So plant Barça: Sportdirektor Cruyff über Wintertransfers und Vertragsverlängerungen

Henry Einck
Jordi Cruyff hat der Mundo Deportivo ein Interview gegeben.
Jordi Cruyff hat der Mundo Deportivo ein Interview gegeben. / Jan Kruger/GettyImages
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Barça-Sportdirektor Jordi Cruyff hat der spanischen Sportzeitung Mundo Deportivo ein großes Interview zur Situation bei den Katalanen gegeben. In dem Gespräch ging es um mögliche Winterabgänge, potenzielle Vertragsverlängerungen und das Dembélé-Theater.


Das aktuell größte Thema beim FC Barcelona ist die Zukunft von Memphis Depay (28). Der Stürmer stand im Sommer kurz vor dem Abschied, doch ein Wechsel zu Juventus Turin scheiterte letztlich. Im kommenden Sommer läuft der Vertrag des 28-Jährigen aus. Zuletzt kamen Gerüchte auf, dass AS Rom den niederländischen Nationalspieler im Wintertransferfenster verpflichten will.

Barça-Sportdirektor Jordi Cruyff dementierte die Gerüchte: "Fakt ist, dass Lewandowski drei Spiele gesperrt ist und es wäre seltsam, wenn wir jetzt über einen schnellen Abgang nachdenken würden." In der aktuellen Situation werde jeder Spieler gebraucht. Gerade die Spieler, die im September kurz vor einem Abgang standen, könnten Barças Probleme lösen.

Darüber hinaus lobte Cruyff die Einstellung von Memphis Depay. Der Mittelstürmer hätte sich immer hervorragend verhalten, auch als er nicht gespielt hat. Xavi halte Depay für einen Spieler, der keine Probleme verursacht und immer sein Bestes gibt. "Memphis ist ein Spieler, der jedem Verein sehr helfen kann. Das beweist er gerade in der Nationalmannschaft", betonte Cruyff.

Frenkie de Jong steht nicht zum Verkauf

Auch zum Fall von Frenkie de Jong äußerte sich der Sportdirektor. Im vergangenen Sommer stand der Zentrumspieler ebenfalls kurz vor dem Abgang - zumindest schien Barça darauf zu hoffen. Die Katalanen sollen sich mit Manchester United bereits einig gewesen sein, doch de Jong pochte auf einen Verbleib. Der Niederländer fühlt sich sportlich und privat wohl, hat ein gutes Verhältnis zu Trainer Xavi. De Jongs Zeit in Barcelona ging weiter.

Nun hat bei den Katalanen ein Umdenken stattgefunden. "Frenkie de Jong steht nicht zum Verkauf. Er ist ein Schlüsselspieler und sehr wichtig für uns", machte Cruyff klar. Der Verkaufsversuch habe ausschließlich wirtschaftliche Gründe gehabt. Die Financial-Fairplay-Regularien der spanischen Liga hätten den Verein unter Druck gesetzt.

De Jong gehört mit Sergio Busquets und Jordi Alba zu den Top-Verdienern bei den Blaugrana. Medienberichten zufolge hatte der Club mit dem Spieler über eine Gehaltskürzung gesprochen. Bei dem Thema blieb Cruyff nur allgemein: "Natürlich gab es solche Fälle. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins, ein Gleichgewicht in den Gehältern zu finden."

Ein Verbleib ist auch bei Franck Kessié geplant. Der Zentrumspieler kam im Sommer ablösefrei von AC Mailand. Bis dato hat Kessié Probleme, sich beim FC Barcelona zu etablieren. Dennoch betonte Cruyff: "Es ist nicht geplant, dass er geht. Weder von seiner noch von unsere Seite."

Franck Kessié spielt bislang keine große Rolle.
Franck Kessié spielt bislang keine große Rolle. / Soccrates Images/GettyImages

Dembélé wollte immer bleiben

Die Mundo Deportivo konfrontierte Cruyff auch mit dem Umgang mit Ousmane Dembélé. Der Flügelspieler verlängerte im Sommer bis 2024. Vorausgegangen war ein monatelanges Theater um seinen Abschied. Zu dem langen Hin und Her sagte Cruyff: "Wer hat das Chaos angerichtet? Die Gerüchteküche. Hat er sie ausgelöst? Nein. Er hat immer gesagt, dass er bleiben will."

Dembélé habe sich entschieden, beim FC Barcelona weiterzumachen, obwohl er wusste, dass sich der Verein nicht in der besten Situation befindet. Die Verhandlungen hätten lange angehalten, doch am Ende hätte er immer bei Barça bleiben wollen. Die Presse-Berichte, dass der Flügelspieler bei anderen Vereinen vor der Unterschrift stand, seien immer falsch gewesen.

Busquets-Verlängerung nicht ausgeschlossen

Bekannt ist, dass mit Sergio Busquets und Jordi Alba die Verträge zweier Top-Verdiener im kommenden Sommer auslaufen. "Natürlich steht der Verein in ständigem Kontakt mit ihm und seinen Agenten. Das ist normal. Wenn die Zeit reif ist, wird eine gemeinsame Entscheidung getroffen", kündigte Sportdirektor Cruyff an. Der Frage, ob die Katalanen mit Busquets verlängern wollen, wich er aus: "Die Entscheidung liegt nicht beim Verein. Der Spieler hat das Recht zu entscheiden."

Cruyff bestätigte, dass sich die Verantwortlichen auch in Vertragsgesprächen mit Alejandro Balde befinden. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Verlängerung offiziell gemacht wird. Ob die Balde-Verlängerung in Zusammenhang mit der Ausweitung des Vertrags von Jordi Alba zusammenhängt, ließ der Sportdirektor offen: "Im letzten Spiel standen alle drei Linksverteidiger in der Startaufstellung. Daran sieht man, dass man im Fußball nichts planen kann, denn in bestimmten Situationen muss man improvisieren."


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