​Julian Brandt ist seit seinem Wechsel von Bayer Leverkusen zuBorussia Dortmund noch nicht so richtig angekommen bei seinem neuen Klub. Dies ist auch einer taktischen Umstellung geschuldet - aber bei aller Liebe: wie kann für so einen begnadeten Fußballer kein Platz im Team sein?


Vor der Saison schien relativ sicher, dass der BVB in den meisten Spielen mit einem 4-1-4-1-System, also einem Sechser vor der Abwehr operieren würde. Doch aufgrund der aufgedeckten defensiven Mängel und Instabilität ist Lucien Favre davon mittlerweile abgerückt und hat das defensive zentrale Mittelfeld auf ein Tandem aufgebläht. 


Dadurch reduziert sich das offensive Mittelfeld von vier auf drei Spieler - und genau das scheint Brandts Problem zu sein. Denn das Dreiermittelfeld Favre'scher Prägung sieht Marco Reus dort in der Mitte und Jadon Sancho und Thorgan Hazard auf den Außen. An den beiden kommt Brandt, der lieber aus dem Zentrum heraus agiert, bislang nicht vorbei. Und an Marco Reus, dem auserkorenen Leader der Mannschaft, sowieso nicht. Heißt: für einen Mann wie Julian Brandt ist im aktuellen Schema des Lucien Favre offensichtlich kein Platz. 


Mit dem BVB die falsche Wahl getroffen?


Doch kann das sein? Kann soviel Talent einem taktischen Korsett geopfert werden? Wer Lucien Favre kennt, weiß: ja, es kann. Und das der Schweizer dabei auch bis zur letzten Konsequenz geht, ist auch bekannt. 


Heißt im Umkehrschluss für Brandt: entweder er versucht Druck auf die etatmäßigen Außenspieler auszuüben, um dann - das wäre sein Dilemma - wenigstens überhaupt zu spielen, wenn auch auf einer von ihm nicht geliebten Position, oder er versucht, dem Platzhirschen Marco Reus das Terrain streitig zu machen. Lapidar könnte man dieses Szenario so beschreiben: Augen auf bei der Klub-Wahl!