Wird Fein der neue Sechser bei den Bayern?

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Die Planstelle des Sechsers beim FC Bayern München ist für Thiago Alcántara vorgesehen (offensive Variante) oder für Javi Martínez (defensive Variante). Für einen Kader, der neben den nationalen Titeln immer auch das große Ziel Henkelpott im Auge hat, könnte das auf Strecke zu wenig sein. Dennoch scheinen die Macher an der Säbener Straße nicht die Absicht zu haben, auf dieser Position nochmal nachzulegen. Und das könnte einen ganz banalen Grund haben. 

Nämlich, dass sie den potentiellen Nachfolger für Thiago bzw. Martínez schon in ihren Reihen haben. Sein Name: ​Adrian Fein (20) - derzeit als Leihgabe beim ​Hamburger SV ziemlich erfolgreich unterwegs. 

Regelmäßig einer der besten beim HSV

Adrian Fein war bislang in allen fünf Pflichtspielen des HSV über die volle Distanz auf dem Platz. Und zwar nicht nur dabei, sondern mittendrin. Regelmäßig gehört er zu den notenbesten Hamburgern. Das ist auch ​U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz nicht entgangen, der den gebürtigen Münchener nun für die kommenden Länderspiele des DFB-Nachwuchses (gegen Griechenland im Testspiel am 5. September, und im ersten EM-Qualifikationsspiel bei den Walisern am 10. September) nominiert hat. 

Somit hat sich für Fein sein Wechsel von Regensburg in die Hansestadt schon nach wenigen Wochen ausgezahlt. Aber eben auch für die Bayern. Der Spieler hat nie einen Hehl daraus gemacht, nach seiner einjährigen Leihe zurück nach München zu wollen, um sich dort einen Platz im Profi-Kader zu erobern. Hätte man darüber vor Saisonbeginn vielleicht noch verständnisvoll gelächelt, muss man mittlerweile zugestehen: die Klasse hat er.

Mangala vergessen gemacht!

Was wurde in Hamburg im Frühjahr nicht über den Abgang von Orel Mangala lamentiert. Der Belgier, ebenfalls nur auf Leihbasis für die Hamburger aktiv, musste nach nur einer Saison schon wieder zurück zum VfB. Beim HSV war Mangala, zumindest noch in der Hinrunde, einer der stärksten Hamburger (und einer der besten defensiven Mittelfeldspieler der ganzen Liga). 

Doch an Mangala erinnert sich in Hamburg momentan keiner mehr. Vielleicht auch aufgrund der katastrophalen Rückrunde, in der auch der Belgier sang-und klanglos mit dem Rest der Mannschaft unterging. 

Adrian Fein muss zwar erst noch beweisen, dass er sein aktuelles Level auch über eine ganze Saison halten kann. Doch sollte es ihm gelingen, ist er sicherlich nicht nur für den FC Bayern München interessant. 

Bald auch eine Option für Löw?

Auch bei Jogi Löw könnte Fein schon in naher Zukunft eine Chance bekommen. Khedira kommt allmählich in die Jahre, Gündogan ist öfter mal verletzt, Goretzka mehr Achter als Sechser - ein Adrian Fein in der Form der vergangenen Wochen wäre da mehr als nur eine Verlegenheitslösung - auch wenn man den Youngster noch nicht zu früh in den Himmel loben sollte. 

Zurück zu den möglichen Planspielen beim Rekordmeister. Dessen Kader gibt natürlich mehr her als nur die beiden nominellen Sechser. In diesem Zusammenhang ist der Name Joshua Kimmich zu nennen, der alle Voraussetzungen für die zentrale defensive Schaltstelle mitbringt: Dynamik, Zweikampfstärke, gute Technik und Spielverständnis. Auch für einen Corentin Tolisso dürfte die Position kein allzu großes Problem darstellen. 

Wer solche zusätzlichen Optionen hat, muss nicht zwangsläufig auf dem Markt aktiv werden. Zumal Sechser von dem Niveau, wie es die Bayern brauchen, teuer sind. Sehr teuer. Das Geld werden sie an der Säbener Straße lieber in einen (oder mehrere) Offensivspieler stecken - was auch völlig nachvollziehbar ist. Und Adrian Fein kommt ja schon im nächsten Jahr nach München - umsonst!