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Borussia Mönchengladbach

Embolo bald weg? Plea außer Form - Benötigt Gladbach einen neuen Knipser?

Nikolas Pfannenmüller
 Alassane Plea (links) klatscht mit Breel Embolo (rechts) ab.
Alassane Plea (links) klatscht mit Breel Embolo (rechts) ab. / WOLFGANG RATTAY/GettyImages
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Borussia Mönchengladbach kann mit dem Kalenderjahr 2021 keinesfalls zufrieden sein. Gelegentliche Glanzlichter wechselten sich mit bitteren Pleiten ab. Auch die Inkonstanz der Angreifer trug zum Wechselbad der Gefühle bei. Mittelstürmer Alassane Plea läuft seiner Form ebenso wie Lars Stindl hinterher. Außerdem zieht es Breel Embolo womöglich bald auf die Insel.
Braucht es schon diesen Januar einen neuen Stürmer?


Die Ansprüche von Borussia Mönchengladbach sind garantiert andere als Platz 14 nach der Hinrunde. Nur zwei Zähler trennen die Fohlen von einem Abstiegsplatz. Wenngleich niemand im Umfeld des Traditionsklubs über einen drohenden Abstiegskampf in der Rückrunde spricht, gilt es die Lage ernst zu nehmen.

Nicht nur die Defensive bereitete im vergangenen Jahr Kopfzerbrechen, auch die Offensive hinkte den Erwartungen hinterher. Nur 22 Tore hat die Borussia in den bisherigen 17 Bundesligaspielen erzielt.

Was Torschüsse angeht, liegt die Borussia trotzdem auf Platz zwei in der Bundesliga. Nur der FC Bayern München hat mit 340 Torschüssen mehr als die Gladbacher (261). Problem ist einerseits, dass man sich zu wenige hochkarätige Tormöglichkeiten herausspielt, aber andererseits auch die mangelnde Effizienz.

Alle Gladbacher Stürmer trafen zusammen genauso oft wie Hofmann

Der beste Gladbacher Torschütze ist mit Jonas Hofmann ein Mittelfeldspieler, die Stürmer haben anders als der deutsche Nationalspieler ihre unbestreitbare Qualität in der bisherigen Saison nicht gezeigt.

Allen voran müssen sich Alassane Plea, Breel Embolo und Lars Stindl Kritik gefallen lassen. Das Trio kommt zusammen auf sieben Bundesligatore - genauso viele wie Hofmann geschossen hat. Plea war mit drei Toren noch der Beste. Stindl erzielte seine beiden Treffer am 4. Spieltag gegen Bielefeld. Embolo kam auf die gleiche Ausbeute wie Stindl.

Plea, Embolo und Stindl haben eigentlich das Potential

Dass das Trio weiß, wo das Tor steht, hat es in den vergangenen Jahren bewiesen. Embolo erzielte 2019/2020 acht Tore in der Bundesliga und gab ebenso viele Vorlagen. Plea traf 2018/2019 in seiner Premierensaison in Deutschland zwölf Mal. Noch in der vergangenen Spielzeit durfte Stindl 14 Tore bejubeln.

Vom reinen Potential her sollten Gladbachs Stürmer imstande dazu sein, den Schalter umzulegen und den Klub mit ihren Toren wieder auf die Siegesstraße zu bringen. Zweifelhaft ist nur, ob das allen Genannten gelingt oder ob die Leistungen der Hinrunde nicht vielleicht doch das neue Normal ist.

Was gegen Plea, Embolo und Stindl spricht

Fragezeichen bringt jeder Gladbacher Angreifer mit: Stindl befindet sich mit seinen 33 Jahren im Spätherbst der Karriere, der 24-jährige Embolo war in den vergangenen Jahren immer wieder schwankend in seinen Leistungen. Und Plea ist mit 28 Jahren im besten Fußballeralter - aber weit entfernt von seiner Topform.

Premier-League-Klubs buhlen um Embolo

Darüber hinaus sollen nach Informationen der britischen Boulevardzeitung The Sunday People mit West Ham United und Brighton & Hive Albion zwei Premier-League-Klubs Interesse an Embolo haben. West Ham will den Schweizer Nationalspieler anscheinend bereits im Winter unter Vertrag nehmen. Bei der Borussia hat Embolo allerdings noch einen Vertrag bis 2023.

Aufgrund dieser Gesamtsituation sollten die Gladbacher Verantwortlichen nachdenken, ob nicht die Verpflichtung eines neuen Stürmers Sinn machen würde.

Wintertransfers sind nicht ausgeschlossen

Da auf dem Wintertransfermarkt nie so viele Optionen zur Verfügung stehen wie im Wechselfenster im Sommer und weil Gladbach während der Corona-Pandemie finanzielle Einbußen gemacht hat, ist der Handlungsspielraum auf der anderen Seite jedoch begrenzt. Die Kaderplaner müssen geschickt vorgehen und der Konkurrenz einen Schritt voraus sein, sofern sie Transfers in Erwägung ziehen.

"Sicherlich müssen wir den Kader mal durchforsten und schauen, was wir im Winter machen", sagte Trainer Adi Hütter schon auf der Pressekonferenz nach der 2:3-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt am 15. Dezember.

Hütter ging aber nicht darauf ein, ob es Gedankenspiele gibt, einen Neuzugang für den Angriff zu holen. Viel hängt ganz offensichtlich von möglichen Winter-Verkäufen ab. Erst dann könnte wohl realistisch die Suche nach einem Stürmer forciert werden, der in der Lage wäre, die Sturmprobleme auf Anhieb zu lösen.


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