​Borussia Dortmund hat es verpasst, in der ​Champions League einen wichtigen Schritt in Richtung Achtelfinale zu gehen. Bei Inter Mailand setzte es eine 2:0-Niederlage, wodurch die Italiener jetzt punktgleich mit den Schwarz-Gelben sind.


BVB-Coach Lucien Favre überraschte gegen Inter mit einem taktischen Kniff: Statt des bewährten 4-2-3-1-Systems baute der Schweizer im San Siro auf ein 3-4-3 und setzte somit erstmals in dieser Saison auf eine Dreierkette in der Abwehr. Die Umstellung sollte sich aber nicht bezahlt machen - vor allem offensiv fiel den Schwarz-Gelben (erneut) nicht allzu viel ein.


Die Geschichte des Spiels ist somit schnell erzählt: Inter war in allen Bereichen abgeklärter, cooler, einfach in der Entwicklung einen Schritt weiter. Die Defensive um Abwehrchef Godin stand sattelfest, vorne sorgte vor allem der umtriebige Martinez immer wieder für Gefahr. Und: Inter leistete sich schlichtweg keine Fehler - im Gegensatz zum ​BVB.


Harmlos, harmloser, Borussia Dortmund


Denn in der 22. Minute war es Schulz, der als Außenverteidiger zwei Meter hinter den drei Innenverteidigern stand und das Abseits aufhob. De Vrij erkannte die Situation, chippte den Ball gefühlvoll über die Abwehrkette zu Martinez, der allein vor Bürki keine Probleme hatte und zum 1:0 traf.


Die Führung spielte Inter natürlich in die Karten: Man konnte sich ab sofort auf seine sichere Defensive verlassen und vorne mal schauen, was der BVB noch so anbietet. Die Dortmunder enttäuschten offensiv dagegen auf ganzer Linie und hatten während der 90 Minuten eigentlich nur zwei halbgare Chancen durch Sancho, der nach seiner Suspendierung erwartungsgemäß wieder in der Startelf stand. Brandt war als falsche Neun gegen die Abwehrkanten der Italiener hoffnungslos unterlegen - das gleiche gilt auch für Hazard.

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Als Dortmund in der Schlussphase alles nach vorn warf (hier ist eigentlich nur die Redewendung gemeint, denn viel passierte immer noch nicht im schwarz-gelben Offensivspiel), öffneten sich Inter einige Lücken. Erst wurde der 17-jährige Esposito von Hummels im Strafraum zu Fall gebracht - den fälligen Elfmeter durch Martinez parierte Bürki jedoch. Kurze Zeit später war die Partie dann aber doch entschieden: Candreva war allein auf und davon und machte mit dem 2:0 den Deckel drauf.


Durch den Heimsieg, der aufgrund Inters wesentlich reiferen Spielanlage absolut verdient ist, schließen die Nerazzurri in der Gruppe zum BVB auf - beide Klubs haben nun vier Punkte, Barça führt die Tabelle mit sieben Zählern an.

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Beim BVB werden die kritischen Fragen nach dieser ideenlosen und wenig inspirierten Vorstellung nicht weniger werden. Am Wochenende wartet bereits das Derby gegen ​Schalke - Favre ist gefordert, schnellstmöglich Antworten zu finden. Denn eins ist klar: So kann es für die Dortmunder mit ihrem riesigen Potential nicht lange weitergehen.


Die Aufstellungen im Überblick:

Handanovic - Godin, de Vrij, Skriniar - Brozovic, Candreva, Gagliardini, Barella, Asamoah (80., Biraghi) - Lukaku (62., Esposito), Martinez (90., Valero)


Bürki - Akanji (74., Bruun Larsen), Weigl, Hummels - Hakimi, Witsel, Delaney (65., Dahoud), Schulz - Sancho, Brandt, Hazard (84., Guerreiro)