​Unverhofft kommt oft. Nachdem selbst der ​HSV das Geld schon abgeschrieben hatte, darf er jetzt wieder berechtigterweise mit einem verspäteten Transfererlös von etwa vier Millionen Euro rechnen - mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Verkauf des Spielers. 


Cléber Reis, brasilianischer Innenverteidiger von ziemlich unbrasilianischer Hölzernheit, kam 2014 von Corinthinas Sao Paulo zum Hamburger SV. Bis zum Winter 2017 absolvierte der Abwehrspieler wettbewerbsübergreifend 44 Spiele für die Rothosen, in denen er immerhin zwei eigene Treffer und einen Assist für sich verbuchen konnte. Ansonsten war sein Wirken auf dem Platz von ungestümen Attacken und jeder Menge technischer Unzulänglichkeiten geprägt. 


Da sein damaliger Trainer in Hamburg, Markus Gisdol, die Sache genauso sah und Spieler wie Mergim Mavraj und ​Kyriakos Papadopoulos vorzog, "floh" Reis wieder in seine südamerikanische Heimat und schloss sich dem Pelé-Klub FC Santos an. 


Und der zahlte nicht. Weder die vertraglich festgelegte Ablösesumme von 2,5 Millionen Euro, noch die per Klausel verankerte Vertragsstrafe in Höhe von einer Million, die bei Nichtzahlung fällig werden sollte. 


Bruchhagen: "Das Geld bekommen wir nie!"


A propos Nichtzahlung: Der erst wenige Wochen zuvor zurück nach Hamburg gekommene, neue Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen soll nach der Vertragsunterschrift mit den Verantwortlichen des FC Santos zu seinem Kollegen vom Finanzvorstand, ​Frank Wettstein, gesagt haben: "Das Geld bekommen wir nie!" 


Und danach sah es auch lange Zeit aus. Denn die Brasilianer ließen entsprechende Fristen verstreichen - doch das Geld für Reis kam nie in Hamburg an. Bis es dem HSV zu bunt wurde und er im Dezember 2017 die FIFA einschaltete. 


Und die hat nun entschieden: Der FC Santos muss dem Hamburger SV die 2,5 Millionen Ablöse zuzüglich der Konventionalstrafe zuzüglich Strafzinsen zahlen. Macht summa summarum vier Millionen Euro! Ein stattlicher Betrag für die klammen Hamburger. 


Santos muss die Cleber-Ablöse definitiv zahlen


Der FC Santos wird zahlen müssen. Andererseits drohen sogar Zwangsmaßnahmen, die im schlimmsten Fall sogar einen Zwangsabstieg nach sich ziehen würden. So berichtet es das Hamburger Abendblatt


Aktuell mit 32 Punkten aus 15 Spielen Tabellenführer vor Flamengo und Palmeiras (mit je 30 Punkten), strebt der legendäre Klub, für den die Fußball-Ikone Pelé einst 18 Jahre lang (!) die Stiefel schnürte, dem ersten Meistertitel seit 2004 entgegen. Unwahrscheinlich, dass es die Verantwortlichen des Klubs aus der brasilianischen Hafenstadt zum Super-GAU kommen lassen. 


Der Hamburger SV darf sich also auf einen baldigen Geldregen freuen, mit dem dann im Winter weiter in den Kader investiert werden soll. Beharrlichkeit zahlt sich manchmal also buchstäblich aus.