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Top-Klubs und ihre Farm-Teams

Mit einem Farmteams möchten die Vereine nicht nur große Talente hervorbringen, sondern im Idealfall die eigene Marke stärken. Vereine wie Chelsea und Manchester City betreiben Kooperationen im großen Stil.

1. Manchester City: Girona und viele mehr

Seit Sommer 2017 ist der spanische Erstligist FC Girona offiziell Teil der City Football Group und damit Schwester-Verein von Manchester City. Die City Football Group hat gemeinsam mit der sogenannten Girona Football Group 88,6 Prozent der Rechte an dem Klub erworben. Die restlichen 11,4 Prozent liegen bei einer Fan-Vereinigung aus Girona.


Mit Aleix García, Douglas Luiz und Patrick Roberts spielen in der laufenden Saison drei Spieler der Citizens bei Girona. Die drei Leihgaben kommen allesamt regelmäßig zum Einsatz. Vor allem der 21-jährige García nimmt beim La-Liga-Zwölften eine Führungsrolle ein. Pere, der Bruder von City-Coach Pep Guardiola, zählt übrigens zu den Besitzern des Klubs. 


City beschränkt seine Kooperation aber nicht nur auf dem katalanischen Markt, sondern ist in vielen weiteren Ländern tätig: Mit dem New York City FC (USA), dem Melbourne City FC (Australien), den Yokohama F. Marinos (Japan), Club Atlético Torque (Uruguay) und Sichuan Jiuniu (China) hat die City Football Group fünf weitere Vereine übernommen. 


Auch zum niederländischen Erstligisten NAC Breda gibt es eine Verbindung. Im vergangenen Sommer verpflichteten die Skyblues den Torhüter Arijanet Muric von Breda. Im Gegenzug spielen mit Erik-Palmer Brown, Luka Ilic und Paolo Fernandes aktuell drei Profis als Leihspieler beim Eredivisie-Tabellenletzten. In der Spielzeit 2017/2018 kickten sogar fünf City-Leihgaben bei Breda. 

2. FC Chelsea und Vitesse Arnheim

Im US-Sport sind Farmteams alltäglich. Die NBA etwa hat ihre eigene Farmliga namens G-League, beim Baseball gibt es eine ganze Reihe der sogenannten Minor Leagues. Im Fußball ist das Farmsystem noch nicht die Regel, aber Vereine wie der FC Chelsea versuchen das zu ändern. 


Seit der Saison 2010/11 laufen regelmäßig Chelsea-Talente im schwarz-gelben Dress von Vitesse Arnheim auf. Im Optimalfall helfen die Leihspieler von Chelsea den Niederländern bei der Erfüllung deren Ziele, wechseln später wieder zurück zu den Blues und kommen dort regelmäßig zum Einsatz. Jedoch gibt es nicht wirklich viele Beispiele, bei denen der Plan aufgegangen ist. Eine Ausnahme ist allerdings Nemanja Matic, der 2010/2011 in Arnheim spielte und 2017 englischer Meister mit Chelsea wurde. 


Arnheim hat dank seinem Draht nach London als relativ armer Klub Zugang zu Talenten, die andere Klubs in der Eredivisie nicht bekommen könnten. Derzeit laufen drei Chelsea-Leihgaben für Arnheim auf: Jake Clarke-Salter (21), Charly Musonda Jr. (22) und Torhüter Eduardo (36), der mit seinem Alter nicht ins Konzept zu passen scheint, mit seinen Paraden allerdings dafür sorgt, dass Arnheim auf Platz fünf steht. Das Vorgehen von Vitesse, das nicht verboten ist, stößt vor allem in den Niederlanden jedoch auf heftige Kritik.

3. FC Liverpool und KRC Genk

Im Januar 2010 schlossen der FC Liverpool und der belgische Erstligist KRC Genk einen Partnerschaftsvertrag. Viel ist nicht bekannt über die Beziehungen zwischen beiden Klubs. Möglicherweise beschränkt sich die Zusammenarbeit auf organisatorische und marketingtechnsiche Aspekte. 


Allerdings: Mit Christian Benteke (inzwischen Crystal Palace) und Divock Origi, der mittlerweile beim FC Liverpool untergekommen ist, profitierten die Reds durch zwei Spieler, die in Genk ausgebildet wurden. 

4. Die Red-Bull-Teams (Leipzig, Salzburg, Liefering, New York)

Die Brausemarke Red Bull hat Einfluss in vielen Sportarten, so auch im Fußball. Mit RasenBallsport Leipzig, dem FC Red Bull Salzburg, den New York Red Bulls und dem FC Liefering zählen vier Klubs zum Dosen-Konglomerat. Der FC Liefering in der zweithöchsten österreichischen Fußballliga ist ein Farmteam des FC Red Bull Salzburg ("Lieferungen aus Liefering"), welcher wiederum als Farmteam des deutschen Erstligisten RB Leipzig gelten kann. 


Um Sanktionen wie einem Wettbewerbsausschluss zu entgehen, tritt der Getränkehersteller beim FC Red Bull Salzburg mittlerweile offiziell nur noch als Hauptsponsor auf. In den vergangenen Jahren wurden etliche Salzburg-Spieler zum Champions-League-Aspiranten Leipzig transferiert. Um nur ein Beispiel zu zeigen: Das 21-jährige Mittelfeldtalent Haidara wurde 2016 von Mali nach Österreich geholt. Zunächst lief Haidara für Liefering auf, dann zwei Jahre für Salzburg. Seit Januar 2019 spielt er für RB Leipzig. 


Der heutige Frankfurter Martin Hinteregger machte seinem Ärger über die schmerzlichen Abgänge während seiner Zeit als Salzburg-Profi Luft: "Aus Salzburger Sicht ist da sicherlich Wut dabei. Wir haben eigentlich immer eine gute Mannschaft und dann, zack ist wieder ein Spieler in Leipzig."

5. Ajax Amsterdam und Ajax Cape Town

Das Farmteam Ajax Cape Town existiert schon seit zwanzig Jahren. 1999 kaufte Ajax Amsterdam Anteile an den beiden Vereinen Seven Stars und Cape Town Spurs und bildete aus ihnen einen neuen Verein, mit dem Ziel, afrikanische Talente vor Ort auszubilden. 

Nicht nur Cape-Town-Trainer Andries Ulderink stammt aus den Niederlanden. Neben großteils südafrikanischen Talenten steht mit Routinier Thomas Verhaar ein Niederlande-Legionär im Kader.

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