​Der VfB Stuttgart hat sich von seinem Chefcoach Tim Walter getrennt, der erst im Sommer verpflichtet worden war und beim VfB eigentlich noch einen Vertrag bis 2021 besaß. Ein Nachfolger für den 44-Jährigen steht noch nicht fest.


Die Situation beim VfB Stuttgart ist eine komische. Das erste Halbjahr der ​2. Liga haben die Schwaben auf Platz drei liegend beendet - punktgleich mit dem Tabellenzweiten aus ​Hamburg, nur drei Zähler hinter dem Spitzenreiter Arminia Bielefeld. Und doch haben sich die Macher bei VfB dazu entschlossen, ihren Trainer in der Winterpause zu entlassen.


Walter muss nach "umfangreicher Analyse" gehen


Tim Walter war erst im Sommer von Holstein Kiel ins ​Ländle gewechselt und hatte einen Start nach Maß hingelegt. Aus den ersten acht Ligaspielen holte der VfB 20 Punkte! Danach geriet der Motor jedoch ins Stocken, denn nach diesem Fabelstart folgten fünf Pleiten in sieben Spielen (darunter ein deftiges 2:6 beim HSV). Neben der schlechter werdenden Punkteausbeute sorgte auch die fehlende spielerische Entwicklung für Unmut in großen Teilen des VfB-Fanlagers.


In den letzten Wochen ließen die Verantwortlichen um Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat immer wieder durchblicken, dass Walter mit diesem Kader mehr leisten müsse und man eine Jobgarantie im Fußball ohnehin nie aussprechen könnte. Nach dem erneut enttäuschenden 2:2 gegen ​Hannover 96 gaben die Schwaben daher das Aus von Walter und seinem Trainerteam bekannt.


"Es war unser Wunsch und unser klares Ziel, gemeinsam mit Tim Walter unsere kurz- und mittelfristigen Ziele zu erreichen: die Rückkehr in die Bundesliga und die Weiterentwicklung unserer Mannschaft. Wir haben in den letzten Wochen und zuletzt nach dem Spiel in Hannover viele intensive Gespräche geführt. Dabei wurde zunehmend deutlich, dass unterschiedliche Ansichten über die Entwicklung des Kaders zur Realisierung unserer sportlichen Ziele bestehen. Wir bedauern diesen Schritt, weil Tim sich mit großem Engagement und großer Leidenschaft beim VfB eingebracht hat und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute. Bezüglich eines Nachfolgers haben wir noch keine Entscheidung getroffen", wird VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger zitiert. 


Sportdirektor Sven Mislintat fügte hinzu: "Bei der Verpflichtung von Tim Walter haben wir uns für ein Trainerprofil entschieden, welches unseres Erachtens zu unserer klaren Vorstellung vom zukünftigen Spielstil - einen aktiven, offensiven, aggressiven und mutigen Fußball zu spielen – passte. Leistungsfußball unterliegt aber auch dem Diktat des Ergebnisses, der Entwicklung und des sportlichen Trends. Die umfangreiche Analyse der Hinrunde ergab, dass wir unsere kurz- und mittelfristigen Zielsetzungen, aufzusteigen und unsere Spieler und unsere Spielidee gemeinsam konsequent weiterzuentwickeln, gefährdet sehen. Die Entscheidung tut uns sehr leid für Tim, letztlich haben wir sie aber im Sinne unserer Ziele getroffen."


Siewert und Anfang als Nachfolger-Kandidaten


Ein Nachfolger steht offiziell noch nicht fest. Sandro Schwarz (ehemals ​Mainz 05​soll wohl kein Thema sein, gehandelt werden u.a. Jan Siewert (ehemals BVB II, Huddersfield Town) und Markus Anfang (ehemals ​1. FC Köln).