​Mit Luka Jovic hat ​Eintracht Frankfurt in diesem Sommer bereits ein Mitglied ihrer berühmt berüchtigten Büffelherde ​an Real Madrid abgegeben. Seit neuestem wird nun auch ​Sebastien Haller mit einem neuen Klub in Verbindung gebracht. Obwohl West Ham United für den französischen Angreifer wohl ein stolzes Sümmchen in Richtung Frankfurt überweisen würde, sollten die Hessen alles daran setzen, um ihren Sturmtank zu halten.


Seit dem Sommer 2017 geht der 25-jährige Mittelstürmer für die Eintracht auf Torejagd und hat sich seitdem als eine schier unverzichtbare Größe bei den Hessen etabliert. Ein Blick auf die Statistiken des Angreifers genügen dabei längst nicht aus, um den wahren Wert des Stürmers verstehen zu können. So klingen zwar 24 Torbeteiligungen in 29 Ligaspielen der Vorsaison bereits sehr beeindruckend, noch weitaus wichtiger ist jedoch die besondere Spielweise des robusten Offensivspielers.

Sebastien Haller

Auch in der Europa League steuerte Haller acht Torbeteiligungen bei



So ist wohl kaum ein Spieler im europäischen Fußball in der Lage, den Ball ähnlich gut gegen gleich eine Mehrzahl von gegnerischen Defensivspielern zu behaupten und im Anschluss sogar noch an einen freistehenden Mitspieler abzugeben. Wie wichtig dieses Element für die Frankfurter ist, wurde in der vergangenen Spielzeit überdeutlich, als Haller aufgrund einer Bauchmuskelverletzung für fünf Ligaspiele aussetzen musste. Nicht zufällig, konnte die Hütter-Elf in diesem Zeitraum nur eines von fünf Spielen gewinnen und ließ in der Offensive häufig die nötige Durchschlagskraft vermissen.


Nicht wenige Experten und Eintracht-Fans vertreten daher seit jeher die Auffassung, dass der ehemalige französische U21-Nationalspieler der wichtigste Offensivspieler der Adler ist und mit seiner Bedeutung sogar Luka Jovic in den Schatten stellte. Spieler mit einem ähnlichen Profil wachsen schließlich keineswegs auf Bäumen und daher wäre der zweikampfstarke Sturmbüffel am Ende wohl sogar noch schwerer zu ersetzen, als der nach Madrid transferierte Serbe.


Das ​Angebot von West Ham United, dass übereinstimmenden Medienberichten zufolge derzeit auf rund 40 Millionen Euro taxiert und von der sportlichen Führung bereits zumindest indirekt bestätigt wurde, sollte die Klub-Bosse daher eigentlich noch längst nicht ins Wanken bringen. Für Haller selbst sollen die Hammers das Angebot jedoch durch eine im neuen Kontrakt verankerte Ausstiegsklausel besonders schmackhaft machen. Geht die Entwicklung des Franzosen so weiter, dürfte der Wechsel in die Premier League ohnehin nur als Zwischenstopp in Richtung eines echten internationalen Schwergewichts angesehen werden.

Fredi Bobic

Fredi Bobic muss das große Ganze im Blick behalten



Eigentlich könnte man meinen, dass Haller in Frankfurt diese Entwicklung in einer für ihn bereits perfekt abgestimmten Umgebung, am besten fortsetzen könnte. Am Ende des Tages, weiß aber auch SGE-Coach Adi Hütter, dass es keinen Sinn machen würde, einen Spieler entgegen seinem Willen zu einem Verbleib zu zwingen. So erläuterte der 49-jährige Fußballlehrer jüngst laut sge4ever.de, dass der Spieler selbst entscheiden müsse, "ob er bei Eintracht Frankfurt bleiben möchte oder die Chance nutzt, in eine andere Liga zu gehen". Die ein oder andere persönliche Streicheleinheit kann aber mit Sicherheit nicht schaden.


Ein Verkauf von Haller wäre darüber hinaus auch kein allzu gutes Signal, sowohl nach innen als auch nach außen. So mancher Eintracht-Fan wirft Frankfurts ​Sportvorstand Fredi Bobic bereits vor, zu wenig um seine Spieler zu kämpfen und diese für zu geringe Ablösesummen abzugeben. Zwar kann man in dieser Hinsicht durchaus anderer Meinung sein, dennoch sollte die Eintracht tunlichst aufpassen, nicht als zu einfacher Verhandlungspartner abgestempelt zu werden. 


Verlassen zu viele Führungsspieler vorzeitig das Boot, könnten dadurch zudem auch andere wechselwillige Profis angestachelt werden. Ein Verbleib von Haller, zumindest bis zu dessen Vertragsende im Sommer 2021, wäre daher auf gleich mehreren Ebenen ein wichtiger Fingerzeig der Eintracht.