​Auf der Suche nach neuen Geldquellen werden die Klubs immer einfallsreicher. Schon seit längerem haben einige Großvereine in Europa die Trainingskleidung als potentielles Vehikel für Sponsor-Verträge ausgemacht. Auch Real Madrid scheint in dieser Sparte jetzt neue Wege zu gehen.


Säule Trikot-Sponsoring


Wie die spanische Marca berichtet, befinden sich die Königlichen in finalen Gesprächen mit dem Türkischen Tourismusbüro bezüglich des Sponsorings ihrer Trainingsleibchen. 

Der Deal soll dem spanischen Rekordmeister zwölf Millionen Euro jährlich einbringen. 

Bislang hat der Klub "lediglich" einen Trikotsponsor-Vertrag (der auch die Trainings-Leibchen einbezieht) mit der staatlichen Fluggesellschaft Fly Emirates des Emirats Dubai. 

Dieser spült jährlich - und noch bis zum Juni 2022 -  70 Millionen Euro in die Kassen. 

Demnächst lässt sich Real Madrid also die Trainingskleidung separat vergolden. 


Vorreiter sind die blancos damit allerdings nicht. 

Der Erzrivale aus Barcelona lässt seine Übungskleidung bereits mit Beko beschriften (einem türkischen Elektroartikel-Hersteller) und sich dafür 19 Millionen Euro pro Jahr überweisen. 

Der neue Sponsorvertrag mit dem türkischen Tourismus-Büro ist nur eines von mehreren Teilgeschäften, mit denen sich Real Madrid in Zukunft wirtschaftlich breiter aufstellen will. 


Säule Investment-Finanzierung


So wurde Mitte 2018 bereits ein Abkommen mit dem Investment-Fond Providence geschlossen. Aus dieser Zusammenarbeit ergaben sich für das Geschäftsjahr 2018/19 satte 240 Millionen Euro Einnahmen für den Klub. 


Grundsätzlich verfolgt man an der Avenida de Concha Espina seit längerem die Strategie, die wirtschaftliche Bilanz des Klubs so weit wie es geht von der reinen sportlichen Situation zu entkoppeln. "Wir dürfen nicht vom Tabellenstand abhängig sein" ist das entsprechende Credo innerhalb des Klubs. 


Säule Stadion-Vermarktung


Um dieses Ziel mittelfristig zu erreichen, wurde auch der Umbau des Bernabéu-Stadions in Angriff genommen. Die Summe aus Mitgliederbeiträgen, Kartenverkaufserlösen und den abgeworfenen Gewinnen aus der Nutzung der Lokale rund um das Stadion betrug im letzten Jahr - nach Marca-Angaben - 175 Millionen Euro. 


Doch um mit den staatsgeführten Klubs wie Manchester City oder Paris St.Germain auf Dauer mithalten zu können, müssen diese Einnahmen erhöht werden. 

Für die Zeit nach dem Umbau des Stadions (der mit 575 Millionen Euro Kosten wahrlich kein Pappenstiel ist), in etwa für das Jahr 2023, wenn die Bauarbeiten geplanterweise abgeschlossen sein sollen, erwartet der Klub in diesem Bereich der Stadionvermarktung jährliche Mehreinnahmen von 150 Millionen Euro. Also fast eine Verdoppelung der bisherigen Einnahmen. 


Säule Ausrüstervertrag


Dazu gesellt sich der erst kürzlich erneuerte Ausrüstervertrag mit adidas. Bislang zahlte der deutsche Sportartikel-Hersteller den Königlichen schlappe 52 Millionen jährlich. Nach der Verlängerung des Vertrages bis 2028 werden es nunmehr 110 - 120 Millionen per annum sein. 

Auch in diesem Teilbereich überlegt der Klub, neue Wege zu gehen, in dem man sich z.B. auch  die Ärmel der Trikots bezahlen lässt (wie es der FC Barcelona mit genannter Marke Beko bereits tut). 


Real Madrid steckt also mittendrin im Prozess der wirtschaftlichen Neuausrichtung und der damit einhergehenden Erkundung neuer Einnahmequellen. 

Schließlich will man auch im 21. Jahrhundert das bleiben, was man nach eigenem Selbstverständnis in den letzten 65 Jahren schon gewesen ist: Der größte Klub der Welt.