Irgendwo konnte man es erwarten und es hat dann auch gar nicht lange gedauert, bis Jose Mourinho doch etwas über seine Zeit bei ​Manchester United auspackte. Im Rahmen seines ersten Experten-Auftritts für den katarischen Sender beIN Sports beim Asia Cup 2019 griff er seinen Ex-Klub und dessen Starspieler indirekt an.


Es war zu erwarten, dass Mourinho nicht lange stillhalten würde. Zwar wurde ihm vertraglich untersagt, über seine Zeit bei Manchester United und die Entlassung zu reden, so ganz lassen konnte es der portugiesische Startrainer dann aber doch nicht. Beim Spiel zwischen Saudi-Arabien und Katar ließ er einen Blick in sein Innenleben zu und erklärte, was seiner Meinung nach das Problem in Manchester war.


„Ich denke, es war als Manchester United David Beckham zu ​Real Madrid gehen ließ, wenn ich da nicht falsch liege. Aber da fiel ein Satz von einem der Größten der Premier League, von Sir Alex Ferguson, der gesagt hat: 'Der Tag, an dem ein Spieler wichtiger als der Verein ist, auf Wiedersehen'“, erklärte Mourinho.


Nicht schwer nachzuvollziehen, dass er damit auf den Streit zwischen ihm und Paul Pogba eingeht. Auch dem Franzosen warf 'The Special One' immer wieder vor, sich zu wichtig auf dem Platz und abseits davon zu nehmen und sich nicht in den Dienst der Mannschaft und den Ansagen seines Trainers zu stellen.

„Der Trainer ist da, um die Spieler zu trainieren, er ist nicht da, um die Disziplin um jeden Preis hochzuhalten. Diese Struktur muss im Klub bereits bestehen. Diese Struktur muss da sein, um den Trainer auch zu schützen und den Spielern gleichzeitig ein Gefühl zu geben, dass alles passt, wie es sein soll. Und nicht, dass sie in eine Situation kommen, wo sie sich stärker fühlen als sie dürften“, fuhr er fort.


Mit anderen Worten wirft er United vor, dass die Struktur im Verein mit verantwortlich dafür ist, den Trainer zu unterminieren und den Spielern falsche Werte zu vermitteln, bzw. sie von einer klaren Linie abzubringen. Wie der Telegraph mutmaßt, kann man Mourinhos Worte auch als direkte Kritik in Richtung Ed Woodward, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden von Manchester United, verstehen. Mit Woodward lag Mourinho öfter im Clinch, ob wegen Transfers oder anderer Investitionen.


Daher hat der Portugiese auch ein klares Fazit: „Wenn ich euch sage, dass einer meiner besten Jobs der zweite Platz mit Manchester United war, würdet ihr sagen: 'Er ist verrückt. Er hat 25 Titel gewonnen und sagt, dass ein zweiter Platz eines seiner besten Ergebnisse war.' Aber ich sage das, denn die Leute wissen eben nicht, was hinter den Kulissen abging.“ Seinen Frieden scheint er jedenfalls mit dem Verein noch nicht gemacht zu haben.

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