Bericht: Novum im deutschen Fußball - Ex-Profi im VAR-Keller

  • DAZN-Experte und Ex-Profi Sebastian Kneißl im Kölner Keller
  • Testversuch des DFB
  • Kneißl bei HSV gegen Braunschweig Teil des VAR-Teams
Am Freitagabend wird der Videoschiedsrichter von einem Ex-Profi unterstützt
Am Freitagabend wird der Videoschiedsrichter von einem Ex-Profi unterstützt / Ralf Ibing - firo sportphoto/GettyImages
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Der DFB hat sich die Kritik und die Anregungen der letzten Wochen und Monate offenbar zu Herzen genommen. Am Freitagabend soll erstmals ein Ex-Profi das VAR-Team bei einem Spiel unterstützen.

Wie der kicker berichtet, soll Sebastian Kneißl am Freitagabend im Kölner Keller sitzen und bei der Zweitliga-Partie HSV gegen Eintracht Braunschweig (18.30 Uhr) Teil des Videoschiedsrichter-Teams sein.

Kneißl, der seit einigen Jahren als Experte für Streaming-Dienst DAZN arbeitet, soll ein Gespür für die Rolle bekommen und seine Expertise einfließen lassen. Die Videoschiedsrichter sollen auf der anderen Seite beobachten ob und in welchem Maße sie von der Erfahrung des Ex-Profis profitieren können.

Kneißl wird jedoch lediglich eine beratende Funktion haben. FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert fungiert bei HSV gegen Braunschweig als VAR. Jan Seidel ist sein Assistent.

Grund für den Testversuch des DFB ist vor allem die Annahme, dass ehemalige Profispieler das Geschehen auf dem Rasen besser einschätzen können, weil sie es selbst erlebt haben. Häufig werden Videobeweis-Entscheidungen kritisiert, weil der VAR lediglich auf eine isolierte Szene schaut, die dann stark verlangsamt dargestellt wird. Dadurch kann sich die Wahrnehmung verzerren.

Es dürfte spannend zu beobachten sein, ob Kneißls Input einen Unterschied machen kann. Und vor allem, ob der DFB den Testversuch ausweiten wird.

Der 40-jährige Kneißl spielte einst für den FC Chelsea. Aus der Jugend von Eintracht Frankfurt war er zu den Blues gewechselt. Dort konnte er sich bei den Profis aber nicht etablieren. Stattdessen ging es per Leihe zu Dundee FC nach Schottland und KVC Westerlo nach Belgien, ehe er ablösefrei zu Wacker Burghausen wechselte. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler spielte unter anderem auch noch für Fortuna Düsseldorf und AFC Wimbledon.