​So langsam spitzt sich die Lage beim ​SV Werder Bremen zu. Nach der niederschmetternden Abstimmung der ​Bundesliga-Vereine in der vergangenen Woche stand fest, dass die Grün-Weißen sämtliche Polizeikosten selbst übernehmen müssen. Doch das Urteil nahmen die Bremer noch nicht an, weiterhin zeigen sich die Verantwortlichen nicht bereit, etwaige Zahlungen zu übernehmen.


Es herrscht noch immer keine Klarheit darüber, wer nun die anfallenden Kosten für die Hochrisikospiele im Bremer Weserstadion tragen wird. Die Verantwortung liegt seit ​einigen Tagen ganz offiziell beim SVW, doch der Traditionsverein will diesen Wettbewerbsnachteil nicht wahr haben. Die Klubführung kündigte rechtliche Konsequenzen an, die bereits bei so manchen ​Beteiligten auf Kritik stießen.


Werders Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode geht nun noch einen Schritt weiter. Nun kündigte der 50-Jährige in der Welt an, vorerst keine Zahlungen einzureichen. "Wir können nicht akzeptieren, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Diesbezüglich sind wir uns bei Werder einig." Die Standhaftigkeit Werders hatte sich schon während der ersten Prozesse angedeutet, für Bode gibt es keinen Grund nun von seiner Position abzurücken. 


Bode wünscht sich weiterhin einen Kompromiss


Das Ziel der Werderaner ist klar: den kompletten Teil will der Verein in keinem Fall übernehmen. Schließlich handelt es sich schon jetzt um deutlich mehr als eine Millionen Euro, insgesamt könnten die Forderungen noch auf das Doppelte anwachsen. Bode weiß noch nicht, ob das Bremer Verhalten "zu einem Rechtsstreit führt oder – wie von uns favorisiert – Kompromisse gefunden werden können".


Auf der Suche nach Lösungen stieß die Vereinsführung zuletzt immer wieder auf taube Ohren, wie etwa bei der Abstimmung über einen möglichen Solidarfonds für alle Bundesligisten. Trotzdem sieht Bode Grenzen, nur im Notfall solle die Sache noch höhere Wellen schlagen. "Ich habe erst einmal die Hoffnung, dass es nicht zu einem Rechtsstreit kommt und die Sache juristisch geklärt werden muss. Aber selbst wenn, heißt es ja nicht, dass man dann nicht mehr miteinander redet oder Werder ausgegrenzt wird. Das wollen wir nicht, denn wir sind Teil der Liga."

Frank Baumann

Auf die Verantwortlichen des SVW warten weiterhin schwere Zeiten


Zum einen will er für seine Bremer natürlich keinen Nachteil gegenüber den anderen Klubs, dazu möchte Bode unabhängig von den sportlichen Auswirkungen Lösungsvorschläge für solche Angelegenheit suchen. Einen radikalen Ausschluss von Gästefans oder ähnliche Maßnahmen kann sich der Vorstandsvorsitzende dementsprechend nicht vorstellen. "Das ist völlig ausgeschlossen. Wir wollen Gästefans und damit eine tolle Atmosphäre bei uns haben."


Die Thematik wird sowohl die Stadt als auch den Verein noch lange beschäftigen. Bodes Nachricht ist, "dass die Verantwortung, was diese Kosten betrifft, nicht allein bei uns liegen kann. Wenn das Land Bremen oder der Senat die DFL verklagt, geht es nicht, dass wir alles bezahlen. A kann ja nicht B verklagen, und C zahlt." Die klaren Forderungen bleiben noch unerhört, einknicken werden die Werderaner allerdings nicht so schnell.