Der FC Barcelona arbeitet offensichtlich mit Hochdruck an der Kaderplanung für die kommende Saison. Wie die barça-nahe Mundo Deportivo berichtet, suchen die Katalanen sowohl für die Defensive als auch für die Offensive hochkarätige Verstärkungen. Zwei deutsche Nationalspieler spielen in diesen Planungen eine wesentliche Rolle


Die rechte defensive Abwehrseite der Katalanen ist gleichzeitig ihre Problemzone. Mit Nelson Semedo hat man zwar einen guten, aber eben keinen sehr guten Spieler auf dieser Position. Zumindest im Vergleich zu einem Dani Alves, der über fast ein Jahrzehnt der uneingeschränkte Herrscher der rechten Außenbahn beim FC Barcelona war. Auch das interne Experiment mit Sergi Roberto mussten die Verantwortlichen sich als nicht gelungen eingestehen. Das Eigengewächs hat sein natürliches Habitat mehr im zentraleren defensiven Mittelfeld. 

Der dritte in Frage kommende Akteur wäre Moussa Wague, der letztes Jahr für die Zweite Mannschaft von Barça geholt wurde und bislang noch keine Einsatzzeiten bei der Ersten Mannschaft vorweisen kann. 


Alles in einem also ein recht überschaubares Niveau bei Barça auf rechts außen. Im Gegensatz zur linken Seite, wo ein Jordi Alba seit Jahren auf hohem Niveau performt. 


Kimmich die A-Lösung, Klostermann als B-Variante


Und da kommen die beiden Deutschen ins Spiel. 

​Joshua Kimmich nämlich ist schon seit längerer Zeit auf der Liste des FC Barcelona. Geschätzt wird an dem 24-Jährigen seine exquisite Ballbehandlung, seine Ausdauer, seine Kampfkraft und sein offensives Grunddenken. Dieses letztere ist für eine Mannschaft, die sich seit je her über ein ballbesitzendes, dominantes Spiel identifiziert, von grundlegender Bedeutung. Auch ein Dani Alves war während seiner acht Jahre mehr ein verkappter Außenstürmer, denn reiner Verteidiger. 


Da man sich bei Barça aber auch darüber im klaren ist, dass man einen Spieler wie Kimmich, dessen Vertrag in München bis 2023 datiert ist, nicht für ein Butterbrot und ein Ei holen kann, plant man (mindestens) zweigleisig. Falls die Personalie Kimmich nicht oder nur unter zu großen finanziellen Anstrengungen zu stemmen wäre, würde Lukas Klostermann wieder verstärkt in den Fokus geraten. Der 23-jährige Leipziger scheint ganz allgemein ein gutes Standing in Spanien zu haben, denn vor einigen Monaten dachte man auch schon bei Atlético Madrid laut über den Leipziger nach. 


Auch ein Innenverteidiger soll her


Neben der Rechtsverteidigerposition soll auch die zentrale Innenverteidigung der azulgrana verstärkt werden. Gerard Piqué geht mittlerweile stramm auf die 33 zu. Bis 2022 sieht sich der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2012 noch in aktiver Karriere, soll aber auch nicht ausschließen, bereits vorher die Schuhe an den Nagel zu hängen, wenn er spüren sollte, nicht mehr wettbewerbsfähig genug zu sein. 


Von den aktuellen Alternativen im Kader kann keiner wirklich restlos überzeugen. Der stabilste Kandidat ist noch Clément Lenglet, der im vergangenen Jahr über die eingefahrene Trasse Sevilla - Barcelona ins Nou Camp kam. Samuel Umtiti hingegen hat Zweifel aufkommen lassen, ob seiner ständigen Knieprobleme, und ein Jean-Clair Todibo liefert nicht so ab, wie sich die Verantwortlichen im Nou Camp das versprochen hatten. Letztgenannter wird deshalb seit einigen Tagen mit anderen Klubs (darunter auch Bayer Leverkusen) in Verbindung gebracht. 

Im vergangenen Transfersommer buhlte Barça heftigst um den Niederländer Matthijs de Ligt, der jedoch am Ende die Alte Dame aus Turin vorzog. 


Vielleicht schon in diesem Winter, spätestens aber im Sommer wird man sich wohl vor allem auf zwei Kandidaten konzentrieren: Den Serben Nikola Milenkovic von der Fiorentina sowie Andreas Christensen (Chelsea), den viele hierzulande noch aus seiner Gladbacher Zeit kennen dürften. 


Offensive soll verjüngt und verstärkt werden


Und dann ist da noch die Offensive. Messi geht zwar auch schon dem Karriereherbst mit großen Schritten entgegen, doch für ihn gibt es weltweit keinen Ersatz. Luis Suárez, sein kongenialer Sturmpartner in der Barça-Offensive ist aber auch nicht mehr ganz taufrisch. Im Januar wird der Uruguayer 33. Entsprechend wird der FC Barcelona auch hier einen Vorstoß wagen, um einen prospektiven Ersatz für die Zukunft an Land zu holen. Traditionell sind die Namen der in Frage kommenden Kandidaten in dieser Sektion am wohlklingendsten. 


Sie reichen vom PSG-Star Kylian Mbappé (wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit auf Erfolg) über Harry Kane (Tottenham), Lautaro Martínez (Inter) bis zu Pierre-Emerick Aubameyang. Beim Ex-Dortmunder könnte aber dessen Alter (30) schon ein Ausschlusskriterium sein, falls Barça wirklich vorhat, seine Offensive nachhaltig und langfristig zu verjüngen. 


Bei all den genannten Namen fällt vor allem auf, dass einer gar nicht gefallen ist: Neymar. 

Der spielt in den konkreten Planungen für die kommende Spielzeit, anders als man es vielleicht erwarten würde, keine Hauptrolle. Der Spieler selbst würde wohl liebend gern nach Barcelona zurückkehren. Doch da er noch bis 2022 an PSG gebunden ist, und dessen katarische Besitzer schon im vergangenen Sommer deutlich gemacht haben, ihn nicht für weniger verkaufen zu wollen, als sie für ihn ausgegeben haben, ist diese Personalie momentan nicht mehr als ein romantischer Fan-Traum.