Thorgan Hazard will von ​Borussia Mönchengladbach zu ​Borussia Dortmund wechseln. Weil der BVB aber die geforderte Ablöse offenbar nicht aufbringen will, bahnt sich ein Transferstreit um Hazard an. Die Schwarz-Gelben aber könnten den Fohlen einige Spieler als Tauschware anbieten.


Thorgan Hazard will nach der Saison von der einen Borussia zur anderen Borussia wechseln. So weit, so normal. Allerdings hat der Belgier seinen Verein, der ihn in fünf Jahren vom Talent zum Star entwickelt hat, in eine denkbar schlechte Verhandlungsposition gebracht, indem er ​dem BVB eine Doppelzusage gab. Wenn er nicht diesen Sommer wechseln könne, dann halt im nächsten Jahr, zur Not auch ohne Ablöse - berichtet der kicker über Hazards Entschluss.


Das bringt den BVB in eine goldene Verhandlungsposition, denn die Schwarz-Gelben können den Preis für den Belgier nun entsprechend drücken. Jedoch, und das darf dabei nicht vergessen werden, könnte auch Hazard sich vollkommen überreizt haben, denn Michael Zorc dürfte wahrlich noch mehr Pfeile im Köcher für die offensiven Außenbahnen haben, als nur den Belgier. Dabei sei auf Gerüchte mit David Neres oder auch Hakim Ziyech hingewiesen.


Sollte der BVB also schon dieses Jahr einen entsprechenden Zug machen, könnte dieser für Hazard im kommenden Sommer abgefahren sein und es ist kein Platz mehr im Kader bei seinem Wunschverein. Es sei denn, er begnügt sich damit, dritter Mann hinter zwei weiteren Außenstürmern zu sein, die ihren Platz bereits behauptet haben.


Am Ende aber dürfte man sich einigen, da alle drei Parteien ja schließlich an dem Transfer interessiert sind, sowohl Michael Zorc, als auch Max Eberl, sowie Thorgan Hazard. Und der BVB hat zudem auch einige Argumente und die Möglichkeit, die Fohlen nicht komplett blank stehen zu lassen. Denn mit weiteren Neueinkäufen bei den Schwarz-Gelben muss auch ordentlich ausgemistet werden, womit sich für den BVB viel Tauschmaterial bietet.


Da wäre zum einen die offensichtlichste Variante, dass Maximilian Philipp in den Deal mit einbezogen wird. Der 25-Jährige, der in der letzten Saison vom SC Freiburg nach Dortmund wechselte, hinterließ auf Anhieb einen guten Eindruck und erzielte in den ersten neun Spielen für Dortmund fünf Tore und bereitete zwei weitere vor. Dann aber bremste ihn eine Verletzung aus, in dieser Saison hat er seinen Rhythmus – auch durch viele Verletzungen – nicht finden können.


Es wird schon länger hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass Philipp abgegeben werden soll, beim VfL könnte er Hazard eins zu eins ersetzen. Es gibt auch nicht wenige Kritiker, die Philipp bei Gladbach aufblühen sehen würden, während Hazard noch Anpassungsprobleme in Schwarz und Gelb hätte.


Der nächste Akteur wäre Rückkehrer André Schürrle. Der Außenspieler ist auf Leihbasis beim FC Fulham, durch deren Abstieg aber kehrt Schürrle bereits im Sommer nach Dortmund zurück. Auch ihn möchte der BVB gerne von der Gehaltsliste streichen, auch er wäre ein möglicher Teil eines Tauschs. Ob sich Max Eberl darauf jedoch einlassen würde, ist fraglich.


Etwas positionsfremd, doch durch seine Vergangenheit ebenfalls denkbar wäre eine Leihe, vielleicht sogar mit möglicher Kaufoption, von Mahmoud Dahoud. In Dortmund scheint man die Geduld mit dem Mittelfeldspieler zu verlieren, in den man vor zwei Jahren so große Hoffnungen setzte. In dieser Saison aber wird die Unzufriedenheit mit dem U21-Nationalspieler immer größer, seine phlegmatische und verspielte Spielweise stößt vielen Anhängern unangenehm auf. Eine Rückkehr in seine alte Heimat könnte vielleicht befreiend auf sein Spiel wirken.


Desweiteren wären noch Shinji Kagawa, Felix Passlack oder auch Jeremy Tolan denkbare Kandidaten. Kagawa kehrt nach der Saison aus Istanbul von Besiktas zurück und hat noch ein Jahr Vertrag in Dortmund. Felix Passlack spielt aktuell in der zweiten englischen Liga bei Norwich, sein Vertrag beim BVB läuft noch bis 2021, zudem ist er erst 20 Jahre alt. Und Jeremy Toljan, der nie so recht beim BVB ankam, hat sogar noch einen Kontrakt bis 2022 und ist aktuell an Celtic Glasgow ausgeliehen.


Borussia Dortmund hat also genug Spieler, die im Tausch angeboten werden können, falls es schwierig werden sollte mit einer Einigung im Fall Hazard. Ob es letztlich zu einem solchen Deal kommt, ob der Deal am Ende überhaupt zustande kommt, oder ob sich beide Parteien auch so bereits einigen können, bleibt aber erst mal abzuwarten. Schließlich steht für beide Vereine noch ein spannendes Saisonfinale an.