​Bisher war es so, dass sich der SV Werder Bremen und die Deutsche Fußball Liga die Polizeikosten von Hochrisikospielen im Weserstadion teilten. Nun herrschen jedoch neue Gesetze: 100 Prozent der Polizeikosten werden künftig an den Bundesligisten weitergeleitet. Das bestimmte die Mehrheit der 36 Klubs aus Bundesliga und 2. Bundesliga auf der Mitgliederversammlung am Dienstagmittag. 


Für Werder verdoppeln sich somit die Polizeikosten. 1,17 Millionen Euro müssen die Hanseaten zahlen. Eine Summe, die aus Vereinssicht mit der DFL als Co-Veranstalter von Bundesligaspielen geteilt werden sollte. Zur Zeit ist das Bundesland Bremen das einzige, das der DFL die Polizeikosten von Hochsicherheitsspielen in Rechnung stellt. Künftig muss ganz allein der SV Werder diese Kosten tragen. 

​Die Verantwortlichen um Werders Präsident und Geschäftsführer Dr. Hubertus Hess-Grunewald appellierten an das Solidaritätsprinzip zwischen den Vereinen und wollten eine angemessene Aufteilung der Kosten erreichen. "Wir haben heute gegenüber Werder Bremen von dem Solidarprinzip, das viele Klubs in den letzten Monaten immer wieder gepredigt haben, nicht viel gesehen", kritisierte Hess-Grunewald das Wahlverhalten der 34 beteiligten Klubvertretern. "Wir können und werden eine hundertprozentige Weitergabe der Kosten nicht akzeptieren. Der faire Wettbewerb bekommt hier einige Kratzer, außerdem wird die Entscheidung negative Auswirkungen auf das Binnenverhältnis der Klubs in der Bundesliga haben", betonte der Präsident auf der ​vereinseigenen Webseite klar und deutlich.


​Werder möchte klagen

"Der Ausgang der Abstimmung war absehbar", meint Klaus Filbry, Vorsitzender der Geschäftsführung und erwähnt ein weiteres Vorgehen des SV Werder:  "Jetzt sind wir auf die nächsten Schritte der DFL gespannt, wie der finanzielle Transfer vollzogen werden soll. Um die Interessen von Werder zu vertreten wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben, als den Rechtsweg zu beschreiten. Wir hätten diese Situation gerne vermieden. Aber wir müssen alles dafür tun, dass der Schaden, den das Land Bremen uns aufbürdet, so gering wie möglich ausfällt."


Kritik von Rummenigge

​Für das von Filbry angesprochene Beschreiten des Rechtsweg hagelt es nun an Kritik von Karl-Heinz Rummenigge. Der ​Bayern-Boss teilte der dpa am Dienstagnachmittag mit, er habe kein Verständnis dafür, dass die Bremer die DFL nun verklagen möchten. "In der 19-jährigen Geschichte der DFL, seit ihrer Gründung im Jahr 2000, stellt dieser Schritt ein absolutes Novum dar", betonte der 64-jährige Vorstandschef. 

​"Es war ja ein fast einstimmiges Votum aller anwesenden Vereine der Bundesliga und zweiten Liga gegen den Bremer Antrag. Der Solidargedanke war immer eine Stärke aller Mitglieder der DFL, die Werder Bremen auch in dieser Angelegenheit nicht in Frage stellen sollte", so Rummenigge. 


Für seine Aussagen erntete Rummenigge bereits nach wenigen Minuten Kritik im Netz. Auch Werders Aufsichtsrat-Vorsitzender Marco Bode meldete sich zu Wort: