VfL Bochum

Eine Bereicherung für die Bundesliga: Warum der VfL Bochum als Aufsteiger so sehr begeistert

Malte Henkevoß
Der VfL Bochum konnte in den letzten Partien vermehrt gemeinsam mit den Fans jubeln, er ist eindeutig in Liga eins angekommen.
Der VfL Bochum konnte in den letzten Partien vermehrt gemeinsam mit den Fans jubeln, er ist eindeutig in Liga eins angekommen. / Lukas Schulze/GettyImages
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3000 Fans begleiteten den VfL Bochum am Samstagnachmittag aus dem Ruhrgebiet ins Rheinland, um ihre Mannschaft gegen Bayer Leverkusen lautstark zu unterstützen. Auch wenn nach hartem Kampf am Ende eine knappe 0:1-Niederlage stand, hörte man die Gesänge der Bochumer Anhänger noch nach Abpfiff des Spiels in der BayArena. Denn die Leistung des eigenen Teams war absolut ansprechend! Der VfL ist zurück in der ersten Liga. Und zeigt aktuell, dass er dort auch hingehört.


Dass es an der Castroper Straße aktuell so gut funktioniert, ist kein Selbstläufer. Nach vier Spielen riss sich Topstürmer Simon Zoller im VfL-Training das Kreuzband. Zoller, der in seinen vier Spielen bereits zwei Treffer erzielt hatte, schien augenscheinlich ein großes Loch in die Offensive der Bochumer zu reißen.

Doch Trainer Thomas Reis zeigte Kreativität, stellte verschiedene System auf, in denen mal Sebastian Polter, mal die schnellen Takuma Asano oder Gerrit Holtmann die vorderen Positionen besetzten. Und die Flexibilität von Trainer und Mannschaft macht sich bemerkbar.

Leistung und Kampf stimmen, wichtige Punkte werden geholt

Nach zwölf Spielen steht der VfL mit 13 Punkten auf Rang 13. Das mag nicht berauschend klingen, doch die Leistungen sind ansprechend. Abgesehen von den Top-Klubs aus München und Leipzig, gegen die es zwei deutliche Niederlagen mit insgesamt 0:10 Toren gab, konnte der VfL in jedem Spiel mithalten. Ob aktuell gegen Leverkusen oder auch gegen Borussia Mönchengladbach, die etablierten Größen tun sich schwer mit der Mannschaft von Thomas Reis.

Das Wichtigste ist jedoch, dass die Punkte im direkten Konkurrenzkampf geholt wurden. Bei Mitaufsteiger Greuther Fürth gab es einen 1:0-Auswärtssieg, auch gegen Hoffenheim und Frankfurt konnte dreifach gepunktet werden. Die Bilanz liest sich insgesamt sehr positiv. Und lässt die Fans der Blau-Weißen mit Optimismus in die Zukunft blicken.

Die Bochumer Fans stehen wie eine Wand hinter ihrem VfL.
Die Bochumer Fans stehen wie eine Wand hinter ihrem VfL. / Joosep Martinson/GettyImages

Eben diesen Optimismus sieht man auch in der Unterstützung auf den Tribünen. Ob auswärts, wie aktuell in Leverkusen, oder daheim an der Castroper Straße, wo Grönemeyers "Bochum" aus voller Kehle geschmettert bei jeder Gastmannschaft Eindruck hinterlassen würde.

Selbiges gilt auch für die Spieler, Kapitän Anthony Losilla ist von den Anhängern des VfL begeistert. Der Franzose sagte gegenüber der Bild: „Wir werden von unseren Fans fantastisch unterstützt [...] es ist schon extraklasse, wie die Fans so zahlreich überall mit hinfahren. Da fühlt sich manches Auswärtsspiel wie ein Heimspiel an.”

Losilla ist einer jener Charaktere, die den Verein so sympathisch machen. Doch die Nummer eins, ziemlich wortwörtlich, bleibt Torwart Manuel Riemann. Der 33-Jährige ist mittlerweile seit sechs Jahren in Bochum, stand dem VfL in schwierigen Zweitliga-Zeiten immer treu zur Verfügung. Als er im DFB-Pokal gegen Augsburg und in der Liga gegen Hoffenheim à la Hans-Jörg Butt zum Elfmeter antrat, ging ein Raunen durch die Reihen der Fans. Doch auch wenn der extrovertierte Keeper gegen Hoffenheim verschoss, wurde er von den Anhängern begeistert gefeiert.

Zu Hause schwere Brocken, auswärts gilt es, bei Konkurrenten zu punkten

Und genau das ist es, was den VfL ausmacht und für kommende Aufgaben rüstet. Die Bereitschaft, andere Wege zu gehen. Kreativ zu werden. Und sich darzustellen. Die eigenen Stärken zu finden.

Um das auch weiterhin in der Bundesliga erreichen zu können, sollen aus den Spielen vor Weihnachten noch ein paar Punkte herausspringen. Dabei stehen drei Heimspiele gegen Top-Klubs der Liga zwei Auswärtspartien gegenüber, in denen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt den VfL willkommen heißen.

Daheim geht es gegen Freiburg, Dortmund und Union Berlin. Alle drei sind Vereine, die sich berechtigte Hoffnung auf Champions-League- oder Europa-League-Plätze machen können. Was aber nicht heißt, dass die Bochumer dort chancenlos sind. Dennoch sind die elementaren Spieler auf fremdem Platz und zwar in Augsburg und Bielefeld. Sollte der VfL die beiden Partien auswärts für sich entscheiden können und damit die direkte Konkurrenz auf Abstand halten, wird das Weihnachtsfest im Ruhrgebiet dieses Jahr mit Sicherheit äußerst feierlich.

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