Der HSV ist stark an einer Verpflichtung des Bochumer Abwehrspielers Jan Gyamerah (23) interessiert. Das Bochumer Eigengewächs (und gebürtiger Berliner) hat in dieser Saison seinen Durchbruch in der 2. Liga geschafft, alle 20 Spiele bestritten und ist ab Sommer ablösefrei zu haben. ​Klar, dass da die Konkurrenz aufhorcht. Einer, der ihn bereits seit Jugendzeiten kennt, ist Peter Neururer (63). Und der lobt den (Noch)-Bochumer in den allerhöchsten Tönen.


Zweimal, von 2001 bis 2005 und von 2013 bis 2014, war Peter Neururer Cheftrainer beim VfL. Unvergessen die Saison 2003/2004, als die Westdeutschen sich unter seiner Ägide sogar für den UEFA-Pokal (heute Europa-League) qualifizierten. Das schaffte zuvor nur Klaus Toppmöller (in der Saison 1996/1997). Der eigenwillig interpretierte Moonwalk des Peter Neururer im Ruhrstadion bleibt allen unvergessen. Auch heute noch verfolgt Neururer das Geschehen rund um den Traditionsklub von der Ruhr. 


Klar, dass er auch zu der Personalie Jan Gyamerah eine dezidierte Meinung hat: immerhin war er es, der 2013 den damals 17-Jährigen von der A-Jugendmannschaft zu den Profis hochzog. Gegenüber der Mopo kommt der mittlerweile pensionierte Übungsleiter regelrecht ins Schwärmen: "Für mich ist das ein Supertalent. Laufstark, pfeilschnell, spielintelligent, ballsicher, der Junge erledigt jede Aufgabe, die sich ihm stellt. Er ist vielseitig in der Defensive, für mich am besten aufgehoben als rechter Verteidiger, kann aber auch innen und auf der Sechs spielen. Dazu ist er ein sympathischer, intelligenter, zurückhaltender Bursche." 


Liest sich erstmal wie ein klassisches Beispiel einer eierlegenden Wollmilchsau. Und das Beste für den HSV: der Spieler ist ab Sommer ohne Ablöse zu haben. Das versteht Neururer überhaupt nicht. Beinahe verärgert sagte er im Interview mit dem Hamburger Boulevardblatt: "Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass man den Vertrag nicht rechtzeitig verlängert hat. Mit seinen Fähigkeiten kann er viel erreichen." 


Nun, als mittlerweile etwas außerhalb des VfL-Geschehens stehender Beobachter kann er natürlich nicht alle Details kennen: Von Seiten der Bochumer Verantwortlichen gab es nämlich durchaus Bemühungen, den Kontrakt mit Gyamerah zu verlängern. Geschäftsführer Schiendzielorz: "Jan hat unser finales Vertragsangebot, für das wir uns finanziell bis an die Decke gestreckt haben, abgelehnt. Er hat uns mitgeteilt, dass er parallel mit anderen Vereinen Verhandlungen führt." 


Ganz offensichtlich ist einer von diesen der Vereinen der ​HSV. Bleibt abzuwarten, wo der Hochgepriesene am Ende seine Zelte aufschlägt. ​