​Beim International Champions Cup 2019 bekommen die Fans schon einmal einen ersten Einblick auf die neue Saison. Beim gestrigen Testspiel zwischen dem ​FC Bayern München und ​Real Madrid ging es dabei gleich richtig zur Sache. Am Ende siegte der deutsche Rekordmeister mit 3:1 gegen durchaus ebenbürtige Madrilenen. Nach dem Duell gibt es einige Erkenntnisse, die man im Hinblick auf die neue Saison über die Bayern ziehen kann.


FCB - RM: 3:1 | Tore: Corentin Tolisso, Robert Lewandowski, Serge Gnabry, Rodrygo


Offensives Duell auf Augenhöhe


Vor mehr als 60.000 Zuschauern boten die beiden Teams vor allem in Hälfte Eins ein so nicht zu erwartendes Offensiv-Spektakel. Für ein Testspiel waren beide Teams gut aufgelegt und kamen zu vielen Chancen. Das lag auch an den Trainern Zinédine Zidane und Niko Kovac, die zu Beginn der Partie auf viele Leistungsträger und keine Nachwuchs-Akteure setzten. So bot das Spiel ein enormes Tempo, welches den Bayern besser gelegen kam.


In der 15. Minute ging man durch den Treffer von Serge Gnabry in Führung, das gut herausgespielte Tor deutete auf ein schon jetzt stark eingespieltes Team. ​In der Folgezeit blieben vor allem die Königlichen am Drücker, der FCB stand defensiv nicht hundertprozentig sicher. Das weiß auch Trainer Kovac, der in der Verteidigung noch am meisten Probleme sieht. 


Taktische Umstellungen zur neuen Saison


Bei der Aufstellung blieben sich die Bayern treu, wie in der abgelaufenen Spielzeit agierte man in einem offensiven 4-3-3-System. Dabei rückte Javi Martínez in die Innenverteidigung und Joshua Kimmich übernahm die rechte Seite. Nach dem Seitenwechsel brachte Kovac dann allerdings Benjamin Pavard und eine Umstellung deutete sich an.​ Denn Kimmich rückte fortan in das Mittelfeld um als rechter Achter zu agieren, Pavard spielte auf der rechten Abwehrseite.


Damit deutet sich vor allem für den deutschen Nationalspieler eine Veränderung an, in Zukunft wird er voraussichtlich auch im Mittelfeld auflaufen. Ein anderer Neuzugang bekam ebenfalls eine neue Rolle, Jan-Fiete Arp übernahm nämlich vor allem die rechte Außenbahn. Dafür übernahm Thomas Müller immer wieder den Part des alleinigen Stürmers.


So präsentierten sich die Neuzugänge


Nur zwei wirkliche Neu-Verpflichtungen kamen in der gestrigen Partie zum Einsatz. Benjamin Pavard zeigte eine ordentliche Leistung​ und ließ auf seiner rechten Seite nach der Halbzeit nur wenig anbrennen. Ob er sich als Stammelf-Kandidat etablieren kann, bleibt abzuwarten. Jan-Fiete Arp müsste dafür noch richtig drauf packen, denn vor allem die Intensität machte dem Youngster noch zu schaffen.

Fiete Arp

Arp machte einen guten Eindruck, hat aber noch viel nachzuholen


„Heute habe ich gemerkt, wo momentan noch meine Grenzen sind. Ob mit Ball oder gegen den Ball: Für den Moment war es vom Tempo noch eine Nummer zu groß für mich", so Arp selbstkritisch bei Sport1.


Welche Spieler konnten auf sich aufmerksam machen?


Neben den Neuzugängen wurde auch ganz genau auf zwei weitere Spieler geblickt, nämlich Renato Sanches und Jérôme Boateng. Beide durften sogar beginnen und zeigten in der ersten Halbzeit ordentlich Eindrücke. Boateng durfte über die gesamten 90 Minuten auflaufen um weitere Spielpraxis zu sammeln. Auch Manuel Neuer schätzte die Leistung der beiden Profis gut ein: "Wir haben heute alle ein gutes Spiel gemacht, Renato ebenso wie Jerome. Wir wissen, was diese Spieler können - und sind natürlich auch froh, wenn sie bleiben.“


Ebenfalls für viel Aufmerksamkeit sorgte Dauerläufer Joshua Kimmich, doch neben einer guten Leistung sorgte er auch für einen Schreckmoment. Nur wenige Minuten vor dem Ende der Partie wollte der Nationalspieler einen Ball aus dem Mittelfeld zu lässig zu seinem Mitspieler Niklas Süle spielen, doch Rodrygo nahm die Kugel dankbar auf. Sven Ulreich wusste sich nur noch mit einer Notbremse zu retten, doch Kimmich sah seinen Fehler gleich ein.


Gute Eindrücke trügen nicht


Es bleibt also festzuhalten, dass der FC Bayern München sich in dieser frühen Phase schon gut gerüstet sieht. Gegen den starken Gegner aus Madrid konnte man fast über die komplette Partie überzeugen und wusste vor allem offensiv zu gefallen. Damit geht man positiv in die letzten Wochen der Vorbereitung, an den defensiven Fehlern wird man arbeiten. Sollte es weiter so gut laufen, kann man von einer überaus gelungenen Sommerpause sprechen.​