FC Schalke 04

Ein exemplarischer Spieltag für die Schalke-Probleme

Yannik Möller
(Nahezu) wöchentlich grüßt das Murmeltier: Enttäuschte Schalker nach Abpfiff
(Nahezu) wöchentlich grüßt das Murmeltier: Enttäuschte Schalker nach Abpfiff / Pool/Getty Images
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Der vergangene Spieltag war ein schlechter für Schalke. Selbst kassierte man eine weitere deutliche und verdiente Niederlage, während direkte Konkurrenten dreifach punkteten. Dieses Wochenende hat nochmals verdeutlicht, warum derzeit nichts außer der rein rechnerische Aspekt noch für eine Rettung samt Klassenerhalt spricht.

Wer als abgeschlagener Tabellenletzter mitsamt desaströser Tor- und Gegentor-Bilanz auf einen Gegner wie RB Leipzig trifft, der hofft im hintersten Winkel des Bewusstseins auf einen wundersamen Sieg. Der Rest des Verstandes erhofft sich eine möglichst harmlose Niederlage, um sie besser verkraften zu können. Eine Situation, die mal wieder sehr passend für Schalke 04 war.

Wer, außer die unbelehrbaren Optimisten und den betenden Anhängern, hatte an einen Sieg im heimischen Stadion gegen die Mannschaft von Julian Nagelsmann geglaubt? So gut wie keiner. Über das Spiel an sich gibt es im Nachhinein gar nicht so viel zu erzählen: Leipzig war in sämtlichen Belangen besser und hatte Lust, durch guten wie schnellen Offensivfußball Tore zu erzielen. Die Knappen verteidigten bis zum 0:1-Gegentreffer ordentlich - mehr aber auch nicht. Mit dem Ball konnte man rein gar nichts erreichen, die 0:3-Niederlage war am Ende ebenso wenig überraschend wie klar verdient für die Gäste aus Sachsen.

Die jubelnden Gegner im Hintergrund: Schalke erneut ohne jede Chance auf Erfolg
Die jubelnden Gegner im Hintergrund: Schalke erneut ohne jede Chance auf Erfolg / LEON KUEGELER/Getty Images

Spieltag als perfektes Beispiel: Schalke verliert die Konkurrenz aus den Augen

Nicht allzu schlimm, möchte man an dieser Stelle sagen. Immerhin ist der Tabellenzweite der Bundesliga nicht unbedingt ein Gegner, gegen den Schalke derzeit mit Selbstvertrauen auftreten kann, um drei Punkte mitzunehmen. Somit ein weiterer verlorener Spieltag für den Klub, der mit dem Rücken zur Wand steht. Allerdings war dieser Spieltag im doppelten Sinne verloren. Mainz 05 und der 1. FC Köln bewiesen mit ihren Siegen gegen Union Berlin und Borussia Mönchengladbach nämlich, dass man auch gegen Favoriten punkten und gar gewinnen kann.

So zeigte sich die ganze Misere exemplarisch an diesem Wochenende. Die direkten Konkurrenten von Königsblau, die man am Ende der Saison noch unbedingt hinter sich lassen möchte und muss, damit man selbst zumindest den Relegationsplatz erreicht, holen sich ihre Zähler auch hin und wieder, wenn sie nicht selbst gegen andere direkte Konkurrenten spielen. Köln hat beispielsweise auch schon gegen den BVB gewonnen, gegen Leipzig und den VfL Wolfsburg ein Unentschieden erkämpft. Mainz zusätzlich ein Remis gegen die Dortmunder, dazu einen Sieg gegen Leipzig.

Kölner Freude über den überraschenden Derby-Sieg gegen Gladbach - wichtige Punkte im Abstiegskampf
Kölner Freude über den überraschenden Derby-Sieg gegen Gladbach - wichtige Punkte im Abstiegskampf / Pool/Getty Images

Im Abstiegskampf gibt es zwei grundlegende Punkte, die ganz besonders für den S04 gelten sollten: Als erstes musst du zwingend möglichst viele der Duelle gegen die Nachbarn in deiner Tabellenregion gewinnen. Verlieren darf man sie eigentlich gar nicht, um nicht einem anderen Klub einen großen Vorteil zu bieten. Als zweites müssen hin und wieder auch Punkte aus Partien her, in denen man es nicht erwartet hätte.

Während vor allem Mainz und Köln immer mal wieder zeigen, wie diese beiden Aspekte umzusetzen sind und auch Arminia Bielefeld schon fünf Siege hat erreichen können, scheitert es auf Schalke schon am der ersten, grundsätzlichen Voraussetzung: Die Punkte gegen die direkten Konkurrenten fehlen. Ein einziger Sieg, gegen die unsicher stehende TSG Hoffenheim - sonst nichts. Das höchste der Gefühle waren noch die Remis gegen den FC Augsburg und Mainz.

Für den noch möglichen Klassenerhalt braucht Blau-Weiß längst eine Rückrunde als solche, die das Team auf einen Europa-League-Platz bringen würde. Woche für Woche wird dieses Szenario, diese potenziell noch mögliche Rettung immer komplizierter und aussichtsloser, die Fans immer enttäuschter. Zum einen, weil Schalke die eigenen Punkte nicht holt und zum anderen, weil die Konkurrenten, an deren Scheitern man sich eigentlich hochziehen müsste, dies schaffen. Weshalb es eigentlich nur noch rechnerisch möglich ist, dass man sich rettet, hat sich an diesem Spieltag erneut gezeigt - Leipzig hin oder her, es ist ein passendes Beispiel.

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