

Hans-Joachim Watzke
Hans-Joachim Watzke wäre ein Mann für die DFL-Spitze / VI-Images/Getty Images

Ein Kritikpunkt einiger kleiner Vereine: der BVB und der FCB sollen den Liga-Verband nicht zusammen anführen. Es wird befürchtet, dass die Interessen "der Kleinen" hinten rüber fallen könnten. Dann würde es nicht Watzke und Dreesen, sondern Watzke oder Dreesen heißen. Stattdessen soll ein Platz an einen Werks- oder Investorenverein gehen. Zum Beispiel an Bayer Leverkusen (mit Fernando Carro) oder RB Leipzig (mit Oliver Mintzlaff).

Für Watzke ist auch eine gewisse Distanz zum DFB ein Thema. Immerhin ist der Fußball-Bund immer wieder in Probleme verstrickt, die teils ein- und ausgehenden Steuerfahnder sind dafür ein gutes Beispiel. Eine klare Trennung zwischen DFL-Amt und DFB-Verantwortung ist aber durch die Satzung nicht einfach.

Zumal in wenigen Monaten große Veränderungen anstehen, die zusammen bewältigt werden müssen. Die Ausgliederung der DFB-Geschäftsbereiche um die Nationalelf, den Pokalwettbewerb sowie die 3. Liga (zum 1. Januar) ist ein solches Projekt.

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