Bundesliga

VAR-Boss gibt zu: "Können mit dem Verlauf dieser Saison nicht zufrieden sein"

Yannik Möller
Christian Dingert am VAR-Bildschirm
Christian Dingert am VAR-Bildschirm / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Im bisherigen Saisonverlauf gab es in der Bundesliga auffällig viele Schiedsrichter- und VAR-Fehler. Das hat nun Jochen Drees, Projektleiter des VAR-Konzepts im deutschen Profifußball, offen zugegeben.


Es wird nie ein Zustand erreicht sein, in dem Schiedsrichter-Entscheidungen aufgrund fehlender Fehler nicht mehr kritisiert werden. Schließlich sind es noch immer Menschen, die die Pfeife halten und mit einer subjektiver Wahrnehmung unter großem Druck entscheiden müssen.

Und trotzdem ist die im bisherigen Saisonverlauf deutlich lautere und häufigere Kritik an den Schiedsrichtern in Liga eins und zwei gerechtfertigt. Immerhin gab es in den letzten Wochen nahezu regelmäßig größere Fehlentscheidungen, teils trotz oder gar durch den VAR-Eingriff, die schlussendlich nicht zu erklären waren und dem Niveau der Liga nicht angemessen sind.

Dass die aktuelle Saison bislang kein Erfolgsfall ist, hat nun auch Jochen Drees zugegeben. Der ehemalige Schiedsrichter ist der Projektleiter des VAR beim DFB und somit maßgeblich für alles rund um den Videobeweis verantwortlich.

Drees gibt zu häufige Schiedsrichter-Fehler zu: "Können nicht zufrieden sein"

In der kicker-Sendung 'Was geht, Bundesliga?' erklärte er (via fussball.news): "Insgesamt können wir mit dem Verlauf in dieser Saison nicht zufrieden sein. Es sind viele Fehler passiert, die wir in den letzten Jahren nicht hatten."

Allerdings sei auch eine zu hohe Erwartungshaltung ein größeres Problem. Das technische Hilfsmittel ist und bleibt nun einmal keine Allzweckwaffe.

Fans könnten nicht davon ausgehen, dass es durch den VAR-Einsatz keinerlei Fehler mehr gebe. "Wir haben keinerlei Schwierigkeiten mehr, wenn es um faktische Situationen geht", lobte Drees etwa die Entwicklung rund um sehr knappe Abseitsentscheidungen.

Derartige Situationen, in denen es nur schwarz oder weiß - oder eben Abseits versus kein Abseits - gibt, könnten mittlerweile problemlos überprüft und entsprechend korrekt gehandhabt werden. Mit dem Eingreifen der Schiedsrichter vor den Bildschirmen, die etwa Handelfmeter oder Foulspiele bewerten müsse, gehe der Aspekt der eigenen Interpretation einher. Das erhöht den Spielraum für Fehler.

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Drees ist für das VAR-Konzept verantwortlich / INA FASSBENDER/GettyImages

Insgesamt, so Drees weiter, muss es das Ziel des DFB sein, die Quote der richtigen Eingriffe und Entscheidungen weiter zu erhöhen.

Angesichts weiterer Veränderungen schloss er etwa die Einführung eines sogenannten Challenge-Systems nicht aus, bei dem Mannschaften bestimmte Situationen überprüfen lassen könnten. Eine derartige Entwicklung sei "durchaus denkbar". Drees hatte mit dem Verweis auf die FIFA-Regularien aber auch Einwände: "Da können wir als Deutsche nicht sagen, wir machen das jetzt einfach mal."


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