Am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) gastiert der ​Hamburger SV beim ​SV Sandhausen. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich das Wiedersehen mit dem Ex-Hamburger Dennis Diekmeier. In einem Interview mit der Mopo hat Diekmeier über seine neue Herausforderung in Sandhausen gesprochen - und ganz nebenbei ein seltenes Ereignis angekündigt. 


Es ist zwar nicht sein Premierenspiel gegen den alten Klub, denn das fand im vergangenen Januar in einem frostig-kalten Volksparkstadion statt (2:1 für den HSV). Aber als Gastgeber empfängt der Außenverteidiger die früheren Kollegen tatsächlich zum ersten Mal. 


"Irgendwie schließt sich der Kreis damit", sagt Diekmeier. "Mein allererstes Pflichtspiel für Sandhausen war ja im Januar im Volkspark. Jetzt dieses Spiel – und das letzte der Saison ist dann ja auch gegen den HSV."


Auf die Frage, ob da dann der Aufstieg gefeiert wird, antwortet Diekmeier schelmisch und mit einem Lachen: "Vom HSV oder von uns?" 


Sandhausen 2019 mit nur einem Punkt weniger als der HSV


So provokant diese Gegenfrage im ersten Moment erscheint - ganz so weit weg von den momentan Realitäten ist sie gar nicht. Denn: Im Kalenderjahr 2019, also saisonübergreifend, haben die Sandhäuser lediglich einen Zähler weniger eingefahren als die Hamburger.


"Das klingt eigentlich unglaublich" kommentiert Diekmeier die fantastische Entwicklung, die sein neuer Arbeitgeber binnen Jahresfrist genommen hat. "Aber daran sieht man, wie sehr wir uns stabilisiert haben. In der Vorsaison mussten wir sehr hart darum kämpfen, den Klassenerhalt zu schaffen. In dieser Saison läuft es auch wieder recht gut. Man sieht, dass sich hier etwas entwickelt." 

Dennis Diekmeier

Dennis Diekmeier trug von 2010 bis 2018 das HSV-Trikot



Dass diese Entwicklung irgendwann mal sogar ganz oben enden kann, will Diekmeier zwar nicht kategorisch ausschließen, ist für ihn momentan aber auch nicht prioritär. "Eines muss man klar sagen: Wir sind immer noch ein Dorfverein. Es ist alles etwas kleiner und beschaulicher, aber das macht uns ja aus. Aber was würde es jetzt bringen, von der ​Bundesliga zu träumen? Man muss seine Rolle kennen und das tun wir hier. Aber: Die Entwicklung, die dieser Verein nimmt, ist wirklich gut."


So unglaublich es scheinen mag - über den sportlichen Ist-Zustand seines Ex-Klubs ist er nicht all zu gut informiert. "Ganz ehrlich: Ich habe in dieser Saison ein einziges HSV-Spiel gesehen, ansonsten war das kaum möglich. Ich glaube aber, dass sie sehr gute Chancen haben, ihre Ziele zu erreichen – weil der HSV jetzt mit Dieter Hecking einen sehr erfahrenen Trainer hat, der ganz genau weiß, wie er den großen Druck in die richtige Bahnen lenkt."


Diekmeier kündigt baldiges Tor an - schon gegen den HSV?


Zum Abschluss des Gesprächs durfte natürlich eine Frage nicht fehlen - die bezüglich seines ersten Pflichtspieltreffers. Und die Antwort des 30-Jährigen könnte man beim HSV beinahe als latente Drohung interpretieren: "Es kommt, ganz sicher. Und zwar bald. Ich hätte in dieser Saison schon wieder drei Mal treffen können." 


Hat er aber nicht. Und somit hat sich die Anzahl der von ihm absolvierten Pflichtspiele ohne Tor (in Bundesliga und 2. Liga) auf mittlerweile 252 Spiele geschraubt. Die HSV-Fans werden sicherlich nichts dagegen haben, wenn sich diese Anzahl am Sonntag um einen Zähler erhöht.