Fundierte Anschuldigung oder schlechter Stil? Arsene Wenger wirft dem FC Bayern wörtlich Manipulation am Wechsel von Serge Gnabry zu Werder Bremen vor. Beim Transfer im August 2016 von Arsenal zum SVW sei der Rekordmeister beteiligt gewesen, behauptet Wenger.


Serge Gnabry ist nicht erst nach seinem Viererpack gegen Tottenham in aller Munde: Beim ​FC Bayern soll er das Erbe von Ribery und Robben antreten, in der Nationalmannschaft ist der 24-Jährige für Bundestrainer Joachim Löw jetzt schon unverzichtbar.


Die Karriere des Offensivstars verlief aber nicht so stromlinienförmig wie zuletzt. 2011 wagte der damals 16-jährige gebürtige Stuttgarter den Sprung von der VfB-Jugend in die Nachwuchsakademie des ​FC Arsenal. Dort schaffte Gnabry dann auch schnell den Sprung zu den Profis, doch ebenso schnell geriet die Karriere ins Stocken. Eine Leihe zu West Bromwich war sportlich gesehen für ihn eine Katastrophe, zurück bei Arsenal, glaubte er nicht mehr an den Durchbruch bei den Gunners. 


Wenger glaubt an Absprache zwischen Werder und Bayern


Sein Trainer damals: Arsene Wenger. Und der erhebt nun Vorwürfe gegen ​Werder Bremen und den FC Bayern. Gnabry war nach seiner verkorksten Leihe nämlich im Sommer 2016 an die Weser gewechselt. Selbstvertrauen tankte er zuvor beim olympischen Turnier von Rio unter Trainer Horst Hrubesch, der Gnabry viel Vertrauen schenkte.


Vertrauen, dass er bei Arsenal nicht mehr spürte. "Er kam von einer sehr schlechten Erfahrung bei West Brom zurück, wo sein Vertrauen zerstört wurde. Ich habe versucht, ihn wieder aufzubauen, weil ich an ihn glaubte", rechtfertigt sich Wenger im Gespräch mit beIN Sports. "Er war immer ein sehr talentierter Junge, dem es in manchen Phasen an Selbstvertrauen fehlte, aber wir dachten immer, wir hätten einen Spieler, der viel erreichen könnte", so Wenger weiter.


Der Abgang von Gnabry wird ihm heute gerne vorgeworfen - zu bitter ist für viele Gunner-Fans dessen Aufstieg nach seiner Zeit in London.


Über Werder und Hoffenheim zum FCB: "Denke, dass Bayern manipuliert hat"


Schlappe fünf Millionen Euro legte Werder damals auf den Tisch. Schon im Sommer 2016 wurde aber darüber spekuliert, dass der FC Bayern am Deal beteiligt gewesen sei. "Es gibt keine Vereinbarungen mit anderen Vereinen", versicherte SVW-Manager Frank Baumann damals.


Am Ende wechselte Gnabry aber nach nur einem Jahr für acht Millionen Euro an die Isar - und nahm den Umweg über eine Leih-Saison bei der TSG Hoffenheim. "Wir haben für eine sehr lange Zeit versucht, seinen Vertrag zu verlängern. Ich denke, dass Bayern hinter den Kulissen manipuliert hat, dass er, wenn er nach Bremen geht, danach zu Bayern gehen würde", wirft Wenger den Bundesligisten vor.


Ob an den Anschuldigen etwas dran ist, wissen nur die Beteiligten. Gut möglich, dass es so war. Gut möglich aber auch, dass Wenger nun eine Rechtfertigung sucht, warum Arsenal den Nationalspieler damals ziehen ließ. Sollte letzteres stimmen, wäre das wahrlich kein Gentlemen-likes Verhalten...