Schalke und die Stürmersuche: Heidel bringt Licht ins Dunkel

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Es war viel los in den letzten Tagen beim ​FC Schalke 04. Vier Spieler verließen den Verein in den vergangenen Stunden, zwei neue kamen dazu. Ein Stürmer aber fehlte bei den Neuzugängen, wo die Königsblauen doch so arge Probleme in dieser Saison in der vordersten Reihe haben. Manager Christian Heidel erklärte sich heute auf der Pressekonferenz für die Transfers.

Mit Abdul Rahman Baba, Johannes Geis, Franco Di Santo und Naldo wechselten vier Spieler vom FC Schalke kurz vor Ende der Transferphase und schlossen sich anderen Klubs an. Als Neuzugänge konnten die Gelsenkirchener Abwehrspieler Jeffrey Bruma und den Flügelspieler Rabbi Matondo ins Revier locken. Zwar ist der 18-jährige Matondo ein Offensivspieler, allerdings eben auch erst 18 Jahre alt und kein Stürmer im eigentlichen Sinne.

Daher könnte S04 noch ein entscheidendes Puzzleteil für eine gute Rückrunde fehlen, denn mit Breel Embolo, Steven Skrzybski und Guido Burgstaller sind nach wie vor drei Angreifer angeschlagen oder nicht einsatzfähig. Ein Wagnis für S04, denn für Punkte braucht man auch Tore. So erklärte Heidel heute Mittag: „Ein Risiko muss man ab und zu eingehen. Wir hoffen, dass Breel Embolo frühzeitig anfangen kann und Steven Skrzybski zurückkommt, Guido Burgstaller hat gestern mittrainiert.“

Dass kein weiterer Spieler verpflichtet wurde, soll vor allem auch eine Geldfrage gewesen sein. Heidel: „Am Tag bekommt man zehn, zwanzig Anrufe und bekommt Spieler von englischen Vereinen angeboten. Wenn Sie heute einen Stürmer kaufen wollen für das Level Schalke 04, dann reden wir von einem zweistelligen Millionenbetrag.“

Ein Spieler, mit dem man sich hingegen intensiver beschäftigte, war wohl Dawid Kownacki, der nun auf Leihbasis zur Fortuna nach Düsseldorf wechselte. „Wir haben uns mit Kownacki beschäftigt - das heißt aber nicht, dass wir ihn verpflichten würden. Wir hätten Spieler bekommen - es war aber keiner dabei, über den wir gesagt hätten, dass es sich wirtschaftlich und sportlich lohnt“, so Heidel. Daher gehe es „im Winter um Leihgeschäfte. Den Spieler zu finden, der S04 so weiterhilft, dass er in jedem Spiel Tore schießt, das ist im Winter ausgeschlossen.“

Ein weiterer Spieler, der hoch im Kurs in Gelsenkirchen stand, war Vincent Janssen. Der Stürmer von Tottenham Hotspur saß wohl sogar schon auf gepackten Koffern, allerdings fehlte wohl die Zeit. Laut der niederländischen Tageszeitung Algemeen Dagblad sollen sich alle Parteien bereits über eine Leihe einig gewesen sein, dann aber fehlte die Zeit für einen Medizincheck und die Unterschrift.

Man hätte wohl auch ein medizinisches Gutachten in London anfertigen lassen können, auf die Aussagen Dritter wollte sich Schalke aber wohl nicht einlassen. Daher erklärte Heidel recht wortkarg: „Unsere Bemühungen waren insgesamt von dem Matondo-Transfer abhängig. Die Verpflichtung eines weiteren Stürmers war dadurch nicht mehr möglich.“

Auch Trainer Domenico Tedesco schlug in die gleiche Kerbe und erklärte auf der Pressekonferenz daher: „Es ist kein Geheimnis, dass wir noch einen Stürmer verpflichten wollten. Aber im Endeffekt stimmten die Gesamtpakete nicht. Unser Kader ist immer noch gut. Ich spreche lieber über die Spieler, die hier sind.“ Damit muss S04 dann auch die kommenden 15 Spieltage auskommen. Morgen geht es im Abendspiel gegen ​Borussia Mönchengladbach weiter. Dort wird das Toreschießen schon schwer genug, gegen eine der besten Abwehrreihen der Bundesliga.