​Der personelle Aderlass bei Atletico Madrid geht heiter weiter. Nachdem Verteidiger Lucas Hernandez bereits zum ​FC Bayern München transferiert wurde und auch Antoine Griezmann seinen Abschied bereits angekündigt hat, soll nun mit dem ​Mittelfelspieler Rodri ein weiterer Führungsspieler die Verantwortlichen der Rojiblancos vor vollendete Tatsachen gestellt haben.


Wie die Marca berichtet, soll der 22-jährige Spanier am gestrigen Montag mit dem Klubpräsidenten Miguel Ángel Gil Marín gesprochen und den 56-Jährigen darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass er sich gegen einen Verbleib beim spanischen Hauptstadtklub entschieden hat. Zahlreiche Vieraugengespräche mit Cheftrainer Diego Simeone, der seinen Mittelfeldspieler unbedingt halten wollte, liefen somit offenbar schlussendlich ins Leere.

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Diego Simeone muss in Zukunft allem Anschein nach auch ohne Rodri auskommen



Dabei war Rodri erst vor einem Jahr, nach zuvor fünf Spielzeiten im Trikot des FC Villarreal, wieder in den Schoss der Colchoneros zurückgekehrt. Für den vor Jahren als noch für nicht gut genug befundenen Sechser, legte Atletico bei der Rückholaktion dabei stolze 25 Millionen Euro auf den Tisch und stattete den siebenfachen spanischen Nationalspieler mit einem langfristigen Vertrag bis zum Sommer 2023 aus.


Der Deal zahlte sich für die Simeone-Elf prompt aus und so konnte der Iberer in nur einem Jahr seinen von transfermarkt.de bezifferten Marktwert auf bis zu 80 Millionen Euro steigern. Kein Wunder also, dass gleich mehrere Spitzenklubs hellhörig wurden und sich auch nicht von der der in Rodris Arbeitspapier festgelegten Ausstiegsklausel in Höhe von 70 Millionen Euro abschrecken ließen. Wie aus dem Umfeld des heiß begehrten Mittelfeldspielers zu hören ist,  stießen die Avancen von Paris Saint-Germain und Manchester United bei dem gebürtigen Madrilenen jedoch auf taube Ohren.


Unweit größere Chancen werden da schon ​Manchester City eingeräumt. Vor allem eine Zusammenarbeit mit deren Startrainer Pep Guardiola hat für den Altetico-Profi dem Vernehmen nach einen großen Reiz; außerdem wird Rodri als designierter Nachfolger von Fernandinho gehandelt. Ein weiterer Klub, der seinen Hut vehement in den Ring geworfen hat, ist der ​FC Bayern München. Mit Lucas Hernandez heuert bereits ​ein bisheriger Teamkollege von Rodri in Bälde an der Säberner Straße an. Laut Informationen des AS-Journalisten Manuel Esteban sollen die Münchner derzeit versuchen diesen Trumpf auszuspielen.

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Kann Lucas Hernandez seinen Ex-Kollegen nach München lotsen?



So soll Hernandez derzeit als eine Art Vermittler zwischen dem Atletico-Star und den Kaderplanern der Bayern agieren. Ob die Münchner schlussendlich aber wirklich dazu bereit wären, die stolze Ablöseforderung zu zahlen, dürfte davon abhängen, ob ​ein Transfer des noch kostspieligeren City-Stars Leroy Sane zu bewerkstelligen ist. Ein Transfer beider Schwergewichte erscheint trotz des prall gefüllten Festgeldkontos des frisch gebackenen Meisters wenig wahrscheinlich.


Für welchen neuen Arbeitgeber auch immer sich Rodri schlussendlich entscheiden wird, klar ist, dass der spanische Spitzenklub nicht die volle Transfersumme einheimsen kann. Die cleveren Kaderplaner von Villarreal haben sich im vergangen Jahr nämlich eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 15 Prozent gesichert. Von den 70 Millionen Euro müssten die Rojiblancos daher rund 10,5 Millionen Euro an den Ligakonkurrenten abgeben. Darüberhinaus ist eine Ausbildungsenschädigung von rund 1,5 Millionen Euro fällig.