​Granit Xhaka erlebt momentan wohl die schwierigste Zeit seiner Karriere. 

Beim ​FC Arsenal hat er zuletzt seinen Platz im Team, und seit gestern auch die Kapitänsbinde an Pierre-Emerick Aubameyang verloren. Ein Weggang des Schweizers schon im kommenden Winter liegt damit durchaus im Bereich des Möglichen.


Bis gestern noch war Granit Xhaka, 78-facher Nationalspieler für die Schweiz, Spielführer der Gunners. Doch sein ungebührliches Verhalten anlässlich seiner Auswechslung beim Liga-Spiel gegen Crystal Palace hat Trainer Unai Emery offensichtlich zum Umdenken bewegt. Bei besagtem Spiel (2:2) im Emirates-Stadium am letzten Oktober-Wochenende war der defensive Mittelfeldspieler in der 61. Minute ausgewechselt worden und reagierte auf die Buh-Rufe und Pfiffe der Arsenal-Fans mit einer wütenden Geste und einem klar artikulierten "Fuck off!". 


Das kam nicht ganz so gut an - bei Fans wie auch beim Trainer. Der ließ ihn dann auch gleich mal für die nächsten Spiele (im League-Cup gegen Liverpool und am vergangenen Liga-Wochenende gegen die Wolves) außen vor, berief seinen (Noch-)Kapitän nicht mal für das Aufgebot. 


Zuletzt nicht mehr im Team - und als Kapitän abgesetzt!


Seit Dienstag ist Xhaka nun auch die Binde des Mannschaftsführers los. Die erhielt der frühere Dortmunder Aubameyang. Ein Ex-Borusse für einen anderen Ex-Borussen, sozusagen. 

Xhaka soll die Entscheidung akzeptiert haben. 


Was auch sonst? Aber wohl eher zähneknirschend. Die hochseriöse Times zeichnet nun als Konsequenz dieser Verwerfungen das Szenario eines vorzeitigen Abschieds des Spielers in den medialen Raum. Auch will die Tageszeitung schon wissen, wohin es für den Schweizer gehen könnte: nämlich zurück in die ​Bundesliga, wo er vier ziemlich erfolgreiche Spielzeiten mit der Borussia aus Mönchengladbach erlebte. 


Zweimal qualifizierten sich die Fohlen in diesem Zeitraum, nicht zuletzt auch dank Xhakas Mithilfe, für die Champions League (2014/15 und 2015/16) sowie einmal für die Europa League (2013/14). 


Rückkehr in die Bundesliga?


Xhakas Vertrag in London ist bis 2023 datiert. Jährlich streicht der 27-jährige Schweizer ein Gehalt von sechs Millionen Euro ein.Das reduziert den Kreis der möglichen Abnehmer für den Mittelfeld-Strategen auf eine überschaubare Anzahl von Klubs. 


​Bayern München und ​Borussia Dortmund wären da natürlich als erste zu nennen. Aber auch RB Leipzig und Bayer Leverkusen könnten ihr Interesse anmelden. Selbst Xhakas Ex-Klub,  ​Borussia Mönchengladbach, könnte eine Option sein. Allerdings stehen dieser für Fußball-Romantiker wohl schönsten Vorstellung die jüngsten Aussagen von Borussias Sport-Chef Max Eberl entgegen, nach denen eine Rückholaktion eher nicht zur Diskussion steht. 


Abgesehen vom hohen Gehalt müssten die Gladbacher ja auch noch eine Ablöseentschädigung zahlen. Und die dürfte auf jeden Fall nicht unterhalb der von Arsenal vor drei Jahren gezahlten 45 Millionen Euro liegen. Auf jeden Fall wird es in der Personalie Xhaka in den nächsten Wochen und Monaten spannend bleiben.