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Bundesliga

Bundesliga-Saison 2021/22: 10 Spieler, die sich beweisen wollen und müssen

Christian Gaul
Leroy Sané und Serge Gnabry können eine Schippe drauflegen
Leroy Sané und Serge Gnabry können eine Schippe drauflegen / Adam Pretty/Getty Images
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Vor der anstehenden Bundesliga-Saison werfen wir einen Blick auf zehn Profis, die in der abgelaufenen Spielzeit den Erwartungen zumeist hinterher liefen. Dabei können sich die meisten unserer Kandidaten nun unter einem neuen Trainer beweisen.


Aufgrund der Pandemie und der Verschiebung der EURO 2020 war die letzte Saison ein Kraftakt, der auch an etablierten Spielern nicht spurlos vorbei ging. Dennoch galten die Voraussetzungen für alle Profis gleichermaßen und zudem hatten die genannten Akteure in der Vergangenheit schon gezeigt, dass sie zu besseren Leistungen fähig sind.

Bis auf wenige Ausnahmen legte keiner der genannten Spieler eine objektiv schlechte Saison auf das Parkett, doch ist bei allen viel Luft nach oben vorhanden.

10. Niklas Süle

Niklas Suele
Niklas Süle will es Nagelsmann beweisen / Boris Streubel/Getty Images

Der 25-Jährige sollte mittlerweile der Abwehrchef der Nationalmannschaft sein, doch stattdessen wurde er bei der EURO 2020 zum Reservisten degradiert.

In der abgelaufenen Saison kam er auch aufgrund verschiedener Blessuren nie so richtig in Fahrt. Nur 20 Einsätze in der Liga, nur 16 davon in der Startelf - Niklas Süle will beim FC Bayern in der kommenden Saison unter seinem neuen (alten) Coach Julian Nagelsmann wieder zu alter Stärke finden.

Beide kennen sich bereits aus ihrer gemeinsamen Zeit in Hoffenheim, wo Süle in 47 Partien unter Nagelsmann zum Einsatz kam. Die Chancen stehen also gut, dass die "filigrane Maschine" wieder ordentlich geölt abliefern wird.

9. Thorgan Hazard

Thorgan Hazard
Thorgan Hazard könnte eine Lücke füllen / Quality Sport Images/Getty Images

Der Belgier sammelte bei der EURO 2020 als Stammspieler viel Selbstvertrauen - was er nach einer bescheidenen Saison beim BVB auch bitter nötig hatte.

Thorgan Hazard fehlte lange wegen einer Muskelverletzung, konnte sich aber auch danach nicht wirklich fest spielen. Insgesamt kam der 28-Jährige auf 28 Pflichtspiel-Einsätze, nur vier Tore sprangen dabei heraus.

Durch den Abgang von Konkurrent Jadon Sancho und die Übernahme von Trainer Marco Rose bieten sich für den Angreifer gleich mehrere Lichtblicke - Hazard muss sie nur endlich zu nutzen wissen.

8. Alphonso Davies

Alphonso Davies
Alphonso Davies fiel in ein Loch / Alexander Hassenstein/Getty Images

Nach dem Triple-Gewinn der Saison 2019/20, an dem der Kanadier sehr stark beteiligt war, tauchte Alphonso Davies ganz tief ab.

In der abgelaufenen Spielzeit wechselte er von der Startelf auf die Bank und wieder zurück. Wenig war von der bekannten Spritzigkeit und Frische des Linksaußen zu sehen.

Nun wollte Davies wieder glänzen, doch startet er in die kommende Saison mit einer Knöchelverletzung, die er sich beim Gold Cup zuzog - bitter.

7. Joshua Guilavogui

Josuha Guilavogui
Josuha Guilavogui will endlich wieder spielen / Ronny Hartmann/Getty Images

Der 30-Jährige hat eine absolute Horror-Saison hinter sich. Nach einem Zerwürfnis mit Ex-Trainer Oliver Glasner wurde der eigentliche Anführer des VfL Wolfsburg zum Zuschauen verdonnert.

Nur siebenmal stand er in der Liga in der Startelf, fünfmal saß er die kompletten 90 Minuten auf der Bank, dreimal reichte es gar nicht für den Kader.

Mit der Ankunft von Mark van Bommel wird auch Guilavogui wieder neuen Mut schöpfen und zeigen wollen, dass Glasner trotz der erfolgreichen Saison Unrecht hatte.

6. Serge Gnabry

Serge Gnabry
Serge Gnabry kann mehr - weiß er selber / Lars Baron/Getty Images

18 Torbeteiligungen in 38 Partien der Saison 2020/21 - wieso findet sich Serge Gnabry in dieser Liste wieder?

Zum einen muss Gnabry mittlerweile diese Zahlen als zu niedrig für die eigene Klasse empfinden. Zum anderen zeigte der 26-Jährige in der Spielzeit 2019/20, dass er es wesentlich besser kann.

Damals lieferte er 23 Tore und 14 Assists in 46 Einsätzen ab. In diese Regionen sollte der Angreifer wieder vorstoßen können. Julian Nagelsmann kennt sich ja bestens aus, wo man einen quirligen deutschen Nationalspieler, der irgendwo zwischen Flügel und Strafraum seine Kernkompetenz vermutet, auf dem Feld positioniert.

5. Alassane Plea

Alassane Plea
Alassane Plea sucht seinen Abschluss / Frederic Scheidemann/Getty Images

Wie die gesamte Mannschaft der Borussia konnte auch Alassane Plea das erste Jahr unter Marco Rose nicht bestätigen.

Sammelte der Franzose in der Spielzeit 2019/20 noch zehn Tore und zehn Vorlagen in 27 Liga-Partien, so konnte der Stürmer in der abgelaufenen Saison den Ball nur sechsmal selbst netzen und einmal auflegen - bei drei Spielen mehr.

Sollte Plea in Gladbach bleiben, hat er mit Adi Hütter einen neuen Trainer an der Seite, der bekanntlich ein gutes Händchen für Angreifer mit Ladehemmung hat.

4. Suat Serdar

Suat Serdar
Suat Serdar will die Vergangenheit ruhen lassen / Matthias Kern/Getty Images

Nach drei Jahren beim FC Schalke 04 beendete Suat Serdar sein Bekenntnis zu Königsblau, da der Klub in die Zweitklassigkeit abrutschte, statt um Titel mitzuspielen.

Ähnliches könnte dem 24-Jährigen nun auch in der Hauptstadt drohen, denn die Hertha zeigte sich bislang eher ratlos, wie man die Windhorst-Millionen in europäische Startplätze verwandelt.

Serdar will auf jeden Fall keinen Zusammenhang erkennen lassen, zwischen seiner Tätigkeit bei einem ambitionierten Klub und dessen Kampf gegen den Abstieg. Schon allein deshalb wird er in der kommenden Saison Vollgas geben.

3. Kerem Demirbay

Kerem Demirbay
Kerem Demirbay ließ viele Fragen offen / Mika Volkmann/Getty Images

Eigentlich sollte Kerem Demirbay der absolute Chef im Mittelfeld von Bayer Leverkusen werden. Doch in der abgelaufenen Saison präsentierte sich der 28-Jährige eher als Zuarbeiter.

Kaum Konstanz in seinem Spiel, immer wieder aus- oder eingewechselt - auch Demirbay wird seine Hoffnungen in den neuen Trainer Gerardo Seoane setzen.

Ein Mann mit seiner Erfahrung und seiner Klasse muss einfach eine führende Rolle einnehmen können und wollen.

2. Julian Brandt

Julian Brandt
Julian Brandt will sich wieder fangen / Frederic Scheidemann/Getty Images

Als Julian Brandt im Sommer 2019 von Leverkusen zum BVB wechselte, sollte es der übliche "nächste Schritt" sein.

Doch spätestens in der abgelaufenen Saison gab der 25-Jährige eher den Teilzeit-Arbeiter, als dass er eine Führungsrolle übernehmen konnte.

In 14 seine 31 Liga-Auftritte kam er von der Bank - viel zu wenig für einen Spieler seines Vermögens. Mit Marco Rose kommt zwar ein Fan von ihm neu nach Dortmund, doch fraglich ist, ob Brandt selbst überhaupt bleiben wird.

1. Leroy Sané

Leroy Sane
Leroy Sane - ein Schatten seiner selbst / Alexander Hassenstein/Getty Images

Als Leroy Sané im Sommer 2020 aus Manchester kam, erzitterte die Liga. Wer sollte diesem Star-Angriff des FC Bayern etwas entgegensetzen können?

Doch - wie auch Gnabry - brachte Sané nur wenige Gegner in Bedrängnis. Irgendwie gehemmt, irgendwie lustlos, irgendwie beliebig. Die Auftritte des 25-Jährigen hatten so gar nichts mit seinen Highlights unter Pep Guardiola zu tun.

Schafft der Edel-Techniker es in der kommenden Saison endlich wieder befreit aufzuspielen, dann wird er auch glänzen können. Die offensichtliche Blockade im Kopf könnte ein kleines Gespräch mit Julian Nagelsmann zur Folge haben.

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