​Manchester City wurde für zwei Spielzeiten aus der Champions League ausgeschlossen. Dass diese Strafe rückblickend ebenso angemessen wie gleichzeitig enorm überraschend ist, liegt an der bislang fehlenden Konsequenz seitens der UEFA, ihre Financial-Fairplay-Regeln umzusetzen. Mit diesem großen Schritt kommt der Glaube an eine konsequente Durchsetzung doch noch zurück - besser spät als nie!


​Zwei Jahre ohne Champions League, zudem eine Strafzahlung in Höhe von 30 Millionen Euro. Eine saftige Strafe, die Manchester City hinnehmen muss. Nach Überprüfungen und Untersuchungen hat die UEFA festgestellt, dass die Sky Blues durch ihre Zahlungen und Sponsorengelder gegen die Financial-Fairplay-Regularien verstoßen haben. 


UEFA gewinnt an Glaubwürdigkeit - CL-Sperre wird für Man City sehr schmerzhaft, auch langfristrig


Dass es nun doch zu einer Strafe kommt, die weitaus bedeutender ist als eine kleine Strafzahlung, die moderne Klubbesitzer nebenbei aus der linken Hosentasche zahlen können, ist zwar überraschend - aber ebenso richtig. Dieses wichtige Zeichen sollte und muss als Warnung für andere Vereine dienen, die sich womöglich gleichen oder ähnlichen Machenschaften bedienen. An dieser Stelle ein vorsichtiger Gruß nach Paris.


Es ist eine konsequente Maßnahme der UEFA gegen einen zahlungskräftigen Verein, der zudem ein regelmäßiger Titelkandidat ist. Nach den letzten Jahren und den zahlreichen Vorkommnissen hätte man dem Dachverband eine solche Entscheidung gar nicht mehr zugetraut. 

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Auch für Pep Guardiola persönlich wäre die Sperre ein herber Rückschlag



Auch wenn diese Strafe noch nicht in letzter Instanz rechtskräftig ist (Man City will dagegen beim internationalen Sportgerichtshof vorgehen), ist zumindest der Ansatz und der Versuch seitens der UEFA der genau richtige. Dem Verein würde das nicht nur durch die fehlenden Titelmöglichkeiten weh tun, sondern auch, weil dadurch zahlreiche Spieler gehen könnten und Pep Guardiola als Trainer seinen größten Antrieb verliert. Die allermeisten Spieler, die für City auflaufen, sind Sportler auf Weltklasse-Niveau - dementsprechend wollen sie im wichtigsten und größten Wettbewerb spielen, und wenn möglich Erfolg haben. Werden Kevin de Bruyne, Leroy Sané, Raheem Sterling und Co. ganze zwei Jahre in ihrer Karriere auf die Champions League verzichten wollen? Werden von City beobachtete, andere Weltklasse-Spieler nach Manchester wechseln wollen, wenn man international gar nicht vertreten ist?


Sollte diese Strafe bestehen bleiben, wird Man City für einige Jahre geschädigt sein. Ob man angesichts der augenscheinlich großen Betrügereien dafür Mitleid aufbringen möchte, bleibt wohl jedem selbst überlassen. Auf jeden Fall muss man der UEFA für ihren Mut und für ihre - zumindest in diesem Fall - Geradlinigkeit Respekt zollen. Auch wenn der Verein aufgrund der "vorhersehbaren Entwicklung" durch etwaige "öffentliche Prozesse" gegen dieses Urteil ankämpfen möchte, hat der europäische Verband seine Aufgabe in erster Instanz erledigt. Immer weiter dabei zusehen, wie mit Geld, Sponsoren-Summen und Transfers geschummelt wird, wenn man dazu über Beweise und Anhaltspunkte verfügt, hätte sämtliche Vorschriften ad absurdum geführt.