Es war ein denkwürdiger Abend - in jeglicher Hinsicht. Der BVB bekam beim FC Bayern eine neuerliche Lehrstunde erteilt. Sportdirektor Michael Zorc stellte sich nach der "Nicht-Leistung" der Mannschaft demonstrativ vor Lucien Favre.


Ebendiese "Nicht-Leistung" hatte Zorc seiner Mannschaft nach dem Spiel attestiert. Eine Schuld bei Trainer Lucien Favre sah Dortmunds Sportdirektor mitnichten: "Den Trainer nehme ich komplett von der Kritik aus. Fragen Sie die Spieler", fauchte er. 


Und das ist auch angemessen. Was der BVB da spielte, war weniger als Nichts. Ursachenforschung müssen andere betreiben, der blutleere Auftritt der Borussia ist allerdings gleichzeitig auch ein Infragestellen des Trainers. Ob die Mannschaft die Vorgaben von Favre nicht verstehen möchte oder kann - sie setzen sie derzeit viel zu selten um. 


Auch Favre wird sein Fett weg kriegen


Im Spiel gegen Inter Mailand griffen die Automatismen im zweiten Durchgang auf einmal und der BVB spielte wie ausgewechselt. Dass es aber - und das zeigte sich auch gegen den FC Bayern - derzeit in Dortmund an den Basics hadert, weist entweder auf die Qualität der Mannschaft oder auf eine fehlende Chemie hin. Und bei der sollte Lucien Favre seine Finger im Spiel haben.


Michael Zorcs Rückendeckung an Lucien Favre ist also eher als thematisches Schutzschild zu verstehen. Am Samstagabend wollte Zorc nicht über den Trainer, sondern die "Nicht-Leistung" der Spieler sprechen. Intern wird das Spiel gegen die Bayern aber noch im Detail aufgearbeitet  - und es würde verwundern, wenn dann nicht auch der Trainer zum Thema wird.