Bundesliga

Watzke: Dortmund prüft rechtliche Schritte für Fan-Rückkehr

Yannik Möller
Hans-Joachim Watzke
Hans-Joachim Watzke / Lars Baron/GettyImages
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Die fehlenden Lockerungsperspektiven der neuen Corona-Beschlüsse sorgen bei Hans-Joachim Watzke für eine Menge Unverständnis. Der BVB-Boss kritisiert die fehlende Logik hinter den Zuschauer-Einschränkungen. Der Verein werde entsprechend rechtliche Schritte prüfen lassen.


Bundeskanzler Olaf Scholz möchte bezüglich der zurzeit geltenden Corona-Einschränkungen den "Kurs halten". Diese Überschrift zur gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz trifft natürlich auch den Profi-Fußball, der dadurch ebenso wenig Lockerungen erfährt.

Hans-Joachim Watzke fehlt dafür jegliches Verständnis. Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund hätte sich zwar keine Bevorzugung, aber eine klare Perspektive gespickt mit Logik gewünscht. "Die Mehrheit der Deutschen ist geimpft. Seit Monaten gibt es ausreichend Impfangebote für jeden einzelnen Bürger in diesem Land. Inzwischen wissen wir auch deutlich mehr über Omikron. Trotzdem lassen wir in Innenräumen teilweise fast 90 Prozent Kapazität zu und in Freiluftstadien nur 750 Menschen", monierte er gegenüber der dpa (via kicker).

Was Watzke meint: Bei Veranstaltungen in der Hamburger Elbphilharmonie oder auch bei Indoor-Events in Nordrhein-Westfalen sind zuletzt nicht nur prozentual, sondern auch insgesamt mehr Zuschauer zugelassen gewesen, als an der Luft beim Profi-Fußball. Daher seine deutliche Kritik.

Fußball als "Opfer von Symbolpolitik": Watzke kündigt rechtliche Schritte an

"Unter freiem Himmel werden die Leute ausgesperrt. Das ist nicht verhältnismäßig, das ist auch keine Wissenschaft, das versteht kein Mensch mehr", kritisierte der 62-Jährige. Was einerseits die eigentlich zu erklärenden Einschränkungen an sich betrifft, ist für die Vereine andererseits auch ein teils deutlicher finanzieller Einschnitt.

Watzke weiter: "Es wurde immer geklagt, der Fußball bekomme in Deutschland Sonderrechte. Das Gegenteil ist gerade der Fall. Der Fußball wird zum Opfer von Symbolpolitik. Es ist bitter, dass die Mehrheit der MPK-Teilnehmer nach zwei Jahren nur an Verbote denkt und nicht auch an ein Mindestmaß an Möglichkeiten und logischen Entscheidungen."

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Die BVB-Fans beim Sieg gegen Freiburg / INA FASSBENDER/GettyImages

Als Resultat, so kündigte es der BVB-Boss zudem an, werde man sich als Verein die neue Corona-Verordnung NRWs ganz genau ansehen. So werde man "prüfen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen". Damit betonte er eindeutig den vorherrschenden Gedanken, die anhaltenden Einschränkungen rechtlich prüfen zu lassen.

Gestern zeigten sich die MPK-Teilnehmer gewillt, eine einheitliche Lösung für derartige Großveranstaltungen zu finden. Das heißt aber nicht, dass eine solche Lösung auch zeitnah kommen wird. Ob sie überhaupt kommen wird und dann auch zufriedenstellend ausfällt, ist eine weitere Frage.


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