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Borussia Dortmund schlägt Hertha aber verliert Kapitän Reus | Spielbericht und Reaktionen

Christopher Kleis
Borussia Dortmund hat gegen Hertha BSC Berlin die gute Form der letzten Wochen bestätigt.
Borussia Dortmund hat gegen Hertha BSC Berlin die gute Form der letzten Wochen bestätigt. / Pool/Getty Images
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Borussia Dortmund besiegt Hertha BSC Berlin in einer unaufgeregt geführten Partie. Julian Brandt und Youssoufa Moukoko avancieren zu den Matchwinnern des Abends. Durch den Sieg rückt der BVB auf Tabellenplatz fünf vor. Hertha BSC bleibt auf dem 15. Platz stehen und muss hoffen, am Sonntag nicht überholt zu werden.

Tore: 1:0 Brandt (54.), 2:0 Moukoko (90.+1.)

Dortmund mit Offensivdrang - Hertha steht tief und lauert

Zu Beginn der Partie hatte der BVB die Angelegenheit sicher im Griff. Wie so oft in den letzten Wochen sah sich die Borussia einem extrem tief stehenden Gegner gegenüber, der auf seine Konter lauerte. Trotz der Überlegenheit der Dortmunder und des Abwartens der Hertha bot sich dem Zuschauer eine unterhaltsame Paarung. Vor allem in den ersten zwanzig Minuten schwankte das Spiel hin und her. Es fehlte die Genauigkeit im Abschluss, aber beide Mannschaften waren darum bemüht, den Führungstreffer zu erzielen.

Das erste richtige Highlight lieferte BVB-Kapitän Marco Reus, der mit einem klasse geschossenen Freistoß aus rund 20 Metern halbrechter Position die Latte streifte. Es war die erste richtige Tor-Annäherung der Hausherren. Vor allem über die Flügel versuchte Dortmund viel und kam immer wieder bis in den Strafraum der Hertha. Aber spätestens dort war meistens Schluss, weil ein Verteidiger im Weg stand.

Die typischen Tiefen-Läufe von Erling Haaland waren noch nicht zu finden, weil die Berliner hinten kompakt und gut organisiert verteidigten. Nach vorne spielte Hertha oft mit langen Bällen, aber erzeugte so immer wieder Gefahr für die Dortmunder Defensive. Piatek und Cordoba sorgten vorne für Wirbel. Der BVB musste immer die Balance zwischen Angriff und Verteidigen wahren.

In der 33. Minute hatte Bellingham die größte Chance zur Führung. Hazard hatte sich auf der rechten Seite gut gegen seine Gegenspieler durchgesetzt und auf den Engländer zurückgelegt. Bellingham brachte den Pass am Elfmeterpunkt per Direktabnahme auf das Berliner Tor, aber Jarstein parierte überragend mit der linken Hand. Eigentlich war der Keeper schon auf dem Weg in die andere Ecke. Eine unfassbare Rettungstat des Norwegers.

Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel. Dortmund strahlte zwar eine dauernde Gefahr für die Hauptstädter aus, doch die verteidigten alles, was in die Richtung deren Tores kam, effektiv und gut weg. Es blieb also spannend im leeren Borussia-Park.

Lange nichts von Brandt zu sehen - Dann trifft er zur Führung

Nach der Pause kommen beide Mannschaften motiviert aus der Kabine. Vor allem die Blau-Weißen versuchen sich für knapp fünf Minuten mal offensiv, haben allerdings keinen Erfolg damit. Dafür zeigt der BVB, wie es richtig geht. In der 54. Minute nahm sich Julian Brandt ein Herz und zog aus 25 Metern Torentfernung ab. Zum Erstaunen aller klingelte es plötzlich im Kasten. Der Schuss war gut getroffen und flatterte ein bisschen. Trotzdem musste Jarstein den haben. Der Berliner Torwart verschätzte sich mächtig und griff einfach daneben. Das Tor muss er auf seine Kappe nehmen.

Vier Minuten später landete eine abgefälschte Flanke von Dahoud auf der Latte. Die Hauptstädter mussten jetzt aufpassen, nicht in Unordnung zu verfallen. Das Gegentor hatte deutliche Wirkung gezeigt. Doch im Anschluss machte Schwarz-Gelb nichts aus der spielerischen Überlegenheit. Man hätte so viel höher führen können, denn Hertha öffnete sich nun in der Hintermannschaft, um mehr Druck nach vorne aufzubauen. Doch weiterhin tat sich der BVB schwer, Torchancen herauszuspielen.

Wenn es nicht spielerisch klappte, mussten Standards her. Can köpfte in der 77. Minute nach einer Ecke aus kurzer Distanz auf das Berliner Tor. Aber diesmal zeigte Jarstein seine Klasse und zeigte wie in der ersten Halbzeit auch schon einen tollen Reflex, der seine Mannschaft vor einem weiteren Gegentor bewahrte. Eigentlich machte der Norweger eine starke Partie, doch der Fehler beim Gegentor haftete weiter an ihm.

Das traurige Highlight der Partie lieferte Vladimir Darida. In der 80. Minute rauschte der Tscheche Marco Reus in vollem Lauf mit offener Sohle in die Achillessehne. Absolut unnötiges Foul an der Mittellinie, wofür es zurecht die Rote Karte gab. Der Übeltäter wusste selbst, was er getan hatte und signalisierte auch sofort, mit der Entscheidung einverstanden zu sein. Direkt im Anschluss an die Aktion entschuldigte er sich direkt bei Marco Reus. Dem Dortmunder Kapitän half das wenig. Er musste kurz darauf ausgewechselt werden. Schon vorher war er am rechten Knöchel behandelt werden.

Danach war schnell wieder Fußball angesagt. Doch der BVB hatte einfach kein Glück in den Abschlüssen. Der eingewechselte Reyna traf in der 89. Minute aus nächster Nähe den Pfosten. Youssoufa Moukoko erlöste die Hausherren schließlich in der 90. Minute. Mit einer starken Willensleistung tankte sich der Shootingstar durch die Berliner Hintermannschaft und schloss aus spitzem Winkel ab. Der Ball ging durch die Beine von Jarstein ins lange Eck. Die Entscheidung.

Borussia Dortmund gewinnt verdient gegen Hertha BSC Berlin. In der zweiten Halbzeit ist die Mannschaft aus der Hauptstadt fast vollständig unterlegen. Zwar agiert das Team von Pal Dardai hinten sehr konzentriert und bereitet den Dortmundern einiges Kopfzerbrechen, aber offensiv fehlte die Durchschlagskraft. Der BVB ist über 90 Minuten die bessere Mannschaft und muss sich eigentlich nur vorwerfen, die Entscheidung nicht früher erzwungen zu haben. Am Ende wird es Trainer Edin Terzic egal sein. Die wertvollen drei Punkte bleiben in Dortmund helfen dabei, das Minimalziel Champions-League zu erreichen.

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