Beim ​FC Bayern München soll im kommenden Sommer der zweite Teil des Kaderumbruchs über die Bühne gehen. Medienberichten zufolge diskutieren die Verantwortlichen hinter den Kulissen derzeit darüber, ob dies mit Cheftrainer Niko Kovac geschehen soll. Der deutsche Rekordmeister tut allerdings gut daran, weiter am 47-jährigen Übungsleiter festzuhalten. 

Die 1:3-Niederlage gegen den ​FC Liverpool und das damit verbundene Aus in der Champions League sind nicht spurlos am FC Bayern vorbeigegangen. ​Präsident Uli Hoeneß erklärte nach dem jüngsten ​6:0-Heimerfolg gegen den 1. FSV Mainz 05, dass er die Pleite noch nicht ganz verdaut habe. Aus der Sicht des 67-Jährigen hat die Mannschaft gegen Liverpool "ohne Mumm" und einfach schlecht gespielt. Aber: "Nach Liverpool gleich zu sagen, der FC Bayern ist international nicht konkurrenzfähig, ist mir zu weit hergeholt", stellte Hoeneß klar.


Das Aus in der Königsklasse rief auch so manchen Kritiker auf den Plan. Nicht nur Robert Lewandowski, sondern auch einigen Fans missfiel die defensive Ausrichtung des deutschen Rekordmeisters. Kritik, mit der sich Kovac in den letzten Tagen auseinandersetzen musste. Auf die Frage eines Journalisten, ob er "der geeignete Trainer ist, um den FC Bayern zurück in die Top-4 in Europa zu führen" und was er seinen Kritikern entgegen halten würde, antwortete der etwas überrascht wirkende Berliner nüchtern: "Starke Frage. Gar nichts. Sie (die Kritiker, Anm. d. Red.) werden wahrscheinlich Recht haben."

Laut kicker-Informationen beschäftigen sich die Verantwortlichen derzeit ebenfalls mit der Frage, ob Kovac der "richtige" Übungsleiter für den geplanten Kaderumbruch ist. Dabei gehe es letztendlich um "Grundsätzliches", beispielsweise um die Spielphilosophie des ehemaligen Bayern-Profis. Mit einem Trainerwechsel würde sich der deutsche Rekordmeister allerdings keinen Gefallen tun. Auch in ​unserem Voting hat sich der Großteil der Teilnehmer für eine Weiterbeschäftigung von Kovac ausgesprochen. 


Ein neuer Übungsleiter bräuchte wohl wieder eine gewisse Anlaufzeit, bis die Mannschaft seine Spielidee verinnerlicht. Aus der Niederlage gegen Liverpool dürfte Kovac zudem die richtigen Schlüsse ziehen. Der 47-Jährige hat seinem Amtsantritt gezeigt, dass er aus Pleiten und Rückschlägen lernen und daraus gestärkt hervorgehen kann. Ab Sommer hat der FCB-Coach voraussichtlich auch ​mit einigen Neuzugängen die Möglichkeit, seine Spielidee weiterzuentwickeln.

Dass Kovac, der als akribischer Arbeiter gilt und großen Wert auf Disziplin legt, sehr gut mit jungen Spielern arbeiten und diese voranbringen kann, hat er während seiner Zeit in Frankfurt bewiesen. Ante Rebic und Luka Jovic reiften unter dem Fußballlehrer zu gestandenen Bundesliga-Spielern heran. Mittlerweile zählen beide zu den wichtigsten Leistungsträgern der Eintracht und stehen angeblich bei einigen europäischen Top-Klubs auf dem Zettel.