FC Chelsea

Britische Regierung will Erlös von Chelsea-Verkauf in die Ukraine schicken

Yannik Möller
FC Chelsea
FC Chelsea / Ryan Pierse/GettyImages
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Die Übernahme des FC Chelsea soll im Mai über die Bühne gehen. Die britische Regierung plant, einen Großteil der Einnahmen von etwa drei Milliarden Pfund für die Ukraine zur Verfügung zu stellen.


Noch in diesem Monat soll die Übernahme von Chelsea über die Bühne gehen. Der Ausgangspunkt war der seitens Roman Abramowitsch angekündigte und nun bald vollzogene Verkauf des Vereins, nachdem er in Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine aufgrund seiner Beziehungen zu Wladimir Putin sanktioniert wurde.

Aktuell gilt ein Konsortium, angeführt von Todd Boehly, dem Co-Eigentümer des 'Los Angeles Dodgers Baseball'-Franchises, als Favorit auf die Zusage.

Johnson plant mit Chelsea-Einnahmen für weitere Ukraine-Hilfe

Zudem wird davon ausgegangen, dass drei Milliarden Pfund als Zahlung fällig werden. Umgerechnet entspricht das etwa 3,5 Milliarden Euro. Aber: Die britische Regierung, darunter auch Premierminister Boris Johnson selbst, möchte dieses Geld primär für Kriegsopfer in und aus der Ukraine nutzen (via The Times).

Johnson sei nicht mit der Vorstellung einverstanden, das viele Geld auf einem eingefrorenen Konto - dem von Abramowitsch - liegen zu lassen, heißt es. Stattdessen soll es einer Stiftung zugutekommen, die es als Hilfsorganisation für die zahlreichen Opfer des russischen Angriffes nutzt.

Das passt zumindest zur Aussage des Oligarchen vom März, in der er einen ähnlichen Gedanken geäußert hatte - womit er sich in Russland selbstredend wenig Freunde gemacht hat.

Boris Johnson
Premier Johnson möchte sich auch für den Amateur-Fußball einsetzen / WPA Pool/GettyImages

Allerdings werden Schwierigkeiten erwartet, eine so große Geldmenge effizient und zeitnah für eine Stiftung zur Verfügung zu stellen. Schlussendlich müsste Abramowitsch auch zustimmen. Er zeigte sich vor einigen Wochen zwar grundsätzlich bereit für ein solches Vorhaben, doch könnte der Vollzug dessen noch ein anderes Thema sein. Zumal die Frage auf dem Tisch liegt, ob er die Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Pfund seitens des Klubs ihm gegenüber tatsächlich in einem Schuldenerlass vergessen macht.

Auch gibt es Stimmen in England, die einen Teil der drei Milliarden Pfund als Investition in die Fußball-Basis stecken würden. David Dein beispielsweise, ehemaliger Mit-Eigentümer des FC Arsenal, sprach sich für 750 Millionen Pfund aus, die als Zeichen für bessere Plätze, Ausrüstungen und Ausbildungen im Kinder- und Amateur-Bereich genutzt werden könnten. Natürlich mit dem Fokus auf die Hilfe für die Ukraine.


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