​​Borussia Dortmund hat nicht nur bei der jüngsten ​2:4-Derbypleite gegen den FC Schalke 04 einige Schwächen in der Defensive offenbart. Mit 40 Gegentreffern stellen die Schwarz-Gelben "lediglich" die fünftbeste Abwehr der Bundesliga. Medienberichten zufolge wollte Cheftrainer Lucien Favre im Winter die Dreierkette einstudieren. Der Plan des Schweizers wurde allerdings vor der personellen Situation zunichtegemacht. 


In den letzten Wochen musste ​Favre seine Viererkette mit einigen "Aushilfen" zusammenbasteln. Während Innenverteidiger Abdou Diallo auf die linke Seite rückte, half der gelernte Mittelfeldspieler Julian Weigl im Abwehrzentrum aus. ​Marius Wolf (Rechtsaußen) wurde zudem zum Rechtsverteidiger umfunktioniert. Die zusammengewürfelte Viererkette war allerdings nicht immer wirklich sattelfest, weshalb Favre sicherlich auch eine Systemumstellung in Erwägung gezogen hat. 

Marius Wolf

Half in den letzten Wochen als Rechtsverteidiger aus: Marius Wolf


Laut Informationen der Sport Bild verfolgte der BVB-Coach bereits in der Vorbereitung auf die Rückrunde den Plan, eine Dreierkette einzustudieren. Sein Vorhaben scheiterte allerdings, weil mit Manuel Akanji, Dan-Axel Zagadou und Diallo gleich drei Innenverteidiger mit Verletzungen zu kämpfen hatten. Denkbar ist, dass Favre im Sommer einen neuen Anlauf wagt, um in der nächsten Saison variabler zu sein. 


Eklatante Standardschwäche


Die Schwarz-Gelben waren in der Rückrunde auch bei gegnerischen Standards sehr anfällig. "Ich sage da nichts mehr zu, das habe ich oft genug getan. Das müssen jetzt auch mal andere erkennen", wird Schlussmann Roman Bürki von der Sportzeitschrift zitiert. Acht Gegentreffer kassierte der BVB seit der Winterpause nach Standardsituationen. "Wir Spieler haben immer wieder Argumente gebracht, um vielleicht etwas zu ändern", führte die Nummer eins weiter aus.


Favre sei bei den Überlegungen miteinbezogen worden. Bislang ist es den Schwarz-Gelben allerdings nicht gelungen, diese Schwäche abzustellen. Auch im Revierderby musste der Tabellenzweite einen Gegentreffer nach einem Eckball hinnehmen. "Irgendwann gehen uns die Argumente aus. Vielleicht sind wir bei Standards einfach nicht gut genug", so Bürki.