Bayern München

Bayern-Abwehr enttäuscht auf ganzer Linie - Flick erklärt seine wenigen Wechsel

Janne Negelen
Flick musste nach der Pleite erst einmal in sich gehen
Flick musste nach der Pleite erst einmal in sich gehen / Lars Baron/Getty Images
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Schon 24 Gegentore musste der FC Bayern München in dieser Saison hinnehmen. Der Wert ist wahnsinnig hoch, spiegelt aber nur die Leistungen der letzten Wochen wider. Trainer Hansi Flick wählte nach der gestrigen defensiven Enttäuschung ernste Worte.

Oft kamen die Bayern in dieser Saison mit einem blauen Auge davon. Nachdem die Münchener schon acht Mal in Folge einen Rückstand hinnehmen mussten, ging der Rekordmeister gegen Gladbach in Führung. Doch erneut präsentierte sich der Abwehrverbund stümperhaft und wenig meisterlich.

Trainer Hansi Flick haderte dementsprechend nach dem Spiel. "Gladbach war sehr effizient und hat drei Fehler von uns brutal ausgenutzt", so der Übungsleiter am Mikrofon von DAZN. Eben diese Patzer waren vor allen Gegentreffern zu beobachten. Dabei weiß der 55-Jährige ganz klar, wo er ansetzen muss. Doch die Umsetzung gelingt seit Wochen nur minimal.

Offensive Ausrichtung rächt sich immer mehr

Dass die Innenverteidiger beim FCB enorm hoch mit anschieben, ist hinlänglich bekannt. Gegen solch konterstarke Mannschaften wie Gladbach kann dies aber umso schneller nach hinten los gehen. "Wenn man unser Spiel sieht ist es schon auffällig, wo wir Probleme haben. Das müssen wir verbessern, dass wir gegen den Ball bei Ballverlust auch die Tiefe absichern."

Den Anschlusstreffer stellte Flick exemplarisch heraus: "Beim ersten Gegentor geht David ein bisschen zu früh raus und verlässt die Linie. Da muss er eher absinken und die Tiefe sichern. Aber diese Entscheidungen muss man im Bruchteil einer Sekunde treffen." Aktuell scheint es bei diesen Mechanismen zu hapern. Wach wirkte auch aufgrund der hohen Belastung kaum einer in der Hintermannschaft.

So richtig auf der Höhe war im Defensivverbund niemand
So richtig auf der Höhe war im Defensivverbund niemand / Lars Baron/Getty Images

Schon vor dem Spiel ging Bayerns Trainer auf die hohe Anzahl an Gegentoren ein. Dabei nahm er auch den Rest der Mannschaft in die Pflicht: "Gegentore ärgern mich grundsätzlich immer. Ich denke, dass in den letzten Spielen ein paar Situationen waren, in denen wir als Mannschaft nicht so kompakt waren, wie wir uns das normalerweise wünschen. Das hat damit zu tun, dass nicht alle den Weg mit zurück machen."

Ansätze für Kritik gibt es also reichlich. Im Hinblick auf die starke Konkurrenz darf sich der Rekordmeister solche Patzer einfach nicht leisten. Für Flick gibt es auch deshalb eine Ansage an die Mannschaft: "Da ist letztlich jeder Spieler in der Verantwortung, auch defensiv mitzuarbeiten. Genauso, wie die Verteidiger auch in der Offensive mitmachen müssen."

Flick wechselt nur einmal: "Haben ihr Bestes versucht"

Auf Experimente während des Spiels verzichtete der Coach dagegen. Mit Bouna Sarr, Jerome Boateng und Lucas Hernandez saßen immerhin drei Abwehrspieler auf der Bank. Doch Flick tauschte nur in der 68. einmal und wechselte Kingsley Coman für den blassen Douglas Costa ein.

"Alle, die auf dem Platz waren, haben ihr Bestes versucht. Ich habe mich entschieden, nicht zu wechseln. Das hatte mit dem Spielverlauf zu tun und nicht mit der Qualität auf der Bank", so die Erklärung Flicks. Auch darüber wird der Übungsleiter noch einmal nachdenken müssen. Etwas mehr Frische hätte dem eigenen Spiele in der Schlussphase nicht geschadet. Den Stars auf der Bank wird diese Ansage nicht sehr gut getan haben. Auch wenn anders angedeutet, ist sich Flick einem Leistungsunterschied gegenüber der Startelf wohl deutlich bewusst.

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