​Der ​FC Bayern München zeigte sich unter der Führung von Interimstrainer Hansi Flick zuletzt zwar stark formverbessert und watschte den BVB mit einem 4:0-Sieg ab. Nur wenige Experten gehen aber dennoch davon aus, dass Flick längerfristig für die Geschicke des Rekordmeisters zuständig sein wird. Zuletzt keimten Gerüchte über eine ​Rückkehr von Pep Guardiola auf. Grund genug, um darüber nachzudenken, wie realistisch diese Option nach aktuellem Erkenntnisstand einzuschätzen ist.


In der Geschichte des FC Bayern wäre eine Rückkehr eines zuvor bereits erfolgreichen Trainers bei weitem kein Einzelfall. Ottmar Hitzfeld und vor allem Jupp Heynckes konnten in der Vergangenheit bereits eindrucksvoll unter Beweis stellen, wie gewinnbringend eine Rückbesinnung auf die guten alten Zeiten sein kann. Was läge also näher, als sich um Guardiola zu bemühen, unter dessen Ägide die Münchner nicht nur drei deutsche Meistertitel und zwei Pokalsiege feiern konnten, sondern wohl auch den schönsten Fußball in ihrer ruhmreichen Vereinsgeschichte auf den Rasen zauberten?


Der Status quo bei den Münchnern und Pep


Laut Informationen der Sport BILD soll der 48-jährige Startrainer einer der Kandidaten für den Trainerposten ab der kommenden Spielzeit sein. Eine Prämisse für diesen Fall wäre, dass die Münchner entweder bis zu Saisonende Flick das Vertrauen schenken oder einen anderen Coach finden, der sich dafür bereit erklärt, lediglich bis zum kommenden Sommer die Geschicke an der Säbener Straße zu leiten und dann den Staffelstab an den nächsten Coach, in diesem Falle Guardiola, weiter zu geben.


Vor Ende dieser Saison dürfte Guardiola schließlich definitiv nicht zur Verfügung stehen. Der Kontrakt des Spaniers bei ​Manchester City läuft - Stand jetzt - ohnehin erst im Sommer 2021 aus und für die aktuelle Spielzeit haben sich die Citizens nicht weniger als den Gewinn der ​Champions League vorgenommen. 


Rückkehr im Bereich des Möglichen


Komplett chancenlos dürfte ein Bayern-Vorstoß im kommenden Sommer aber dennoch nicht sein. So will die BILD in Erfahrung gebracht haben, das sich die Familie von Guardiola in Manchester nie wirklich heimisch gefühlt hat und mittlerweile in die spanische Heimat zurückgekehrt sein soll. In München kamen die Guardiolas zuvor weitaus besser zurecht und haben nicht zufällig ihre Wohnung in der Innenstadt der Isar-Metropole noch immer nicht verkauft.


Ein weiterer Punkt, der eine Rückkehr von Guardiola zumindest realistischer macht, ist, dass die Münchner auf dem Transfermarkt zuletzt deutlich mehr Gas gegeben haben, als in den Jahren zuvor und in Zukunft für ​Kracher wie Leroy Sane wohl noch mehr Geld locker machen werden. Bei City wurde Guardiola so ziemlich jeder Wunsch nach einem neuen Spieler erfüllt. Wäre dies auch bei den Münchnern zumindest ansatzweise der Fall, könnte das Pendel einen Ticken mehr in Richtung Bayern ausschlagen.


Karriereplanung sieht wohl keine Rückkehr vor


Fraglich bleibt aber nichtsdestotrotz, ob eine Rückkehr nach München für Guardiola tatsächlich eine reizvolle Aufgabe wäre. Berichte aus dem Umfeld des Trainers deuteten zuletzt eher in Richtung eines Engagements bei einer Nationalmannschaft. Als mögliches Ziel wird dabei der zukünftige WM-Gastgeber Katar gehandelt.


Die bisherigen Trainerstationen von Pep Guardiola:

​VereinAmtszeit​
​FC Barcelona B​01.07.2007 - 30.06.2008
​FC Barcelona​01.07.2008 - 30.06.2012
​FC Bayern München​01.07.2013 - 30.06.2016
​Manchester City​01.07.2016 -

Guardiola-Biograf Guillem Balagué geht auch aus weiteren Gründen eher nicht von einer Rückkehr nach München aus. "Ohne dass ich mit jemandem gesprochen habe, bin ich sicher, dass Pep mindestens bis Ende seines Vertrags in Manchester bleibt. Die Rückkehr zu Bayern sehe ich nicht: Was soll ihn dort hin ziehen? Er wollte sich den Bossen nicht ständig erklären. Auch wenn die Bosse von damals jetzt gehen – das System bleibt ja", so der 51-Jährige gegenüber der BILD.


Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus zeigte sich auf Nachfrage des Boulevardblatts eher skeptisch, schließlich habe man sich einst zwar im guten getrennt, schlussendlich müsse aber damals im Zusammenspiel "etwas nicht gestimmt haben". Rein sportlich wäre Guardiola laut dem Sky-Experten aber wohl die Ideallösung: "Wenn der FC Bayern Ballbesitz-Fußball spielen lassen will, gibt es keine bessere Lösung als Pep Guardiola. Dann wäre er ein Gewinn für Bayern wie die ​Bundesliga."