Die Folgen des weiterhin grassierenden Coronavirus' könnten ​Schalke 04 hart treffen, immer wieder sprechen die Vereinsverantwortlichen von einer "existenzbedrohenden Situation". Zur Abwechslung rückten nun Vereinslegende Olaf Thon und Jens Lehmann mit Optimismus nach vorne.


Der ruhende Betrieb der ​Bundesliga ist bei weitem nicht nur für Schalke potenziell äußerst gefährlich, doch scheint die Lage dem Traditionsverein besonders nahezugehen. Marketing-Vorstand Alexander Jobst sprach direkt und früh von einer womöglich "existenzbedrohenden Situation", die unmittelbar an der Fortsetzung des Spielbetriebs und somit an der Überweisung der TV-Gelder hängt. Massive ​Sparmaßnahmen wurden bereits umgesetzt, weitere könnten folgen. 

Olaf Thon


Am Sonntag zeigten Olaf Thon und Jens Lehmann im Sport1-Doppelpass jedoch etwas Optimismus. "Der Verein ist niemals am Ende", stellte Thon unmissverständlich klar. Der gebürtige Gelsenkirchener war während seiner aktiven Zeit in ganzen 383 Spielen für den S04 aufgelaufen und noch heute begleitet er ihn stets sehr eng. 


Thon und Lehmann optimistisch: Strahlkraft des Klubs könnte Schalke notfalls retten


Das Vorgehen der klaren Kommunikation seitens des Vorstandes, auch von Finanz-Chef Peter Peters, empfand er als vernünftig und richtig: "Peters wollte alle Schalker mitnehmen und zur Unterstützung aufrufen - zum Beispiel was Eintrittskarten betrifft." Der Verein hatte sich zuletzt bittend an (Dauer-)Karteninhaber und Logen-Besitzer gewandt, wenn möglich auf die etwaige Rückerstattung zu verzichten. Auch an diesen Stellen möchte Königsblau Kosten vermeiden. Thon weiter: "Es ist wichtig, am Anfang den Finger in die Wunde zu legen, als später zu sagen, wir haben es verpasst."


Sollte dennoch das Worst-Case-Szenario eintreten, also die eventuell drohende Insolvenz, hat Lehmann keinerlei Bedenken, dass der Klub überleben würde: "Sie werden immer Geldgeber finden, die unterstützend zur Seite stehen, wenn es mal knapp ist. Vielleicht kann auch Clemens Tönnies wieder einspringen, wenn Not am Mann ist." So könne schon die Strahlkraft Schalkes mögliche Helfer auf den Plan rufen.


Zur stets heiß und ​emotional geführten Diskussion bezüglich einer Ausgliederung äußerte sich der ehemalige Nationalkeeper positiv. Demnach sei dies "immer von Vorteil, weil man Möglichkeiten in der finanziellen Gestaltung, in der Vermarktung, in der Gründung von Partnerunternehmen hat." Andererseits muss aber auch festgehalten werden, dass eine Ausgliederung sicherlich kein Erfolgsgarant ist - einige Negativ-Beispiele hat jeder Fußball-Fan im Kopf. 


Dass man das Alleinstellungsmerkmal des traditionsreichen Vereins zukünftig ausspielen kann, ist für Lehmann kein valider Contra-Punkt. Schließlich tue ​Borussia Dortmund dies auch regelmäßig, obwohl der BVB "in weiten Teilen im Besitz anderer Leute ist."


Jens Lehmann


Die Entscheidung zu diesem Thema, sollte es tatsächlich in eher ferner Zukunft auf der Tagesordnung landen, würde dann den Mitgliedern auf einer außerordentlich berufenen Mitgliederversammlung obliegen. "75 Prozent der Mitglieder müssen dem zustimmen, das ist eine sehr hohe Hürde", weiß Thon die Situation treffend einzuschätzen. Es gilt weiterhin als unwahrscheinlich, dass das Thema der Ausgliederung auf Schalke tatsächlich Form annehmen könnte.


Profiteure der Krise könnte die Jugendarbeit sein, so Thon. Schließlich habe man in der Knappenschmiede zahlreiche Youngsters, die aufgrund der geringeren finanziellen Mittel eine Chance erhalten könnten: "Wir haben auch viele Talente, die können dann zeigen, was sie können."