Am Sonntag kam es in Aspach vor 8010 Zuschauern zum Finale der A-Junioren-Meisterschaft. Dabei traf der VfB Stuttgart auf Borussia Dortmund um die beste U19-Auswahl dieser Saison zu erspielen. Der BVB behielt dabei am Ende nach einer furiosen Aufholjagd die Oberhand und krönte sich zum Meister. Den Überblick über das Finale gibt es hier.


Jedes Jahr aufs Neue wird nicht nur in der ​ersten Bundesliga der Meister gekürt. Auch in der A-Junioren-Liga wird jede Saison in einer kleinen Finalrunde das beste Team der Saison erspielt, in diesem Jahr schafften es dabei der BVB sowie VfB Stuttgart ins Endspiel um den begehrten Titel. Die Borussia setzte sich dabei im Halbfinale im "kleinen Revierderby" gegen Schalke 04 durch, der VfB konnte sich gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen.


Im Kader einer Mannschaft gab es dabei auch schon ein paar Akteure, die bereits im deutschen Oberhaus debütierten. Auf der Seite der Stuttgarter gaben nämlich Leon Dajaku und Antonis Aidonis schon ihr Bundesliga-Debüt. Bei den Dortmundern standen also weniger erfahrene Spieler auf dem Platz, doch auch hier konnten sich Spieler wie Enrique Peña-Zauner bereits einen Namen machen.


Stuttgart legt gut los, zwei Eigentore in der Anfangsphase

​Die Stuttgarter, die als Rekordmeister mit insgesamt bereits neun errungenen Titeln in die Partie gingen, waren von Beginn an der vermeintliche Favorit. Denn der VfB konnte bereits den Gewinn des Junioren-DFB-Pokal feiern, als erste Mannschaft überhaupt hatten sie somit die Chance, das nationale Double einzufahren. Dementsprechend gut starteten sie auch in die Partie, nach nur 17 Sekunden erarbeiteten die Stuttgarter sich eine Ecke. In der Mitte kam es im Gewühl dann denkbar ungünstig für den BVB, denn Ramzi Ferfanji lenkte den Ball unfreiwillig zur Stuttgarter Führung ins eigene Gehäuse.


Doch der BVB schlug sofort zurück, auf die kurioseste Art und Weise. Nach einem Spielzug über die linke Seite folgte die Hereingabe von Immanuel Pherai, über Umwege landete der Ball dann schließlich im Kasten des VfB. Denn Alexander Kopf fälschte die Kugel unhaltbar für seinen Keeper Sebastian Hornung ab, das zweite Eigentor des Tages stellte den Spielstand also auf 1:1. Das Spiel war fortan ebenfalls ausgeglichener.

Leon Dajaku,Muhammed Terzi

Leon Dajaku erzielte die VfB-Führung


Es dauerte allerdings wieder nur wenige Minuten, bis erneut ein Team in Führung ging. Nach einer kurzen Abtastphase schlug der VfB nämlich erneut zu, dieses Mal in Person von Leon Dajaku, der eine herausragende Vorarbeit von Nick Bätzner eiskalt verarbeitete. Mit der Führung im Rücken brachten die Stuttgarter danach etwas Kontrolle ins Spiel, doch Dortmund kam weiter zu Chancen. Vor allem Pherai sorgte dabei immer wieder für gefährliche Aktionen.


Der VfB erhöht auf 3:1


Doch auch die Stuttgarter suchten weiter den Weg nach vorne. Vor dem Tor stellten sie ihre Effizienz dann erneut unter Beweis, dieses Mal nutzte der erst 16-jährige Lilian Egloff die Gunst der Stunde. Im Laufduell profitierte der sehr gut aufgelegte Angreifer von einem Fehler der Defensive und blieb vor dem Tor gelassen, das dritte Tor für die Stuttgarter fiel also noch vor der Pause. Bis zum Seitenwechsel passierte dann nicht mehr viel, die Dortmunder ließen weitere Chancen ungenutzt.


Zur Halbzeit führte Stuttgart also verdient und steuerte auch durch die bessere Spielanlage auf die zehnte Meisterschaft zu.​ Deswegen reagierte BVB-Trainer Benjamin Hoffmann gleich zweimal und brachte deshalb mit Paul-Philipp Besong und Julius Schell weitere Verstärkung für den Angriff. Die Stuttgarter wollten nach der Pause nicht nur verwalten, sondern suchten weiterhin den Weg nach vorne.


Dies rächte sich aber, denn nach einem unnötigen Ballverlust des VfB im Spielaufbau kam Dortmunds Pherai an die Kugel. Dieser konnte erst kurz vor dem Strafraum von Stuttgart-Kapitän Luca Mack gestoppt werden, allerdings war dies nur durch eine Notbremse möglich. Schiedsrichter Christian Dietz verwies den Verteidiger mit einer berechtigten Roten Karte danach des Feldes. Der VfB musste also fortan mit einem Mann weniger den Vorsprung über die Zeit retten.


Dortmund macht Druck und dreht nach Platzverweis das Spiel


Das gelang aber erst einmal gar nicht, in der 57. Minute kam der BVB nämlich zum Anschluss-Treffer.​ Wieder war der starke Pherai beteiligt, einen strammen Schuss platzierte er vorbei an Hornung im Stuttgarter Kasten. Mit dem zweiten Treffer im Rücken machten die Dortmunder nun immer mehr Druck und kam zu weiteren Chancen. Die Verteidigung der Schwaben verhinderte aber Schlimmeres.


In der Schlussphase des Spiels kam es also zu einer echten Zitter-Partie. Der BVB drängte weiter auf den Ausgleich, während die Stuttgarter um Spielkontrolle bemüht waren. Zu Entlastung kam der VfB kaum noch, mit weniger als einer Viertelstunde zu spielen kam es dann, wie es kommen musste. In der 77. Minute kam der eingewechselte Besong nach einer Ecke zum Kopfball und erzielte somit den verdienten Ausgleichstreffer. 

Paul-Philipp Besong

Paul-Phillipp Besong feierte seinen Doppelpack akrobatisch


Nach und nach machte sich die Unterzahl der Stuttgarter nun immer mehr bemerkbar, bei hohen Temperaturen ging dem VfB die Puste aus. Das hatte zur Folge, dass das tolle Spiel noch vor dem Ende der regulären Spielzeit ein weiteres Kapitel schrieb. Nur drei Minuten nach dem 3:3 war es erneut Paul-Philipp Besong, der mit einer guten Einzelaktion die erste Führung für die Dortmunder erzielen konnte. 


Peña-Zauner sorgt für die Entscheidung


Damit setzte er dem wahnsinnigen Spiel natürlich die Krone auf, die Aufholjagd der Borussia schien geglückt. Doch es waren ja noch zehn Minuten zu spielen, die Schwaben witterten also noch ihre Chance. Doch in der umkämpften Partie gab es bis kurz vor Ende keine Tore mehr, obwohl beide Teams hervorragende Chancen verzeichnen konnten. Doch kurz vor dem Abpfiff sorgte Peña-Zauner nach einmal finalen Konter für die Entscheidung.


Borussia Dortmund gewann die Partei also mit 5:3 und krönte sich letztendlich zum Meister. In der tollen Begegnung bewies der BVB Kampfgeist und kam trotz eines zwei-Tore-Rückstands noch einmal zurück. Für die Stuttgarter bleibt es also nur beim Pokalsieg, das Double ist immer noch niemanden gelungen. Beide Teams sorgten aber für wahre Eigenwerbung und zeigten wie attraktiv auch die Junioren-Liga ist.