Als Hasan Salihamidzic den Wechsel von Michael Cuisance zum FC Bayern München bekanntgab, staunten die Beobachter nicht schlecht. Schließlich konnte dieser sich bei seiner vorherigen Station in Gladbach nie wirklich durchsetzen. Nicht nur deshalb wird man dort mit dem Abgang des Mittelfeldakteurs nicht allzu sehr hadern. Zumal man mit Laszlo Benes einen hungrigen Ersatz aus den eigenen Reihen hat, der einen Michael Cuisance wohl bald vergessen lassen wird.


Um die zehn Millionen Euro haben die ​Bayern den Fohlen aus Gladbach wohl überwiesen, um den 20-jährigen Cuisance an die Säbener Straße zu lotsen. Das Feedback über den Wechsel war durchwachsen. In beiden Fanlagern. Schließlich lassen die Gladbacher einen hoch veranlagten, jungen Mittelfeldspieler zur direkten Konkurrenz ziehen. Andererseits hat man unter anderem mit Florian Neuhaus, Denis Zakaria und nicht zuletzt Weltmeister Christoph Kramer ein echtes Überangebot im Mittelfeld.


Wie wichtig war Cuisance wirklich?

Und um ehrlich zu sein, hat der junge Franzose in seinen zwei Jahren bei den Fohlen mehr Schlagzeilen abseits als auf dem Feld geschrieben. So auch beispielsweise im Februar 2018 als er auf einer Autobahn in einen Unfall verwickelt war und sich später vor Gericht verantworten musste. Im August davor wurde er zudem beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt.

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Michael Cruisance hat es inzwischen nach München verschlagen



Trotz all der Querelen um den gebürtigen Straßburger ist er bereits 35 Mal in der Bundesliga aufgelaufen, dazu vier Mal im DFB-Pokal. Eine Lücke, wenn auch klein, wird er also schon hinterlassen. Diese könnten die​ Borussen aber schneller stopfen, als zunächst angenommen. Mit dem 21-Jährigen Laszlo Benes steht nämlich ein weiterer junger Mittelfeldspieler in den Startlöchern, der in genau diesem Abgang seine Chance gewittert haben könnte.


Benes' zweiter Anlauf

Benes war vor mittlerweile drei Jahren nach Gladbach gekommen, in denen er sich aufgrund der großen Konkurrenz im Mittelfeld nie durchsetzen konnte. Folglich wurde er im vergangenen halben Jahr zu Holstein Kiel verliehen, für die er fortan jedes Pflichtspiel in der 2. Bundesliga absolvierte, darüber hinaus zwei Tore erzielte und sogar fast den Sensationsaufstieg schaffte.

Auch seit seiner Rückkehr zu den Fohlen machte der junge Slowake eine gute Figur. Beim Saisonauftakt gegen ​Schalke zeigte er eine der besseren Leistungen im Mittelfeld und wurde in der Startelf sogar dem erfahrenen Patrick Hermann vorgezogen. Etwas Erstliga-Erfahrung hat er auch vorzuweisen: In zwölf Bundesligaspielen wurde er bereits eingesetzt, wenn auch meist von der Einwechselbank. Auch ein Tor konnte er bereits erzielen.

Laszlo Benes

Gegen Schalke machte Laszlo Benes bereits eine gute Figur




Benes, der sich im zentralen Mittelfeld auf der Sechs oder Acht am liebsten wiederfindet, könnte das Spielerformat Michael Cuisance zudem nahezu identisch ersetzen. Beide haben die gleiche Position inne und sind sich auch körperlich sehr ähnlich. Mit dem Unterschied, dass Benes in Kiel bereits Führungsspieler war und daher damit vertraut ist, Verantwortung zu übernehmen. Doch auch er muss seine Chance in der Erstklassigkeit erst einmal nutzen. Sollte er dies tun, werden sich wohl auch die letzten Gladbacher Cuisance-Fans dem jungen Benes zuwenden.